22-0065.08

Nachnutzung des Körber-Areals hier: 7. Sachstandsbericht zum Beschluss der Bezirksversammlung - Wettbewerbsverfahren Rahmenplan Kurt-A.-Körber-Chaussee: Vorstellung Auslobung

Beschlussvorlage

Letzte Beratung: 07.10.2026 Stadtentwicklungsausschuss Ö 2

Sachverhalt

In der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 01.07.2026 wurde über die durchgeführte Eigentümer- und Nutzerbeteiligung und Ideenwerkstatt berichtet und der Ausgestaltung des vorgesehenen Wettbewerbsverfahrens für den Rahmenplanprozess einstimmig zugestimmt (22-0065.07).

Mit dieser Vorlage stellt das Bezirksamt dem Stadtentwicklungsausschuss die mit den beteiligten Behörden und Stellen abgestimmte Auslobung (Aufgabenstellung und Verfahrensbeschreibung) des vorgesehenen Wettbewerbsverfahrens für den Rahmenplanprozess vor und bittet um Zustimmung zur Durchführung.

Aufgabenstellung

Den Planungsteams wird in der Aufgabenstellung zunächst die Herausforderung dargestellt, den gewachsenen und vielfältig genutzten Stadtraum rund um die Kurt-A.-Körber-Chaussee zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Das Gebiet ist durch eine Mischung aus Industrie, Gewerbe, Wohnen, Freiraum und Verkehr geprägt, die miteinander abgestimmt und weiterentwickelt werden soll. Ziel ist es, den bestehenden gewerblich-industriellen Kern zu sichern, Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen sowie neue Wohn- und Nutzungsformen zu integrieren, die eine ausgewogene und qualitätsvolle Nutzungsmischung ermöglichen, ohne die produktiven Funktionen zu beeinträchtigen.

Besondere Bedeutung kommt in der Auslobung dabei den Anforderungen an Immissionsschutz, Klimaanpassung und nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung zu, die in der Planung umfassend berücksichtigt werden sollen. Zudem soll ein vernetztes blau-grünes Freiraumsystem entlang der Gewässer Bille und Kampbille geschaffen werden, das ökologische und soziale Funktionen miteinander verbindet.

Die Vernetzung des Gebiets mit der Bergedorfer Innenstadt, dem Bahnhof und den angrenzenden Quartieren soll durch verbesserte Erschließungen und Wegebeziehungen gestärkt werden. Die Kurt-A.-Körber-Chaussee selbst soll als klimaangepasster, adressbildender Stadtraum mit verbesserten Querungen und Aufenthaltsqualitäten weiterentwickelt werden, um die Identität des Gebietes insgesamt zu stärken.

Die Rahmenplanung soll eine integrierte und umsetzungsorientierte Strategie verfolgen, die eine schrittweise und flexible Transformation ermöglicht. Dabei sollen unterschiedliche Entwicklungshorizonte, Eigentumsverhältnisse und betriebliche Anforderungen berücksichtigt werden. Die räumliche Gliederung in acht Teilbereiche soll eine gezielte Bearbeitung spezifischer Entwicklungsaufgaben erlauben – von großflächigen Transformationsarealen über die Sicherung industrieller Kernbereiche bis hin zu sensiblen Wohn- und Freiraumlagen.

Darüber hinaus sollen denkmalgeschützte Strukturen sowie weitere erhaltenswerte Strukturen in die Planung einbezogen werden, um die historische Identität des Gebiets zu bewahren und zu stärken. Innovative Energie- und Mobilitätskonzepte sollen integrale Bestandteile des Konzepts sein und zur nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Insgesamt zielt die Aufgabenstellung darauf ab, das Gebiet als produktiven, urban gemischten und klimaresilienten Stadtbaustein zu etablieren.

Verfahrensbeschreibung

Wie bereits im Stadtentwicklungsausschuss am 01.07.2026 erläutert, wird der Rahmenplanwettbewerb als wettbewerblicher Dialog gemäß § 18 VgV durchgeführt. Das Verfahren umfasst zwei Dialogphasen: eine Auswahlphase mit fünf Planungsteams und eine Vertiefungsphase mit maximal drei Teams. Die erste Dialogphase fokussiert sich auf eine städtebaulich-freiraumplanerische Grundkonzeption, die zweite auf eine vertiefte Ausarbeitung mit zwei detaillierten Vertiefungsbereichen.

Ziel des Rahmenplanwettbewerbs ist die Entwicklung eines räumlichen und funktionalen Leitbilds für das gesamte Plangebiet, einschließlich der rund 12 ha großen Flächen von Körber Technologies. Im Rahmen des Verfahrens sollen grundsätzliche Aussagen und Leitlinien zu Nutzung, Bebauung, Freiraum, Erschließung sowie Nachhaltigkeit und Resilienz erarbeitet werden.

Parallel zum Rahmenplanwettbewerb bereitet Körber Technologies für seine Flächen ein eigenständiges Masterplanverfahren vor, in das die im Rahmenplanwettbewerb erarbeiteten Leitplanken und Entwicklungsziele einfließen. Dessen Aufgabe wird es sein, die Entwicklung der Körber-Flächen vertiefend zu bearbeiten sowie die im Rahmenplanprozess entwickelten Konzepte und Zielsetzungen weiter auszuarbeiten und zu konkretisieren.

Die Ergebnisse des Rahmenplanwettbewerbs und des Masterplanverfahrens werden anschließend im Rahmen einer Kooperationsphase zusammengeführt, aufeinander abgestimmt und zu einem konsistenten Gesamtkonzept für das Quartier harmonisiert.

Die Bewertung der Entwürfe erfolgt durch ein fachlich breit besetztes Gremium, das städtebauliche, freiraumplanerische, nutzungsbezogene, verkehrliche sowie nachhaltigkeitsbezogene Kriterien gewichtet. Öffentliche Beteiligungsformate, darunter eine Zwischenpräsentationen, binden lokale Akteure und die Öffentlichkeit ein.

Das Verfahren ist transparent gestaltet und berücksichtigt vielfältige Belange, um ein tragfähiges räumliches und funktionales Gerüst für die zukünftige Entwicklung rund um die Kurt-A.-Körber-Chaussee zu schaffen.

Es wird darum gebeten, die Juryvertreter:innen der Politik in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses direkt zu benennen.

Petitum/Beschluss

Der Stadtentwicklungsausschuss stimmt der vorgestellten Auslobung für den Rahmenplanwettbewerb Kurt-A.-Körber-Chaussee zu und beauftragt die Bezirksamtsleiterin, über das Ergebnis des Wettbewerbsverfahrens zu gegebener Zeit im Stadtentwicklungsausschuss zu berichten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
Anhänge

Anlage 1 – Auslobung: Aufgabenstellung

Anlage 2 – Auslobung: Verfahrensbeschreibung

Lokalisation Beta
Kurt-A.-Körber-Chaussee
Stadtteile

Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.

Themen Beta

Die Themen werden automatisch anhand von Stichworten, Ausschüssen und Orten zugeordnet und können daher unvollständig oder falsch sein.