22-0065.07

Nachnutzung des Körber Areals hier: 6. Sachstandsbericht zum Beschluss der Bezirksversammlung - Vorstellung Wettbewerbsverfahren Rahmenplan Kurt-A.-Körber-Chaussee, Bericht zu Eigentümer- und Nutzerbeteiligung und Ideenwerkstatt

Beschlussvorlage

Letzte Beratung: 01.07.2026 Stadtentwicklungsausschuss Ö 4

Sachverhalt

In der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 08.04.2026 wurde das Prozessschema für den Rahmenplanprozess Kurt-A.-Körber-Chaussee vorgestellt und die Zeitplanung bis Oktober 2026 erläutert.

Mit dieser Vorlage informiert das Bezirksamt den Stadtentwicklungsausschuss über die Ausgestaltung des vorgesehenen Wettbewerbsverfahrens für den Rahmenplanprozess sowie die durchgeführte Eigentümer- und Nutzerbeteiligung und Ideenwerkstatt.

Wettbewerbsverfahren

r die Entwicklung des Bereichs an der Kurt-A.-Körber-Chaussee (s. Anlage 1) ist die Durchführung eines mehrstufigen Wettbewerblichen Dialogs nach den Vorgaben der Vergabeverordnung (VgV) vorgesehen. Ein dialogorientiertes Verfahren ist erforderlich, da im Planungsraum vielfältige Nutzungsinteressen, funktionale Abhängigkeiten und städtebauliche Entwicklungsbedarfe bestehen. Eine frühzeitige Einbindung relevanter Akteursgruppen ermöglicht es, räumliche Anforderungen, Nutzungskonflikte und Entwicklungspotenziale zu erfassen und in die Aufgabenstellung zu integrieren.

Der Wettbewerbliche Dialog (s. Anlage 2) gliedert sich in: 1. den vorangestellten EU-weiten Teilnahmewettbewerb, 2. eine erste Phase zur Konzeptfindung sowie 3. eine zweite Phase zur Vertiefung und Schwerpunktsetzung.

Ziel des Wettbewerbsverfahrens ist es, qualifizierte und leistungsfähige interdisziplinäre Planungsteams für die Bearbeitung des Rahmenplans zu gewinnen, um eine städtebaulich und freiraumplanerisch hochwertige Grundlage r die Entwicklung des rund 45 ha großen Planungsraums zu schaffen. Der zu erarbeitende Rahmenplan definiert die Leitlinien für die zukünftige Entwicklung des Quartiers, insbesondere die räumliche Organisation von Bebauungsstrukturen, Freiräumen, Mobilitätsräumen und Nutzungsverteilungen.

EU-weiter Teilnahmewettbewerb

Zu Beginn des Verfahrens wird ein offener, EU-weiter Teilnahmewettbewerb ausgelobt. Auf Grundlage definierter Eignungs- und Auswahlkriterien (z. B. fachliche Qualifikation, Referenzen, Leistungsfähigkeit) werden Planungsteams ermittelt. Ziel ist eine breite Beteiligung, die Vielfalt innovativer städtebaulicher und freiraumplanerischer Ansätze sicherstellt.Die bestgeeigneten Teams werden zur Teilnahme an den weiteren Verfahrensstufen eingeladen.

Phase 1: Konzeptfindung

In der ersten Wettbewerbsphase entwickeln die ausgewählten Teams auf Basis der Aufgabenstellung erste konzeptionelle Leitideen, städtebauliche Skizzen, Funktions- und Themenkarten (im Maßstab 1:2.000). Diese dienen der Herausarbeitung zentraler Potenziale, Konfliktlagen und Entwicklungsoptionen des Plangebiets. Ein wesentliches Element dieser Phase ist das ckfragenkolloquium, das durch Quartiersspaziergänge (Ortsbegehungen) ergänzt wird. Diese Formate ermöglichen eine intensive Auseinandersetzung mit den örtlichen Gegebenheiten, die Klärung fachlicher Rückfragen und die Entwicklung eines vertieften Verständnisses für die Herausforderungen des Areals. Die Zwischenergebnisse am Ende der ersten Phase werden im Rahmen einer Zwischenpsentation vorgestellt.

Phase 2: Vertiefung und Schwerpunktsetzung

In der zweiten Phase werden die konzeptionellen Ansätze aus Phase 1 weiter ausgearbeitet, fachlich vertieft und auf einer detaillierteren Maßstabsebene (1:1.000 bzw. 1:500) dargestellt. Die Teams entwickeln präzisierte städtebauliche und freiraumplanerische Entwürfe, einschließlich Aussagen zu Nutzungsverteilung, Mobilitätskonzepten, Freiraumstrukturen und städtebaulicher Körnung.Auch diese Ergebnisse werden in einer Abschlusspräsentation vorgestellt.

Abschluss des Rahmenplanwettbewerbs

Mit Abschluss der zweiten Wettbewerbsphase des Rahmenplans wird ein finaler Siegerentwurf prämiert. Dieser bildet zusammen mit den Überarbeitungsempfehlungen und einer Beschlussfassung durch den Stadtentwicklungsausschuss die verbindliche Grundlage für die weitere städtebauliche Entwicklung des Areals. Der Rahmenplan dient als strategisches Steuerungsinstrumentr nachfolgende Planungsschritte, insbesondere fürdie Erarbeitung von Funktionsplänen,die Vorbereitung bauleitplanerischer Verfahren und die Abstimmung mit parallellaufenden Entwicklungsprozessen.

In der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 01.07.2026 wird anhand einer Präsentation detailliert über das Wettbewerbsverfahren zum Rahmenplan berichtet.

Weitere Schritte und Integration angrenzender Verfahren

Es ist vorgesehen, die Auslobung des Rahmenplanwettbewerbs in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 07.10.2026 zur Beschlussfassung vorzulegen.

Parallel zum Rahmenplanverfahren wird der Masterplanwettbewerb für die im Eigentum von Körber befindlichen Flächen vorbereitet. Dieser Wettbewerb baut u.a. auf den Ergebnissen des Rahmenplans auf und hat diesen als verbindliche Vorgabe. Über den genauen Ablauf des Verfahrens des Masterplanwettbewerbs wird der Stadtentwicklungsausschuss zu gegebener Zeit informiert.

Nach Abschluss des Masterplanwettbewerbs beginnt die Kooperationsphase, in der die Preisträger beider Verfahren zusammenarbeiten. Ziel ist die Abstimmung der Schnittstellen, die Harmonisierung der Planwerke und die Integration der Erkenntnisse aus dem Masterplan in die Rahmenplanung.

Im weiteren Verlauf werden die Planwerke weiter ausgearbeitet, insbesondere der Rahmenplan und ggf. Funktionspläne. Zudem können aktuelle Flächenentwicklungen in die Planwerke integriert werden.

Bericht Eigentümer- und Nutzerbeteiligung

Im Rahmen der Vorbereitung des Rahmenplanwettbewerbs fandeine Veranstaltung zur frühzeitigen Beteiligung der Eigentümer*innen, Betriebe, Nutzer*innen und Anwohner*innen im Plangebiet statt (s. Anlage 3).

Das Plangebiet wird als vielschichtiger und sensibler Stadtraum wahrgenommen. Die Teilnehmenden betonten die Bedeutung bestehender Betriebe, gewerblicher Nutzungen und Handelsstandorte und sahen zugleich Chancen für neue Arbeitswelten, eine behutsame bauliche Verdichtung und stärkere Nutzungsmischung. Die Eigentümer*innen und Nutzer*innen haben ein großes Interesse an der weiteren Entwicklung des Plangebietes und die eingebrachten Hinweise liefern wichtige Grundlagenr die weitere Bearbeitung.

Bericht Ideenwerkstatt

Im Rahmen der Vorbereitung des Rahmenplanwettbewerbs wurde eine Ideenwerkstatt mit Vertreter*innen aus Verwaltung, Politik und Verbänden durchgeführt (s. Anlage 4).

Die Ideenwerkstatt hat gezeigt, dass das Plangebiet als bedeutender Gewerbe- und Produktionsstandort mit großem Entwicklungspotenzial wahrgenommen wird. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die künftige Rahmenplanung über klassische Gewerbeflächenentwicklung hinausgehen sollte, gefragt ist ein integrierter Ansatz.

Petitum/Beschluss

Beschluss:

Der Stadtentwicklungsausschuss nimmt die Berichte zur Eigentümer- und Nutzerbeteiligung und Ideenwerkstatt zur Kenntnis.

Der Stadtentwicklungsausschuss stimmt dem vorgestellten Wettbewerbsverfahren für den Rahmenplan Kurt-A.-Körber-Chaussee zu und beauftragt die Bezirksamtsleiterin, die Auslobung des Wettbewerbsverfahrens in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses zu gegebener Zeit zur Beschlussfassung vorzulegen.