22-0352.01

Stellungnahme zum Antrag CDU betr. Einrichtung einer Xpressbus-Verbindung vom Bahnhof Neugraben zum Bahnhof Altona

Antwort/Stellungnahme gem. § 27 BezVG

Letzte Beratung: 08.04.2025 Hauptausschuss Ö 4.4

Sachverhalt

In der Vergangenheit kam es häufig zu Störungen des S-Bahnverkehrs der Linien S3 und S5 auf der Strecke zwischen Hamburg Hauptbahnhof und Neugraben/Stade und zurück. Eine Alternativverbindung durch eine westliche Elbquerung ist derzeit nicht in Sicht. Der Süderelberaum ist durch diese Störungen stark in seiner Mobilität eingeschränkt.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung beschließt:

Die Verwaltung möge mit dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) die Einrichtung einer Xpressbus-Verbindung vom Bahnhof Neugraben zum Bahnhof Altona prüfen, damit der Süderelberaum bei künftigen Störungen eine Alternativverbindung hat.

Hamburg, am 10.01.2025

BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG

Der Vorsitzende

05.03.2025

Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende nimmt zu dem Antrag wie folgt Stellung:

Die vorgeschlagene Expressbus-Verbindung aus dem Bereich Neugraben in die westlichen Teile Hamburgs nördlich der Elbe ist auch aus Sicht der BVM eine potentielle Netzerweiterung. Vor Inbetriebnahme dieser Expressbus-Verbindung müssen jedoch zunächst u.a. die Baumaßnahmen auf der A7 beendet sein. Dies ist für einen verlässlichen Betrieb dieser Verbindung unerlässlich.

Zudem ist zu beachten, dass sich in den letzten Jahren die Randbedingungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) teils grundlegend verändert haben. Durch die mehrjährige Corona-Pandemie kam es zu erheblichen Einnahmeverlusten im ÖPNV, Zudem wurde mit dem Deutschlandticket ein finanziell sehr attraktives Tarifangebot geschaffen, für das die Freie und Hansestadt Hamburg jedoch erhebliche finanzielle Ressourcen aufwendet und auch für die Folgejahre zurückstellt. Seit dem 1. September 2024 können alle Schüler:innen, die in Hamburg wohnen, ein kostenloses Deutschlandticket erhalten. Auch dafür stellt die Freie und Hansestadt Hamburg hohe Summen bereit.

Die allgemeine Kostenentwicklung der vergangenen Jahre belastet die Verkehrsunternehmen zusätzlich, die Verluste trägt ebenfalls die Freie und Hansestadt Hamburg.

Mittlerweile sind im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) wieder so viele Fahrgäste unterwegs, wie 2019 vor der Corona-Pandemie. Die Fahrgastentwicklung der vergangenen Monate zeigt somit, dass die Entscheidung des Senats, den Hamburg-Takt und die Attraktivierung des ÖPNV zunächst vonseiten des Tarifs zu forcieren, erfolgreich war.

Als folgerichtiger Schritt wird perspektivisch der Ausbau des Leistungsangebotes wieder in den Vordergrund rücken. Die finanzielle Lage bleibt allerdings wie oben beschrieben herausfordernd. Während andere Länder bereits Angebote abbestellt haben oder in Aussicht stellen, das realisieren zu müssen, ist es das Ziel Hamburgs, das aktuelle Angebot zu erhalten.

Darüber hinaus erfolgt auch der Ausbau der angebotsorientierten Leistungsausweitung. Wichtige Schritte erfolgen hier insbesondere mit Blick auf den Ausbau des Schienenpersonennahverkehr-Angebots und der erforderlichen Infrastruktur (1.456 Mio. Euro im Haushaltsplan2025/26), aber auch schrittweise für den Busverkehr (Infrastrukturausbau 127 Mio. Euro im Haushaltsplan 2025/26). Im Haushaltsplan 2025/26 sind dafür bis zu 492 Mio. Euro jährlich als Verlustausgleich für die Verkehrsunternehmen Hamburger Hochbahn AG sowie der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH eingeplant. Die im Petitum gewünschte Leistungsausweitung im Busverkehr kann jedoch aktuell nicht realisiert werden.

Aufgrund der geschilderten infrastrukturellen Anforderungen und gegebenen Rahmenbedingungen kann bezüglich des konkreten Zeitpunktes der Inbetriebnahme der vorgeschlagenen Expressbus-Verbindung derzeit keine zuverlässige Angabe gemacht werden.

Im Zuge der S-Bahn Liniennetzumstellung im Dezember 2023 konnte eine grundlegende und dauerhafte Stabilisierung des S-Bahnverkehrs erreicht werden. In einem weiteren Schritt wird mit Abschluss der in 2024 begonnenen Maßnahmen zum Ausbau des Harburger S-Bahn Korridors eine dritte Linie (S6) die Anbindung von Neugraben und Harburg voraussichtlich kapazitativ und qualitativ ab Ende 2029 weiter verbessern.

gez. Böhm

f.d.R.

Riechers

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