Drucksache 23-1959.2

Eingabe: Zunehmende menschliche Hinterlassenschaften im öffentlichen Raum

Mitteilung öffentlich

Letzte Beratung: 10.11.2026 Cityausschuss Ö 6.2

Sachverhalt

Der Cityausschuss hat sich in seiner Sitzung am 08.09.2026 mit der Eingabe befasst und hierzu einstimmig folgenden Beschluss gefasst:

Der Cityausschuss stimmt der Eingabe zu und bittet die zuständige Fachbehörde um eine Stellungnahme. Der Cityausschuss bittet die Fachbehörde zudem, das Aufstellen weiterer kostenloser Toiletten in diesem Bereich zu prüfen.

Die Bezirksversammlung hat in ihrer Sitzung am 17.09.2026 den Beschluss des Cityausschusses bestätigt.

Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte bietet Bürgerinnen und Bürgern an, sich mit Eingaben an die Politik zu wenden. Nachfolgende Eingabe ist eingegangen:

„Ich möchte mich mit einem Thema an Sie wenden, dass mir in letzter Zeit zunehmend auffällt und aus meiner Sicht dringend mehr Aufmerksamkeit verdient: menschliche Hinterlassenschaften im öffentlichen Raum.

Immer häufiger beobachte ich menschlichen Kot mitten auf Gehwegen und Straßen, an Kreuzungen sowie in Gebüschen und Grünanlagen – insbesondere auch im Bereich der Alster. Teilweise scheint es sich dabei um Stellen zu handeln, an denen solche Hinterlassenschaften bereits seit längerer Zeit liegen.

Für mich ist das nicht nur ein äußerst unangenehmer Anblick, sondern auch ein konkretes Problem als Hundehalterin. Mein Hund nimmt solche Hinterlassenschaften leider gelegentlich auf, was sowohl aus hygienischen als auch aus gesundheitlichen Gründen problematisch ist. Gleichzeitig kann ich meinem Hund natürlich nicht an jeder Stelle zuverlässig verbieten, etwas aufzunehmen, wenn die Verschmutzungen teilweise mitten auf dem Weg oder unmittelbar am Wegesrand liegen.

Darüber hinaus empfinde ich die zunehmenden Verschmutzungen als erhebliche Beeinträchtigung unseres Stadtbildes und der Aufenthaltsqualität. Hamburg lebt von seinen öffentlichen Räumen, Grünanlagen und insbesondere auch von der Alster. Wenn dort regelmäßig menschliche Hinterlassenschaften auf Wegen, in Gebüschen oder an stark frequentierten Stellen zu finden sind, beeinflusst das den Eindruck unserer Stadt aus meiner Sicht maßgeblich negativ.

Mir ist bewusst, dass die Problematik nicht einfach zu lösen ist und dass es sich um ein komplexes soziales Thema handelt. Dennoch habe ich den Eindruck, dass menschliche Hinterlassenschaften im öffentlichen Raum zunehmend sichtbarer werden und an manchen Stellen offenbar über längere Zeit nicht beseitigt werden.

Daher würde mich interessieren:

• Ist diese Problematik der Bezirksversammlung bzw. dem zuständigen Bezirk bekannt?

• Gibt es bereits Maßnahmen oder Konzepte zum Umgang mit menschlichen Hinterlassenschaften im öffentlichen Raum?

• Gibt es Möglichkeiten, besonders betroffene Bereiche häufiger zu kontrollieren bzw. reinigen zu lassen?

• An wen können Bürgerinnen und Bürger solche Verschmutzungen konkret melden?

• Gibt es Überlegungen, präventive Maßnahmen für besonders betroffene Bereiche zu schaffen?

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir hierzu eine Rückmeldung geben könnten und auch mitteilen, ob bzw. wie dieses Thema politisch oder verwaltungsseitig weiterverfolgt wird.“

Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) nimmt zum o.g. Beschluss unter Beteiligung der Stadtreinigung Hamburg (SRH) mit Schreiben vom 26.10.2026 wie folgt Stellung:

Die BUKEA ist in Zusammenarbeit mit der SRH durchweg sehr engagiert im Bestreben, im gesamten Hamburger Stadtgebiet einen guten Reinigungszustand zu erreichen und die Sauberkeitssituation durch konkrete Maßnahmen, Kampagnen und intensive Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der verfügbaren Haushaltsermächtigungen kontinuierlich und in allen Stadtteilen zu sichern und zu verbessern. Die SRH unternimmt im Rahmen ihrer Kräfte bzw. Leistungsfähigkeit und verfügbarer Ressourcen alles, um Hamburg sauber zu halten. Die Herausforderung, verschmutzte Orte schnellstmöglich ausfindig zu machen und zu reinigen, nimmt sie aktiv an. Dazu gehört auch die Beseitigung von Verschmutzungen des öffentlichen Raumes durch menschliche Fäkalien im Rahmen der Regelreinigung.

Entsprechende Verschmutzungen können aber auch anlassbezogen von den Bürger:innen jederzeit an die SRH gemeldet werden, beispielsweise über die SRH-App (https://www.stadtreinigung.hamburg/privatkunden/app/index.html) oder die Hotline „Saubere Stadt“ der SRH unter der Telefonnummer 040/2576-1111 bzw. das Kontaktformular (https://www.stadtreinigung.hamburg/stadtsauberkeit/muellecke-melden). Eingehende Hinweise werden geprüft und im Rahmen der jeweiligen Zuständigkeiten zeitnah bearbeitet.

Die SRH stellt dabei fest, dass insbesondere an einzelnen hoch frequentierten Standorten sowie in Bereichen, die regelmäßig als Aufenthaltsorte von wohnungslosen Personen genutzt werden, vereinzelt entsprechende Verunreinigungen auftreten. Dabei handelt es sich jedoch um lokal begrenzte Sachverhalte, die nicht flächendeckend festgestellt werden. Erkenntnisse, die auf eine generelle oder stadtweite Zunahme menschlicher Hinterlassenschaften im öffentlichen Raum, insbesondere im Bereich der Alster, schließen lassen, liegen der SRH nicht vor.

Darüber hinaus prüft die SRH fortlaufend, ob an besonders belasteten Standorten ergänzende Maßnahmen zur Verbesserung der Situation sinnvoll sind und veranlasst diese im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Erfahrungen aus anderen Bereichen der Stadt zeigen, dass derartige Verschmutzungen häufig in Zusammenhang mit anderen Problemlagen stehen und dieses ordnungswidrige Verhalten sich nicht nachhaltig durch Kontrollen, zusätzliche Reinigungsmaßnahmen oder präventive Maßnahmen wie ein zusätzliches Toilettenangebot oder Bestreifung verhindern lässt.

Im Rahmen der Angemessenheitsprüfung sind die staatlichen Aufwendungen auf der Grundlage zu bewerten, dass alle Maßnahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge im Rahmen verfügbarer Steuereinnahmen miteinander abgewogen und in ein vertretbares Verhältnis mit angemessener Finanzierungsmöglichkeit gesetzt werden müssen.

In Zuständigkeit der BUKEA und der SRH wären - unabhängig von der konkreten Ermächtigungssituation im Haushalt der Freien und Hansestadt Hamburg - damit keine weiteren Maßnahmen bzw. zusätzlichen Aufwendungen aus dem Hamburger Haushalt etwa durch zusätzliche kostenlos nutzbare öffentliche Toilettenanlagen angemessen.

Der Intention der Eingabe wird durch die bestehenden Meldewege und der weiteren Aktivitäten der SRH durch regelhafte und anlassbezogene Reinigungen entsprochen.

Petitum/Beschluss

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

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10.11.2026
Ö 6.2
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