Antwort: Zugang zu öffentlicher, kostenfreier Sanitär- und Trinkwasserversorgung im Bezirk Hamburg-Mitte (Anfrage der Fraktion DIE LINKE)
Fragestellerinnen und Fragesteller: Antonia-Luise Ivankovic, Theresa Jakob, Steffen Leipnitz, Susanne Morgenstern, Maureen Schwalke, Carina Sickau, Nora Stärz, Marinus Stehmeier, Ronald Wilken
Der Zugang zu öffentlichen, kostenfreien und barrierefreien Toiletten sowie zu sicherem Trinkwasser im öffentlichen Raum ist ein grundlegender Bestandteil einer sozialen, gerechten und gesundheitsorientierten Stadtentwicklung. Eine entsprechende Infrastruktur ist im dicht besiedelten urbanen Raum – wie dem Bezirk Hamburg-Mitte – unerlässlich, nicht nur für die allgemeine Bevölkerung, sondern insbesondere für vulnerable Gruppen wie wohnungslose Menschen, Ältere, Kinder, Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen.
Mit zunehmenden Extremwetterereignissen – insbesondere Hitzewellen – gewinnen gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen wie der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen zusätzlich an Bedeutung. Diese Einrichtungen sind ein wesentlicher Teil der kommunalen Daseinsvorsorge.
Da für Aufbau, Betrieb und Wartung öffentlicher Toilettenanlagen sowie Trinkbrunnen verschiedene Institutionen zuständig sind – insbesondere die Stadtreinigung Hamburg (SRH), Hamburg Wasser und die BUKEA – wird das Bezirksamt Hamburg-Mitte gebeten, die untenstehenden Fragen an die jeweils zuständigen Stellen weiterzuleiten bzw. um Stellungnahme zu ersuchen. Zusätzlich wird die Sozialbehörde (BASFI) um Stellungnahme hinsichtlich der sozialen Bedeutung und Bedarfe gebeten.
Das vorausgeschickt fragen wir das Bezirksamt Hamburg-Mitte:
Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) beantwortet unter Beteiligung der Stadtreinigung Hamburg (SRH) und HAMBURG WASSER (HW) die Fragen wie folgt:
1. Öffentliche Toilettenanlagen im Bezirk Hamburg-Mitte
Alle Informationen über Standorte, Öffnungszeiten, Ausstattungen und Entgelte für Toilettenanlagen in der Zuständigkeit der SRH sind in der Toilettenfinder-App und auf der Internetseite der SRH tagesaktuell abrufbar (siehe Startseite | Stadtreinigung Hamburg).
Siehe Antwort zu 1.1.
Aktuell gibt es keine laufenden Planungen für den Neubau öffentlicher Toiletten im Bezirk Hamburg-Mitte.
Die einzelnen Parameter sind in der Drs. 21/5143 abgebildet. Bedarfe für neue Standorte werden von verschiedenen Stellen an die SRH und BUKEA herangetragen. Die Priorisierung erfolgt unter Berücksichtigung der Finanzierbarkeit von Neubau und Betrieb sowie der Genehmigungsfähigkeit des jeweiligen Standortes. Darüber hinaus fließen die örtlichen Rahmenbedingungen in die Planungen mit ein.
2. Reinigung, Wartung und Funktionstüchtigkeit
Siehe Anlage 1
Jede Toilettenanlage in der Zuständigkeit der SRH wird monatlich von der Qualitätssicherung der SRH geprüft und bewertet. Grundlage dieser Prüfungen ist ein zertifiziertes Datenbanksystem zur Qualitätssicherung (DSQ-T).
Die öffentliche Toilette am Gerhart-Hauptmann-Platz ist seit Januar 2024 außer Betrieb. Eine Nutzung ist aktuell aufgrund von Sanierungsarbeiten nicht möglich.
Die Dauer von Ausfällen und Reparaturen hängt von der jeweiligen Schadensart ab. Statistiken hierzu werden von der SRH nicht geführt.
Siehe Antwort zu 1.5.
Die SRH ist für Betrieb, Wartung und Unterhaltung der WC-Anlage zuständig.
3. Trinkwasserversorgung an Toilettenstandorten
Siehe Anlage
Seitens der SRH werden neue Trinkwasserentnahmestellen ausschließlich im Rahmen von Neubau und Komplettsanierungen realisiert. Derzeit sind keine entsprechenden Planungen vorgesehen.
4. Öffentliche Trinkbrunnen im Bezirk Hamburg-Mitte
(Bitte mit Auflistung der Standorte)
Es gibt zwei öffentliche Trinkbrunnen:
Art |
Betreiber |
Standort |
Adresse |
Stationärer Trinkwasserbrunnen |
HW |
Landungsbrücken |
Höhe Brücke 1 (Rickmer Rickmers) |
Inselpark Wilhelmsburg |
Kurt-Emmerich-Platz 4 |
Beide Trinkwasserbrunnen sind in Betrieb und funktionstüchtig.
Es erfolgt eine fast tägliche Sichtprüfung, zudem eine mindestens wöchentliche Funktionsprüfung, Wartung und Reinigung (je nach Aufwand).
Dafür ist Hamburg Wasser zuständig.
Siehe BV-Drs. 23-0668.
Siehe BV-Drs. 23-0668. Bei der Prüfung werden die Faktoren Leitungssituation, Zugänglichkeit und Frequentierung, potenziellen Vandalismus-Gefahr (Überwachung), Anschlusskosten und die Gleichverteilung über die Bezirke berücksichtigt.
Im Rahmen der Erschließung neuer Quartiere werden selbstverständlich systematisch die erforderliche Trink- und Abwasserinfrastruktur berücksichtigt.
5. Haushaltsmittel und Fördermöglichkeiten
Der BUKEA stehen im Haushaltplan 2025/2026 Erstattungsmittel für den Betrieb öffentlicher Toilettenanlagen durch die SRH einschließlich eines Anteils für konsumtive Sanierungsmaßnahmen in Höhe von 3.607 Tsd. Euro p.a. zur Verfügung.
Trinkwasserspender an öffentlichen Toilettenanlagen werden aus den in der Antwort zu 5.1 genannten Ermächtigungen getragen.
Siehe BV-Drs. 23-0668. Der BUKEA sind momentan keine Fördermöglichkeiten bekannt, die in Hamburg genutzt werden können.
Für öffentliche Toilettenanlagen sind die SRH und die BUKEA zuständig.
Bei stationären Trinkwasserbrunnen liegt die Planung bei der BUKEA und den Bezirksämtern und der Bau, Betrieb und die Wartung bei Hamburg Wasser.
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