22-3600

Fußverkehrskonzept St. Georg - Maßnahmen umsetzen und Verbindungen verbessern

Mitteilung öffentlich

Letzte Beratung: 12.09.2023 Cityausschuss Ö 5.1

Sachverhalt

Der Cityausschuss hat in seiner Sitzung am 28.02.2023 dem nachfolgend aufgeführten Antrag Drs. Nr. 22-3600 einstimmig zugestimmt.

Sachverhalt:

Das Fußverkehrskonzept für St. Georg geht zurück auf einen Beschluss der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte aus dem Jahr 2018. Seitdem wurden zunächst in der Neustadt, dann in St. Georg und im nächsten Schritt in Billstedt Untersuchungen zu den wichtigen Wegeverbindungen in den Quartieren durchgeführt. Ziel war es, unter Mitarbeit der Anrainer im Stadtteil Maßnahmen zur Verbesserung des Fußverkehrs aufzuzeigen. Dies mündete in einem Abschlussbericht, der als Handlungsrahmen der Politik im zuständigen Cityausschuss vorgestellt wurde. Die Erarbeitung des Fußverkehrskonzept ist ein herausragendes Beispiel für die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an ihren unmittelbaren ortsbezogenen Belangen.

Der Fußverkehr gehört zusammen mit dem Radverkehr und dem Öffentlichen Personen- und Nahverkehr (ÖPNV) zum sogenannten Umweltverbund, der bis 2030 auf 80% der insgesamt im Hamburg zurückgelegten Wege anwachsen soll. In der Kernstadt macht der Fußverkehr dabei heute bereits ca. 30% aus. Umso wichtiger ist es, die buchstäblichen Stolpersteine in den Quartieren zu identifizieren und die Bedingungen für das Zufußgehen zu verbessern. Im Beteiligungsformat wurden beispielsweise zu schmale Gehwege, fehlende sichere Querungsmöglichkeiten und zu lange Wartezeiten an Ampeln genannt. Viele, die sich in den unterschiedlichen Formaten wie Online-Befragungen, virtuellen Stadtteilrundgängen und über den digitalen Stadtplan beteiligt hatten, bemängelten zudem die fehlende gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer. Beispielhaft ist hier das „oftmals gedankenlose Abstellen von E-Scootern“ genannt.

Nun muss es um das konsequente Abarbeiten der entwickelten Vorschläge gehen. Hierzu schlägt die Koalition aus SPD, CDU und FDP eine Priorisierung der kurzfristig zu realisierenden Maßnahmen vor. Dazu gehören folgende Einzelmaßnahmen aus dem Endbericht:

  1. Schulumfeld Mariendom/ Oberflächenschäden/ Mobile Hindernisse

- M 21: Gehwegnase Schmilinskystraße zw. Durchgang Kirchengelände und Eingang Lohmühlenpark

- M 22: Aufpflasterungen Kreuzung Danziger/ Rostocker unter den Regenbogenmarkierungen

- M 24: Fahrradbügel auf 2 Parkplätzen ebenda

- M 35 -39: Entfernung mobiler Hindernisse an mehreren Standorten

- M 58: Gehwegnase Brennerstraße/ Höhe Stiftstr. – parkende Autos versperren Fußweg

  1. Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Radverkehr/ E-Scooter

- M 54, 55: Abstellfläche für E-Scooter auf einem Parkplatz (Steindamm/ Steintorplatz, Spadenteich)

Hervorzuheben ist, dass die Maßnahme M 26: Gehwegsanierung Stiftstraße zwischen Brennerstraße und Rostocker Straße bereits im Laufe des vergangenen Jahres erfolgreich im Sinne der Verbesserung der Wegeverbindungen umgesetzt worden ist.

Das Bezirksamt nimmt zu dem Beschluss mit Schreiben vom 30.06.2023 wie folgt Stellung:

  • M 21: Gehwegnase Schmilinskystraße zwischen Durchgang Kirchengelände und Eingang Lohmühlenpark

Bei der Schmilinskystraße handelt es sich um eine Großpflasterstraße. Die Herstellung einer Gehwegnase als Querungshilfe würde nachhaltig in den alten Pflasterverband und Gewölbewirkung der Straße eingreifen und diesen stören. Da die Pflasterfahrbahn in diesem Bereich eine Vielzahl von Unebenheiten und Versackungen aufweist, sind bei einer Auflösung des Pflasterverbandes weitere weitreichende Schäden zu erwarten. Es ist dann eine umfangreichere Fahrbahnerneuerung notwendig.

Eine Grundinstandsetzung könnte, bei entsprechender Priorisierung im bezirklichen Bauprogramm durch den Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität und Stadtnatur, aufgrund der Planungsabläufe frühestens Anfang 2025 beginnen. Dafür müssten jedoch andere Maßnahmen aus dem aktuellen Bauprogramm auf später verschoben werden.

Zum jetzigen Zeitpunkt wäre ein Beginn dieses Projekts auf Grund fehlender Ressourcen nicht möglich.

Auf Höhe des Durchgangs zum Lohmühlenpark soll allerdings zur kurzfristigen Verbesserung eine provisorische Querungshilfe errichtet werden, die aufgrund der besonderen Bestandssituation allerdings nicht barrierefrei sein kann. Angedacht ist die bestehende Wölbung des Kopfsteinpflasters auf der Fahrbahn mittels Bordsteinen einzufassen und mit Asphalt aufzufüllen, um eine ebene Auftrittsfläche zu generieren. Der Fußgänger würde durch die freien Sichtfelder sichtbarer werden und die zu querende Fahrbahnbreite verkürzt werden. Der Fokus der Bauausführung wird darauf liegen die Entwässerung aufrechtzuhalten. Zur Umsetzung müssen, je nach Bauausführung, zwei bis vier Parkplätze entfallen.

  • M 22: Aufpflasterungen Kreuzung Danziger Straße / Rostocker Straße unter den Regenbogenmarkierungen

Die Regenbogenmarkierung muss für die Arbeiten in der Rostocker Straße entfernt und die Fahrbahn probeweise gepflastert werden. In Aussicht gestellt werden kann die Wahl von 25x25 cm-Platten, die in farblich abwechselnden Reihen (grau und anthrazit) verlegt werden sollen. Durch den Materialwechsel wird die Aufmerksamkeit erhöht, es käme aber zu keiner Änderung der Vorfahrtsberechtigung. Diese Ausführungsvariante muss noch mit dem örtlichen Polizeikommissariat (PK) erörtert werden. Sollte eine nachfolgende Evaluation ein positives Ergebnis bringen, ist die Umstrukturierung weiterer Flächen nach dieser Vorlage denkbar.

  • M 24: Fahrradbügel auf 2 Parkplätzen ebenda

Anstelle der im Konzept angedachten Installation auf zwei Parkplätzen wurden acht Fahrradbügel auf der an den benachbarten Spielplatz angrenzenden Platzfläche Rostocker Str./ Danziger Str. verbaut. Insgesamt wurden in St. Georg bisher 61 neue Bügel verbaut, dabei wurden die Maßnahmen M 45 Pulverteich/ Adenauerallee, M 46 Holzdamm/ Rautenbergstraße, M 47 Brennerstraße, M 48 Koppel/ Gurlittstraße ebenfalls berücksichtigt. Gegenüber den Konzeptformulierungen ist es aufgrund der Vor-Ort-Gegebenheiten zu leichten Abweichungen gekommen.

  • M 35 -39: Entfernung mobiler Hindernisse an mehreren Standorten

Die Hinweise wurden an den Abschnitt Sondernutzungen weitergegeben und befinden sich in Prüfung. Eine Rückmeldung zu Einzelstandorten kann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Ebenfalls wurden die in M 17 und M 23 festgehaltenen Hindernisse berücksichtigt.

  • M 58: Gehwegnase Brennerstraße/ Höhe Stiftstraße – parkende Autos versperren Fußweg

Das Bezirksamt hat bei einer Begehung keine ausgeprägten Querungsbedarfe festgestellt. Da es sich um eine Tempo 30-Zone handelt dürfen Fußgänger grundsätzlich die Fahrbahn unter Beachtung des Fahrzeugverkehrs auf dem kürzesten Weg überschreiten, sodass eine Querungshilfe nicht notwendig ist. Für die geringe Gehwegbreite ist das einseitige legale Gehwegparken ursächlich.

Um die durch verkehrswidrig parkende Fahrzeuge gestörte Fußgängerquerung im Kreuzungsbereich zu verbessern soll die Herstellung von aufgeklebten Dreiecksinseln mit Leitbaken bei Beibehaltung des Wasserlaufs erfolgen.

  • M 54, 55: Abstellfläche für E-Scooter auf einem Parkplatz (Steindamm/Steintorplatz, Spadenteich)

Das Bezirksamt hat verschiedene Standortoptionen auf den Platzflächen identifiziert und wird die Realisierbarkeit mit den zuständigen und zu beteiligenden anderen Dienststellen und Bedarfsträgern (konkurrierende Sondernutzung, Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) - Gesamtkontext Hauptbahnhofsumfeld, Hochbahn und Hamburger Verkehrsverbundes - Haltestellenumfeld, ReGe und Büro ARGUS - Einrichtung Bushaltestelle Steintorbrücke) abstimmen.

Mehrere Standortvorschläge für die Bereiche Steintorplatz-Steindamm/ Spadenteich/ Hauptbahnhofsumfeld wurden von MR21 an die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende übermittelt. Drei Standorte wurden freigegeben. Die nächsten Umsetzungsschritte werden nach der Sommerpause eingeleitet (Begehung mit örtlichem PK). Eine Herstellung in 2023 kann in Aussicht gestellt werden.

Petitum/Beschluss

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
Lokalisation Beta
Schmilinskystraße Stiftstraße Brennerstraße Steintorplatz Rostocker Straße Danziger Straße Pulverteich Adenauerallee Holzdamm Holzdamm Rautenbergstraße Koppel Gurlittstraße Steindamm Spadenteich
Stadtteile

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