20-4036.01

Stellungnahme zum Antrag CDU betr. Wildblumenwiesen in Harburg anlegen

Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes

Letzte Beratung: 21.01.2020 Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz Ö 4

Sachverhalt

Die Entwicklung von artenreichen Blütenfluren heimischer Arten gehört zu den Zielen des Projekts „Natürlich Hamburg“. Hamburgweit sollen Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Bienen und anderen Insekten beitragen. Das Vorhaben basiert auf der Förderung durch das vom Bundesumweltministerium aufgelegte Programm „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“. Zudem gilt es, insbesondere gezielt für Wildbienen als wichtige Bestäuber und Biodiversitäts-Indikatoren deren Lebensräume zu erhalten und zu verbessern.

Mit Hilfe des Ausbringens von speziell auf die jeweiligen Standorte abgestimmten Saatgutmischungen sollen sich blütenreiche Wiesen als Basis für die Lebensgrundlage für Bienen u.a. Insekten entwickeln.

Die Bezirksversammlung beschließt:

Die Verwaltung wird aufgefordert zu prüfen, inwieweit sie die Wiesen auf dem Langenbeker Feld, dem Fischbeker Heidbrook und den Fischbeker Reethen oder andere Flächen zur Anlage blütenreicher Wildblumenwiesen für geeignet hält.

Sie möge zudem im Ausschuss für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz erläutern, ob auch das Straßenbegleitgrün zur Verbesserung der Nahrungsgrundlage für Bienen und andere Insekten herangezogen werden könnte und welche Mittel für die Neuanlage und Unterhaltung notwendig wären bzw. bei der Fachbehörde eingeworben werden könnten.

Hamburg, am 07.09.2018

Ralf-Dieter Fischer Martin Hoschützky

Fraktionsvorsitzender Lars Frommann

Berthold von Harten

FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg

5. Dezember 2019

Das Bezirksamt Harburg nimmt zu dem Antrag der CDU-Fraktion (Drs. 20-4036) wie folgt Stellung:

Bei der Unterhaltung der Grünanlagen spielen ökologische Aspekte seit jeher eine große Rolle. Die Grünanlagen haben heute einen so hohen ökologischen Wert wie nie zuvor. Angelegte Beete sind auch aus Gründen der knappen Haushaltsmittel weitgehend verschwunden. Stattdessen finden sich in den öffentlichen Grünanlagen vielerorts Wildkräuterfluren. Hierbei handelt es sich um die potentiell natürlich vorhandene Vegetation, entsprechend des jeweiligen Standortes, welche sich dort von alleine entwickelt hat.

Der ökologische Wert dieser, beispielsweise durch Brennnesseln bestandenen, Flächen ist groß. Gleichwohl vermitteln sie meistens nicht das gewünschte Bild „blütenreicher Wildblumenwiesen“. In unseren Breitengraden entstehen „Blütenreiche Wildblumenwiesen“ vornehmlich durch eine „gelenkte Natur“. Das bedeutet, dass Pflegegänge je nach Örtlichkeit exakt ausgeführt und geplant werden müssen, um der natürlichen Pflanzensamenreife gerecht zu werden. Das Mähgut darf in der Regel nicht liegenbleiben, sondern muss aufwendig und kostenintensiv aufgenommen und abgefahren werden. Zum Teil müssen, gerade im Straßenbegleitgrün, spezielle Bodenvorbereitungen vorgenommen werden. Pflanzen müssen ein- und ggf. auch nachgesät werden.

Bislang reichten die Mittel bei Weitem nicht aus, um mehr als eine Regelpflege zu gewährleisten. Durch die Bereitstellung des „Naturcents“ stehen erstmalig Haushaltsmittel zur Umsetzung Naturwertsteigender Maßnahmen bereit.

Dabei hat die BUE auch Personalengpässe anerkannt und die Zuweisung der Sachmittel um Personalmittel ergänzt. Dadurch wurde es allen Bezirksämtern möglich, eine für drei Jahre befristete Teilzeitkraft einzustellen, um die geforderten Maßnahmen umzusetzen.

Zurzeit entwickelt die Abteilung Stadtgrün eine aufwendige Analyse aller Parkanlagen. Hierbei entstehen Karten, die die Grundlage bilden für eine ökologische Aufwertung der Grünanlagen. Hierzu gehören auch die potentiellen Standorte für Wildblumenwiesen.

Bezüglich der Entwicklung von Wildblumen im Straßenbegleitgrün gilt im Wesentlichen das Gleiche wie bei den Grünanlagen. Erschwerend kommt hier die Straßennähe hinzu, die ein Aufwachsen höherer Pflanzen oft nicht zulässt.

Bislang fehlt es für das Straßenbegleitgrün an finanziellen und personellen Ressourcen, um das Thema „Wildblumen im Straßenbegleitgrün“ umzusetzen. Das notwendige Expertenwissen, um im Ausschuss detailliert über die entsprechenden Möglichkeiten zu berichten, ist im Bezirksamt auch nicht vorhanden.

Deutlich einfacher ist es, im Zuge von Straßenneuplanungen Wildblumenmischungen im Straßenbegleitgrün vorzusehen. Hierbei werden schon bei der Baumaßnahme spezielle Substrate eingebracht. Anschließend werden Blumensamenmischungen ausgesät. Es gibt keine alte Vegetation, die entfernt werden muss und keine stark durch Bäume durchwurzelte Bereiche. Die Bedingungen sind um ein Vielfaches besser.

Insbesondere die Neubaugebiete im Bezirk Harburg bieten sich an, um dort erste Wildblumenaussaaten im Straßenraum zu erproben. Die Abteilung Stadtgrün wird dieses aus eigenem Antrieb heraus verfolgen.

Die Belange von Kindern und Jugendlichen werden nicht berührt.

Fredenhagen

Bera­tungs­reihen­folge
Lokalisation Beta
Fischbeker Reethen Langenbeker Feld Fischbeker Heidbrook

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Themen Beta

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