22-2587

Öffentliche Toiletten: Erprobung alternativer Formen Alternativ-Antrag zu Drs. 22-2508 der GRÜNE-Fraktion

Antrag

Letzte Beratung: 16.09.2026 Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität Ö 4.8

Sachverhalt

Wer unterwegs ein dringendes Bedürfnis verspürt, ist dankbar, in der Nähe eine öffentliche Toilette zu finden. Das Netz öffentlicher WCs ist in Hamburg leider nicht sehr ausgeprägt. Durch hohe und teure Anforderungen an Hygiene, Barrierefreiheit und Vandalismusresistenz, gepaart mit eine oft nicht angemessenen Umgang der Nutzenden mit den Anlagen ist nicht damit zu rechnen, dass in naher Zukunft viele neue Automatiktoiletten errichtet werden können.

Da menschliche Bedürfnis sich aber nicht dauerhaft ignorieren lassen, ist es sinnvoll, sich mit alternativen, weniger kostenintensiven Optionen zu befassen.

  • Angeregt durch den Stadtteilrat und mit dessen umfangreicher ehrenamtlicher Unterstützung wird seit dem Sommer erprobt, ob das Konzept der „Netten Toilette“ auch in Hamburg funktioniert. Erste Erfahrungen sind positiv. Finanziert wird der einjährige Testlauf hauptsächlich von der Bezirksversammlung und der Umweltbehörde BUKEA, die Stadtreinigung als für viele Toiletten zuständiges Unternehmen ist einbezogen.
  • Die Bezirksversammlungen in Bergedorf, Altona und Harburg haben vorgeschlagen, sogenannte „Oiletten“ für kleine Kinder zu erproben. Hier wird ein Metallsitz mit einer Plastiktüte ausgestattet, die nach Gebrauch im Müll entsorgt wird. Geeignet ist dieser Typ Toilette besonders für Grünanlagen und Spielplätze, wo es oft weder Wasser- noch Kanalanschluss gibt.
  • Sogenannte Trockentoiletten separieren feste und flüssige Bestandteile der Ausscheidungen. Sie funktionieren ohne Wasser- und Stromanschluss. Gerüchen wird mit Streumitteln entgegengewirkt. Vielen sind ähnliche Toiletten schon aus dem Urlaub am einsamen See in Skandinavien oder vom Campen fernab der Zivilisation bekannt. In Berlin wurden mehrere solcher Toiletten erprobt. Auch in Hamburg existierte vor einigen Jahren bereits eine ähnliche Anlage, die aber in ein reguläres WC umgewandelt wurde.
Petitum/Beschluss

Vor diesem Hintergrund möge der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität beschließen:

Die Umweltbehörde BUKEA wird gebeten,

  1. zum Stand der von drei Bezirken gewünschten Erprobung der sogenannten „Oiletten“ zu berichten;
  2. zur möglichen Erprobung von Trockentoiletten ähnlich wie in Berlin zu berichten. Insbesondere die Aspekte von Geruchsentwicklung, Hygiene, Entsorgung der Ausscheidungen, Vandalismussicherheit und Sicherheit vor Kontamination des Umfelds bei einem möglichen Austritt von Fäkalien sollen bewertet werden.

Für die GRÜNE Fraktion
Christoph Reiffert

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