22-0065.06

Nachnutzung des Körber Areals hier: 5. Sachstandsbericht zum Beschluss der Bezirksversammlung (Drucksache 22-0065) - Vorstellung Prozessschema und Zeitplan erste Phase Rahmenplan Kurt-A.-Körber-Chaussee

Beschlussvorlage

Letzte Beratung: 08.04.2026 Stadtentwicklungsausschuss Ö 2

Sachverhalt

In der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 04.02.2026 wurde informiert, dass das Büro Scheuvens+ Wachten plus planungsgesellschaft mbH in Zusammenarbeit mit Heuschneider Landschaftsarchitekten und Runge IVP mit der Verfahrensbetreuung Rahmenplanprozess Kurt-A.-Körber-Chaussee von dem Bezirksamt Bergedorf und der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen beauftragt (vgl. Drucksache 22-0065.5) wurde.

Über den aktuellen Stand des Rahmenplanprozesses und das Prozessschema informiert das Bezirksamt den Stadtentwicklungsausschuss mit dieser Vorlage. Zudem stellt das beauftragte Büro Scheuvens+Wachten plus planungsgesellschaft mbH das Prozessschema inkl. Zeitplanung für die erste Phase bis September 2026 in der Sitzung am 08.04.2026 anhand einer gesonderten Präsentation vor.

Prozessschema und Zeitplan Rahmenplan 1. Bearbeitungsphase

Der Rahmenplan wird perspektivisch den „Rahmen“r die zukünftige Entwicklung des Stadtteils vorgeben und definiert die Verteilung von baulichen Strukturen und Freiraumen sowie von Nutzen. Im Betrachtungsraum Kurt-A.-Körber-Chaussee wird dieser für das erweiterte Plangebiet erstellt und bettet diesen in den räumlichen Zusammenhang ein. Auch der Bezug zur Umgebung des Plangebietes wird aufgegriffen und dargestellt. Mit dem Konzept des Rahmenplans kann sichergestellt werden, dass die Entwicklung angrenzender Bereiche ausreichend Berücksichtigung findet. Große Bereiche im Gebiet sollen erhalten und aus dem Bestand heraus entwickelt werden. Ein wesentlicher Fokus liegt auf der langfristigen Sicherung funktionierender bestehender Industrie- und Gewerbestrukturen. Eine vollsndige Neuordnung des gesamten Planungsraums ist nicht vorgesehen. Bestandserhalt, Weitentwicklung und Neubaupotenzial werden in den unterschiedlichen Teilräumen in geeignetem Maße miteinander zu kombinieren. Übergeordnetes Ziel ist die Schaffung eines zukunftsfähigen Gesamtkonzepts, das ansässige gewerbliche Nutzungen langfristig sichert und fördert und an geeigneter Stelle Wohnungsbau integriert. Weitere ergänzende Nutzungen sind denkbar, sofern diese positiv auf den Stadtraum wirken und von ihnen keinenegativen Auswirkungen auf andere zentrale Bereiche zu erwarten sind (z.B Schwächung/ Schädigung des Bergedorfer Zentrums).

Das Prozessschema für die erste Bearbeitungsphase bildet die konkreten Leistungsbausteine bis September des Rahmenplanprozesses 2026 ab. Es ist untergliedert in eine inhaltliche Bearbeitung, die sich aus der Auswertung verschiedener vorhandener Daten sowie Analysen zusammensetzt sowie in eine Steuerung & Beteiligung, in der unterschiedliche Beteiligungs- und Abstimmungsformate mit denverschiedenen Betroffenen eingetaktet sind. Beide Stränge verlaufen über den gesamten Rahmenplanprozess hinweg parallel, um fortlaufend eine umfassende Verschneidung sicherstellen zu können. Nachfolgend werden die konkreten Inhalte näher erläutert:

Im Februar 2026 fand zu Beginn, im direkten Anschluss an die Zuschlagserteilung, ein Auftakttermin zwischen Verwaltung und Auftragnehmer statt (Kick-Off). Im Anschluss folgte, als Information sowie inhaltlicher Einstieg in das Verfahren für die öffentlichen Stellen, eine Beteiligung der durch die Planung betroffenen Träger öffentlicher Belange. Die Ergebnisse daraus werden in die Bestandsanalyse einfließen.

Neben der Auseinandersetzung mit formellen und informellenPlanwerken sollen in der inhaltlichen Bearbeitung die Qualitäten und Missstände des Planungsraums herausgearbeitet werden. Dazu zählt auch eine Strukturanalyse und die AuseinandersetzungmitfachplanungsrechtlichenFragestellungen(u.a. Immissionsschutzrecht, Verkehr). Die Bestandsaufnahme soll neben einer gebietsbezogenen Bestandserfassung auch eine grundstücksbezogene Bestandsaufnahme beinhalten, die Nutzungsstrukturen aufzeigt.Es sollein Gesamtbild Nutzungen und Nutzungsstrukturen erarbeitet werden inkl. der Themen Erhalt, Fortbestand, Schutz bzw. Entwicklungsbedarf / -potenzial der Nutzungen und Strukturen.Ziel ist es, mit diesem Schritt Eckdaten, Rahmenbedingungen und Anforderungen an den Wettbewerb zu formulieren, um die Zielsetzungen des Wettbewerbs von Beginn an klar zu kommunizieren und unrealistische Beiträge im Wettbewerbsverfahren zu vermeiden. (vgl. Drucksache 22-0065.01)

Das Prozessschema sieht in hrend dieses Zeitraums, begleitend zur inhaltlichen Bearbeitung, verschiedene Steuerungs- & Beteiligungsformate vor. Ziel ist ein transparenter und offener Rahmenplanprozess, der bereits von Verfahrensbeginn an eine Einbindung Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, Betriebe, Kammern und Verbände sowie der interessierten Öffentlichkeit gewährleitet. Dabei ist die Steuerung & Beteiligung immer an die Erkenntnisse aus der inhaltlichen Bearbeitung gekoppelt.

Nach erfolgtem Einstieg und einer ersten Grundlagenerarbeitung ist zunächst eine Beteiligung der Eigentümerinnen und Eigentümer sowie der ansässigen Gewerbetreibenden vorgesehen. Auf der Beteiligung lokaler Akteurinnen und Akteure liegt ein besonderer Fokus. Die Beteiligung dient dazu, Transparenz zu schaffen, Beteiligung zu fördern und sicherzustellen, dass verschiedene Perspektiven berücksichtigt werden. Ergänzend sollen die Sicherungsbedürfnisse und Entwicklungsbedarfe der Gewerbetreibenden mit Hilfe eines Fragebogens (analog/digital) abgefragt werden. Die Ergebnisse fließen in die Bestandsanalyse mit ein und bilden u.a. auch eine Grundlage für die Erarbeitung der Aufgabenstellung.

Im weiteren Verlauf sind im II. Quartal 2026 eine Ideenwerkstatt und eine Verwaltungswerkstatt vorgesehen. Im Rahmen der Ideenwerkstatt sollen renommierte Expertinnen und Experten aus Planung und Wissenschaft bzw. Vertreter geeigneter Referenzprojekte für eine behutsame Transformation und Umstrukturierungsprojekte grundlegende zukunftsweisende Vorschläge, Ideen, Thesen und Konzepte, die den nachfolgenden Planungsschritten zugrunde gelegt werden, entwickeln und aufzeigen. Ziel des Formats ist es, Bergedorfer Akteurinnen und Akteure mit Expertinnen und Experten zusammen zu bringen, um voneinander lernen zu können und erste, richtungsweisende Ideen sowie ggfls. eine Schärfung der Planungsaufgaben für die Kurt-A.-Körber-Chaussee zu entwickeln, auch in dem Transfer ausanderen Planungen und Projekten genutzt werden.

Die Verwaltungswerkstatt dient dazu, mögliche Impulse aus der Ideenwerkstatt sowie die gewonnenen Erkenntnisse aus der Bestandsanalyse der Fachverwaltung vorzustellen und abzustimmen. Es geht gezielt darum, mit der Werkstatt die Leitplanken der Aufgabenstellung vorzubereiten und die Inhalte zu sammeln und miteinander in Beziehung zu setzen, sodass eine nachvollziehbare und für die Planungsteams verständliche Wettbewerbsauslobung entsteht. Als Zielgruppen werden Vertreter*innen der Verwaltung aus dem Bezirksamt wie auch ausgewählter Fachbehörden angesprochen, um alle relevanten Fachbereiche abzudecken und durch den Austausch unter den Fachabteilungen Gemeinsamkeiten in der Planung herauszuarbeiten, Widersprücheaufzulösen und weitere Klärungspunkte festzuhalten.

Durch die Zusammensetzung dieser verschiedenen Leistungsbausteine entsteht so bis zum Sommers 2026 eine umfassende Grundlage für die sich anschließenden Wettbewerbsverfahren, die durch verschiedene Analysen und Austauschformate umfänglich Rahmenbedingungen und Erkenntnisse enthält.

Die Ergebnisse der Formate der ersten Monate bilden auch die Basis für die Auftaktveranstaltung für die interessierte Öffentlichkeit, die für nach den Hamburger Sommerferien vorgesehen ist. Durch die vorgelagerte Analyse und Abstimmung mit verschiedenen Betroffenen wird eine Auftaktveranstaltung ermöglicht, in der Besucherinnen und Besucher sich nicht nur über den Planungsprozess informieren, sondern auch direkt an verschiedenen Ständen aktiv mitwirken können. Beispielsweise vordefinierte Leitfragen oder zentrale Thementische laden zur Interaktion ein und ermöglichen Diskussionen auf Basis vorliegender Erkenntnisse. Die gesammelten Beiträge aus der Auftaktveranstaltung fließen in den Prozess ein, bevor die Aufgabenstellung für das Wettbewerbsverfahren im Oktober im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt wird.

Mit Beginn der Beteiligungsformate wird auch eine Online-Beteiligung eingerichtet, Art und Umfang befinden sich derzeit noch in Erarbeitung.

Durch die unterschiedlichen Bausteine wird sichergestellt, dass zum einen die wichtigen Rahmenbedingungen im Planungsraum ausreichend analysiert und abgestimmt werden und gleichzeitig von Anfang an eine konsistente Transparenz und Beteiligung sichergestellt wird, die verschiedenen Betroffenen Gelegenheit zur Mitwirkung einräumt. So wird die Basis für ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept geschaffen, dass unterschiedlichste Belange berücksichtigt, gleichzeitig Anforderungen und Gegebenheiten im Planungsgebiet erfasst, auch um unrealistische Beiträge im Wettbewerbsverfahren zu vermeiden.

Begleitend zur Bestandsanalyse wird die Ausgestaltung des mehrphasigen Qualifizierungsverfahrens (Wettbewerbe) vorangetrieben. Nach Abschluss der weiteren Verfahrensplanung wird das Bezirksamt den Stadtentwicklungsausschuss über das weitere Prozessschema und Zeitplan inkl. Beteiligungskonzept informieren.

Petitum/Beschluss

Der Stadtentwicklungsausschuss stimmt dem vorgestellten Prozessschema und Zeitplan für die erste Phase des Planungsverfahrens Kurt-A.-Körber-Chaussee zu.