Wie geht es weiter mit dem Beteiligungsverfahren für den Louis-Braille-Platz?
Der Louis-Braille-Platz in Barmbek-Süd zwischen dem EKZ Hamburger Meile und dem U-Bahnhof "Hamburger Straße" soll, im Rahmen des bezirklichen Leitbilds "Magistrale als Stadtraum für Alle" umgestaltet und barrierefrei werden. Um die Öffentlichkeit bei der Neugestaltung miteinzubeziehen, fand am 03.09.2019 die Auftaktveranstaltung des Beteiligungsverfahrens im Musikpavillon der beruflichen Schule Uferstraße statt.
Gemäß Information der mit der Durchführung der Planung beauftragten Unternehmen SCHMECK JUNKER, arbos und TOLLERORT sollte das Beteiligungsverfahren Mitte 2020 abgeschlossen sein, was - sicher coronabedingt - noch nicht stattfinden konnte.
Vor diesem Hintergrund fragen wir den Herrn Bezirksamtsleiter:
1.) Welche zeitliche Planung besteht jetzt für die Weiterführung des Planungs-verfahrens? Aussagekräftige Antwort bitte tabellarisch mit allen relevanten Daten aufführen.
Aus Kapazitätsgründen soll der Landesbetrieb für Brücken, Straßen und Gewässer (LSBG) mit der weiteren Betreuung der Planung beauftragt werden. Die Beauftragung wird derzeit vorbereitet. Eine Übersicht über die weitere Terminplanung für die Weiterführung des Planungsverfahrens ist erst nach Vertragsabschluss möglich.
2.) Gab es seit 09/2019 bereits Maßnahmen am Louis-Braille-Platz, die unabhängig vom laufenden Beteiligungsverfahren schon durchgeführt worden sind? Wenn ja, welche? Sind derzeit welche in Planung und/oder Vorbereitung?
Nein.
3.) Welche Planung erachtet das Bezirksamt als geeignet für die Zukunft der Einfahrt in den Holsteinischen Kamp am Louis-Braille-Platz? Gab es hier bereits verkehrspolizeiliche Stellungnahmen? Wenn ja mit welchen Ergebnis?
Im Rahmen der Vorplanung sind einige Varianten für die Führung des Holsteinischen Kamps geprüft und mit Fachdienststellen diskutiert worden. Im Rahmen des weiteren Verfahrens wird die erforderliche formale Abstimmung der Verkehrsplanung mit den Trägern öffentlicher Belange durchgeführt.
4.) Im Sommer 2019 war, im Rahmen des Hamburger Architektursommers, in Höhe des Zugangs zur Brücke zum EKZ mit einem zweigeschossigen "Glaskasten" eine private Modellinstallation eines Mobilitäts- und Logistikhubs mit dem Namen "Lola Little" errichtet. Ist diese Installation als Modell für den weiteren Umbau noch in der Überlegung? Wenn ja, in welchem Umfang? Wenn nein, warum nicht (mehr)? Ist dem Bezirksamt bekannt, ob eine Perspektive zur Finanzierung besteht? Wenn ja, wie sieht diese aus?
Nein. „Lola Little“ ist eine Projektidee von „spine architects“. Elementar für die Umsetzung sind ein Investment (Bauherr) welches die Herstellungskosten trägt und ein Betreibermodell für den Betrieb des „local logistic labs“. Im Rahmen der Prüfung der Umsetzungsfähigkeit konnte für das Projekt weder ein Betreiber-Modell noch eine Finanzierung aufgebaut werden.
5.) Die verkehrliche Funktionalität des Louis-Braille-Platzes ist für die umliegenden Gewerbebetriebe und Einzelhändler existentiell. Gab es, unabhängig vom aktuellen Beteiligungsverfahren, mit den dort ansässigen Betrieben bereits Gespräche über die Erwartungen an eine mögliche Planung und einen Umbau seitens des Bezirksamtes?
Nein.
6.) Gibt es weitere Details deren Kenntnis zu einer vollumfänglichen Betrachtung des aktuellen Stands der Planung erforderlich sind?
Im März 2020 ist der Platzbereich des Flurstücks 1984 (Wagnerstraße) in das Grundvermögen der BVM übertragen worden. Aufgrund der eigentumsrechtlichen Veränderung ist die Planung verzögert worden. Die Umbauplanungen stehen in Abhängigkeit zu gesamtstädtischen Verkehrsplanungen u.a. zum HH-Takt und zur Veloroutenplanung. Die Vorabsprachen (z.B. Fußgängerführung auf Ebene 0, Grundeigentum, Zuständigkeiten, etc.) mit den Fachbehörden sind sehr komplex und erfordern einen hohen Klärungs- und Abstimmungsbedarf, der zu Zeitverzögerungen führte.
Michael Werner-Boelz 22.04.2021
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