Antwort Kleine Anfrage der FDP Fraktion betr.: Wird das Prinzip "Cradle-to-Cradle" ("C-2-C") als Methode des Materialkreislaufs bei Baumaßnahmen des Bezirks zu Zwecken der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes genutzt?
Letzte Beratung: 14.09.2021 Hauptausschuss Ö 4.29
Nachhaltiges Bauen hat einen erheblichen Einfluss auf den Klimaschutz. Zement ist für 8% und Stahl für 6-8% der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Der Energieeinsatz bei Erstellung von Gebäuden ist über den Lebenszyklus ähnlich hoch wie der Anteil der Energie zum Betrieb des Gebäudes. Zudem werden Sand und Kies zu knappen Ressourcen. Schließlich fallen beim Abriss Unmengen von Bauschutt an, welcher die Hälfte unseres gesamten Müllaufkommens darstellt.
Der Hamburger Klimaplan, das Hamburgische Klimaschutzgesetz, das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und der Klimaschutzplan des Bezirks werden neue Anforderungen an das Bauen stellen.
Das C-2-C Prinzip im Bauwesen ist eine Möglichkeit um Abfälle zu vermeiden und ein kreislauffähiges Gebäude zu errichten. Hierbei sind die verbauten und verwendeten Materialien nach Aufgabe des Gebäudes voneinander trennbar und können anschließend recycelt werden. Die recycelten Rohstoffe stehen so wieder für neue Bau- und Sanierungsvorhaben zur Verfügung. Gebäude werden so quasi zu einem Rohstofflager für künftige Generationen.
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:
• Werden die Klimaschutzgesetze in der derzeitigen Übergangsphase bereits bei Baumaßnahmen des Bezirks berücksichtigt?
o Wenn ja, in welchen Bereichen?
o Wenn nein, warum nicht?
• Werden die Klimamanager bei Baumaßnahmen des Bezirks involviert?
o Wenn ja, wie?
o Wenn nein, warum nicht?
• Haben die Klimaschutzmanager des Bezirks Kenntnisse zum Thema C-2-C?
o Wenn ja, welche (gab es z.B. Schulungen?)?
o Wenn nein, warum nicht?
• Berücksichtigen die Klimaschutzmanager des Bezirks das C-2-C-Verfahren?
o Wenn ja, wie?
o Wenn nein, warum nicht?
• Wird das C-2-C-Verfahren bei geplanten Baumaßnahmen des Bezirks bereits berücksichtigt?
o Wenn ja, wie?
o Wenn nein, warum nicht?
• Welche Maßnahmen werden berücksichtigt?
o Holzbauweise?
▪ Wenn ja, wie?
▪ Wenn nein, warum nicht?
o Wiederverwendung von Bauelementen und -materialien?
▪ Wenn ja, wie?
▪ Wenn nein, warum nicht?
o Vorbereitung für eine zukünftige Wiedernutzung nach dem C-2-C?
▪ Wenn ja, wie?
▪ Wenn nein, warum nicht?
• Werden privaten Bauträgern C-2-C Auflagen gemacht?
o Wenn ja, welche?
o Wenn nein, warum nicht?
FREIE UND HANSESTADT HAMBURG
Bezirksamt Harburg 09.08.2021
Das Bezirksamt Harburg beantwortet die Anfrage der FDP-Fraktion (Drs. 21-1534) wie folgt:
• Werden die Klimaschutzgesetze in der derzeitigen Übergangsphase bereits bei Baumaßnahmen des Bezirks berücksichtigt?
o Wenn ja, in welchen Bereichen?
Ja, die Klimaschutzgesetze werden bei allen Baumaßnahmen berücksichtigt. Das Hamburgische Klimaschutzgesetz (HmbKliSchG) und die entsprechende Umsetzungsverordnung haben Rechtsgültigkeit auch für alle Baumaßnahmen des Bezirksamtes.
• Werden die Klimamanager bei Baumaßnahmen des Bezirks involviert?
o Wenn ja, wie?
Ja, bei allen anstehenden Baumaßnahmen (Neu-, Um- und Erweiterungsbauten) ist der Klimabeauftragte involviert.
• Haben die Klimaschutzmanager des Bezirks Kenntnisse zum Thema C-2-C?
o Wenn ja, welche (gab es z.B. Schulungen?)?
Ja. Die für den Klimaschutz zuständige Dienststelle ist über die Fragestellungen zu Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit sehr gut unterrichtet.
• Berücksichtigen die Klimaschutzmanager des Bezirks das C-2-C-Verfahren?
o Wenn ja, wie?
Fragestellungen zu Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit werden bereits in den vorbereitenden Planungen, bei denen die für den Klimaschutz zuständige Dienststelle beteiligt ist, jeweils individuell mit berücksichtigt und befördert.
• Wird das C-2-C-Verfahren bei geplanten Baumaßnahmen des Bezirks bereits berücksichtigt?
o Wenn ja, wie?
Siehe Antwort zu Frage 4.)
• Welche Maßnahmen werden berücksichtigt?
o Holzbauweise?
▪ Wenn ja, wie?
▪ Wenn nein, warum nicht?
Siehe Antwort zu Frage 4.)
o Wiederverwendung von Bauelementen und -materialien?
▪ Wenn ja, wie?
▪ Wenn nein, warum nicht?
Siehe Antwort zu Frage 4.)
o Vorbereitung für eine zukünftige Wiedernutzung nach dem C-2-C?
▪ Wenn ja, wie?
▪ Wenn nein, warum nicht?
Siehe Antwort zu Frage 4.)
• Werden privaten Bauträgern C-2-C Auflagen gemacht?
o Wenn ja, welche?
Nach Kenntnis des Bezirksamts gibt es keine rechtliche Grundlage für entsprechende „Auflagen“ / Forderungen ggü. privaten Bauherren.
Fredenhagen
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