Keine Wortmeldungen.
Herr Vlamynck beantragt, TOP 5 auf die kommende Sitzung unter Hinzuladung des Fachausschusses für Umwelt und Klimaschutz zu vertagen.
Der Fachausschuss für Sport und Bildung stimmt der so veränderten Tagesordnung einvernehmlich zu.
Herr Okun berichtet zu den Entwicklungen im Hamburger Frauen- und Mädchenfußball. Folgende Aspekte hebt er hervor:
- Die Entwicklung der Mitgliederzahlen im Mädchenfußball weist seit dem Jahr 2000, als etwa 2.300 Mädchen in den Vereinen gemeldet waren, bis Ende 2025 eine kontinuierliche Steigerung auf 12.104 gemeldeten Mädchen auf.
- Zum Hamburger Fußballverband zählten etwa 400 Vereine, die überwiegend im Hamburger Stadtgebiet aktiv seien. Vereine aus dem Umland nutzten ebenfalls die Hamburger Sportstätten.
- Im Mädchenbereich ist von 2024 auf 2025 eine Steigerung um 31 Teams auf 257 Mannschaften, was 13,7 Prozent entspricht, zu verzeichnen. Im Juniorenbereich wurde eine Steigerung um 147 Mannschaften auf 2.125 Mannschaften, was 7,4 Prozent entspricht, verzeichnet. Insgesamt spielten fast 80.000 Kinder und Jugendliche im Hamburger Fußballverband.
- Der „Tag des Mädchenfußballs“ ist eine dezentrale Veranstaltung, die mit den Vereinen zusammen organisiert werde und vom Verband finanziell und ideell unterstützt wird.
- Seit mehreren Jahren werden regelmäßig Mädchenfußball-AGs an 35 Schulen angeboten, die in Zusammenarbeit mit Vereinen vor Ort organisiert werden.
- Infrastrukturelle Herausforderungen seien fehlende Trainerinnen und Trainer sowie begrenzte Platzkapazitäten, die sich durch veraltete Kunstrasenplätze und unzureichende finanzielle Mittel für deren Pflege verschärfen. Verlängerte Ganztagsbetreuungen und Nutzungsbeschränkungen erschwerten die optimale Auslastung der Sportanlagen.
- Es bestehe die Notwendigkeit standardisierter Umkleidemöglichkeiten, um den steigenden Anforderungen, insbesondere im Frauen- und Mädchenfußball, gerecht zu werden.
Frau Brodbeck berichtet, dass Frauen und Mädchen häufig das Gefühl hätten, in ihren Vereinen benachteiligt zu werden, etwa durch ungünstige Trainingszeiten oder minderwertige Plätze. Weiterhin spricht sie das Thema Sexismus an und erkundigt sich, ob der Verband Vereine bei der Sensibilisierung in diesem Bereich unterstütze. Weiterhin fragt sie, wie man die Begeisterung für eine deutsche Olympia-Bewerbung unterstützen könne.
Herr Okun erklärt, dass der Fußballverband gezielt Frauen in Führungspositionen im Vereinsleben durch ein Empowerment-Programm fördere. Er betont, dass der Verband klare Präventionsstrukturen gegen sexualisierte Gewalt etabliert habe, inklusive geschulter Ansprechpersonen, Meldewegen und Jurisdiktion. Hinsichtlich der Sportstätten bemängelt er die restriktiven Regelungen der Sportanlagenlärmschutzverordnung (SALVO), die auch die Beleuchtung betreffen. Zudem kritisiert er die unzureichende Hamburger Infrastruktur für Fußball, insbesondere fehlende adäquate Spielstätten für Frauen- und Regionalliga-Mannschaften.
Herr Dietrich berichtet, dass die Sportanlagenlärmschutzverordnung auf Bundesebene weiterentwickelt und künftig der Kinderlärmschutzverordnung angeglichen werden soll. Er regt an, die Einführung einer Trainer-D-Lizenz als Assistenz-Ausbildung zu prüfen, um insbesondere im Mädchenfußball dem Mangel entgegenzuwirken und eine Vorstufe zur Trainer-C-Lizenz zu schaffen.
Herr Okun verweist in diesem Zusammenhang auf die Basis-Coach-Ausbildung, die zentral und dezentral angeboten werde.
Herr Krohn äußert die Vermutung, dass es früher mehr Naturrasenplätze gegeben habe und erklärt dies damit, dass Kunstrasenplätze vermutlich geringeren Pflegeaufwand und somit niedrigere Kosten verursachen. Er fragt, ob die Verletzungsgefahr auf einem Kunstrasenplatz höher als auf einem Rasenplatz sei. Zudem erkundigt er sich, ob Jungen und Mädchen bis zu einem bestimmten Alter gemeinsam spielen dürfen.
Herr Okun erklärt, dass die jährlichen Kosten für die Pflege eines Naturrasenplatzes inklusive Regeneration etwa 100.000 Euro betragen, während Kunstrasenplätze, deren Lebensdauer 10 bis 15 Jahre beträgt, mit rund 75.000 Euro jährlich unterhalten werden. Er betont, dass moderne Kunstrasenplätze ohne Granulatfüllung nachhaltiger und recycelbar sind. Hinsichtlich der Verletzungsgefahr sieht er keinen Unterschied. Zudem berichtet er, dass im Jugendfußball Mädchen und Jungen bis zur F- und G-Jugend gemeinsam spielen.
Herr Graßhoff erkundigt sich nach dem Projekt „Mädchen an den Ball“ und regt an dieses auch in Bergedorf zu fördern. Er erkundigt sich nach den konkreten Hürden und Barrieren, die Mädchen und junge Frauen daran hindern, im Fußball Fuß zu fassen.
Herr Okun berichtet, dass das Projekt „Mädchen an den Ball“ von einem Münchner Verein initiiert wurde und dieser nach Hamburg expandieren wolle. Man habe ein Pilotprogramm im Bezirk Mitte gestartet. Die Herausforderung bestehe darin, freie Platzkapazitäten für das Training am Nachmittag zu finden. Der Verein bezahle Trainerinnen und Trainer, um regelmäßige Nachmittagsbetreuung zu gewährleisten und bringe auch Drittmittel ein. Zu den Herausforderungen des Mädchenfußballs berichtet er, dass die Zahlen in diesem Bereich in den letzten fünf Jahren zweistellig anwachsen. Es fehle jedoch an Platz-, Umkleide- und Trainerkapazitäten. Trotz eines Anstiegs der Netto-Sportflächen in Hamburg bleibe die Verfügbarkeit von geeigneten Sportplätzen eine Herausforderung.
Herr Brosius erkundigt sich nach der aktuellen Entwicklung von Mixed-Mannschaften im Frauen- und Mädchenfußball, wobei er darauf verweist, dass der DFB seit 2002 das gemeinsame Spiel von Männern und Frauen in allen Altersklassen erlaube. Er weist darauf hin, dass es Herausforderungen gebe, insbesondere hinsichtlich der Bereitstellung von Trainingszeiten und Plätzen für reine Mädchenmannschaften und betont die Verantwortung des Verbandes, sowohl Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken als auch Qualifizierungsangebote bereitzustellen.
Herr Okun erklärt, dass Frauen bis zur Bezirksliga in Männermannschaften mitspielen könnten. Er verweist auf Walking Football als ein zunehmend beliebtes Sonderspielformat, das gemischte Mannschaften ermögliche und besonders für ältere oder körperlich eingeschränkte Personen geeignet sei.
Herr Mirbach weist darauf hin, dass insbesondere in den kälteren Jahreszeiten Umkleidemöglichkeiten für Frauen, Jugendliche und Männer ein erhebliches Problem darstellen.
Herr Okun resümiert, dass ein Bedarf an mehr Sportplätzen und Umkleidemöglichkeiten bestehe. Er betont, dass Geduld erforderlich sei, damit sich ehrenamtliches Engagement im Sport langfristig in der Gesellschaft etabliere. Er weist darauf hin, dass alle Fraktionen gemeinsam dafür sorgen müssten, die Haushaltsmittel für den Sport in den Bezirken zu erhöhen.
Herr Dietrich äußert, dass der Hamburger Sportbund und der Hamburger Fußballverband größeren Einfluss hätten als Bezirksabgeordnete. Er schlägt vor, bei den Verhandlungen über den Sportfördervertrag nicht nur das Budget des HSB und HSV zu berücksichtigen, sondern auch auf die Senatsvertreter einzuwirken, damit die Bezirke ausreichende Mittel für Unterhaltung und kleinere Sanierungsmaßnahmen erhielten.
Herr Niese ist der Auffassung, dass die Kabinensituation auf den Sportplätzen hinsichtlich des Frauenfußballs komplett umgedacht und vorhandene Anlagen umgebaut werden müssen. Er erwähnt, dass Schulbau Hamburg diesen Bedarf weniger berücksichtige, sondern eher die Nutzung von Turnhallen anrege.
Herr Okun bestätigt die Einschätzung. Er erklärt, der Hamburger Fußballverband habe gemeinsam mit HSV, St. Pauli und dem Deutschen Fußball-Bund versucht, die Schulbehörde für eine Zusammenarbeit im Bereich Schulsport zu gewinnen. Er stellt fest, dass die Schulbehörde eigenständig agiere und weniger Verständnis für die Belange des Vereinssports, etwa beim Bau von Schulsportplätzen mit Umkleidemöglichkeiten, habe. Der Fachverband habe kaum Einfluss auf die schulischen Sportangelegenheiten.
Frau Teske erkundigt sich nach der Finanzierung von Trikots für Frauenmannschaften. Zudem verweist sie auf Diskussionen in Sportvereinen bezüglich der Sicherheit, insbesondere ob Tore zur Seite gesichert werden müssen, und erkundigt sich nach bestehenden Regelungen dazu.
Herr Okun berichtet von einer Aktion des Hamburger Fußballverbands, die es Vereinen, Mädchen- und Jungenmannschaften ermögliche, Trikots zu erhalten. Hinsichtlich der Sicherheitsprobleme in Bezug auf Tore erklärt er, dass die Sicherung der Tore wegen ihrer Transportierbarkeit und Beweglichkeit problematisch sei. Er verweist auf die Aufsichtspflichten der Beteiligten.
Frau Brodbeck resümiert das Auskunftsersuchen ihrer Fraktion und unterstreicht das Interesse zu diesem Thema mit Bundeswehr und Schulbehörde in den Dialog zu treten.
Herr Marschall berichtet, er werde ausschließlich auf Einladung in Schulen tätig und agiere als externer Referent im Politik-, Gesellschafts- und Wirtschaftsunterricht sowie gelegentlich im Religionsunterricht, wobei er den Beutelsbacher Konsens einhalte und keine Überzeugungsarbeit für den Soldatendienst leiste. Aktuell nehme die Nachfrage nach seinen Einsätzen im Kontext eines möglichen Grundwehrdienstes zu.
Herr Bigalke erläutert, dass zwischen Schulbehörde und Bundeswehr ein Kooperationsabkommen bestehe, sodass sicherheits- und gesellschaftspolitische Themen im schulischen Kontext behandelt werden können. Er verweist darauf, dass die Frage der Wehrpflicht und deren Bedeutung für den Lebensweg der Schüler in Beratungs- und Berufsorientierungsangeboten diskutiert werde. Die Schulen entscheiden eigenverantwortlich, welche Experten sie einladen und ob sie die Präsenz der Bundeswehr an ihrer Schule zulassen.
Frau Brodbeck äußert, die Problematik, dass junge Menschen einerseits in der Schule kaum Gelegenheit hätten, sich mit Themen wie der Wehrpflicht auseinanderzusetzen und andererseits mit 18 Jahren zum Dienst verpflichtet werden könnten. Hinsichtlich der Praktikumsmöglichkeiten bei der Bundeswehr erklärt sie, dass diese zwar grundsätzlich angeboten würden, Hamburger Schüler jedoch kaum nutzen könnten, da die Praktika meist außerhalb Hamburgs stattfinden. Sie fragt, wie häufig Schulen den Kontakt zur Bundeswehr suchen und wie die eingeschränkten Praktikumsmöglichkeiten in Hamburg bewertet werden.
Herr Bigalke erklärt, dass Berufsorientierung ein stark individualisiertes Verfahren sei und Schülerinnen und Schüler bei Berufsorientierungsveranstaltungen selbst entscheiden könnten, welche Berufsfelder sie erkunden wollen, wobei die Bundeswehr nur gelegentlich vertreten sei. Schulpraktika in Hamburg fänden überwiegend in der 9. oder 10. Klasse statt, also bei Minderjährigen, und würden in Bereichen mit Nähe zu Waffen selten genehmigt. Bei volljährigen Schülerinnen und Schülern könne es hingegen vorkommen.
Herr Marschall erklärt, Hamburg verfüge zwar über Bundeswehrstandorte, die jedoch wenig attraktiv für Praktika seien, da es sich hauptsächlich um Standorte mit Universität, Bundeswehrkrankenhaus und Landeskommando handele. Dies sei für junge Menschen wenig ansprechend und die Dienststelle werbe daher in Hamburg kaum Praktikanten an.
Herr Momenzada gibt an, dass ihm das Angebot zur sicherheitspolitischen Aufklärung an Schulen unbekannt war und erkundigt sich wie diese angesprochen und ob auch die Schülervertretungen in das Projekt eingebunden werden. Abschließend fragt er, welche Sorgen die Schüler bei den Schulbesuchen äußern.
Herr Marschall erklärt, dass ab Beginn des Schuljahres eine Kontaktaufnahme zu etwa 200 Schulen in Hamburg erfolgt, um Kooperationen mit Lehrkräften und Fachschaften zu initiieren, wobei die Resonanz mit etwa 10 bis 15 Rückmeldungen gering ausfällt. Er berichtet, dass die Teilnahme von Schülervertretungen nicht im Fokus stehe, sondern die Entscheidung bei den Lehrkräften liege, ob sie Angebote wie Projekttage oder Vorträge wahrnehmen möchten. Er thematisiert die aktuelle Unsicherheit junger Menschen bezüglich möglicher Kriegsdienstpflichten im Kontext des Wehrdienst-Modernisierungsgesetzes.
Herr Bigalke erläutert, dass die Einladung von Referentinnen und Referenten grundsätzlich komplex sei. Die Bundeswehr nehme als Arbeitgeber und politische Institution eine Sonderrolle ein, die im schulischen Diskurs differenziert behandelt werden müsse. Das Kooperationsangebot mit der Bundeswehr werde öffentlich kommuniziert, doch die Umsetzung stoße auf begrenzte Kapazitäten und teils auf Vorbehalte.
Herr Dietrich fragt, wie die Bundeswehr junge Menschen davon überzeugen könne, dass Frieden und Freiheit nicht selbstverständlich seien, sondern aktiv verteidigt werden müssten.
Herr Marschall berichtet, die Jugend verstehe die Bedeutung des Grundgesetzes und die Notwendigkeit, dieses zu schützen, sei es durch Wehrdienst oder gesellschaftliches Engagement wie einem Ersatzdienst.
Herr Bigalke betont, dass in den Schulen umfangreiche Bildungsinhalte zu Katastrophenschutz und sozialer Verantwortung verankert seien. Die Verteidigungsfrage, insbesondere die Debatte um die Wehrpflicht werde kontrovers diskutiert und spiegele sich in den politischen und schulischen Diskursen wider.
Herr Krohn erkundigt sich ab welchem Jahrgang die aktuelle Registrierung erfolgt.
Herr Marschall antwortet, dass dieses Jahr ab Jahrgang 2008 und dann fortlaufend ab nächstem Jahr der Jahregang 2009 registriert werde. Ab 2027 werde gemustert.
Herr Cantay berichtet, dass die Schülervertretung nicht immer in Einladungen von Referent:innen eingebunden werde. Diese sei per Mail und über den Kreisschülerrat oder die Schülerkammer erreichbar.
Frau Teske erkundigt sich nach dem Feedback der Schüler:innen und Lehrkräfte. Außerdem möchte sie wissen, ob es Wiedereinladungen und Statistiken, beispielsweise in Bezug auf die Anzahl der Schülerpraktika o. Ä. gebe.
Herr Marschall gibt an, dass die Resonanz der Schülerinnen und Schüler unterschiedlich ausfalle, wobei der Großteil höflich danke, Einzelne nach dem Unterricht gezielt Fragen stellten oder sich aktiv an Diskussionen beteiligten. Die Teilnehmerzahlen werden dokumentiert. Das Angebot nutzen überwiegend wiederkehrende Schulen, jährlich kämen zwei bis drei neue Schulen hinzu.
Herr Bigalke ergänzt, dass die Schulbehörde kein Feedback, weder im positiven noch im negativen erreiche.
Frau Brodbeck ergänzt, dass Schülervertretungen auch eigenständig politische Diskussionen organisieren könnten. Sie erkundigt sich, wie grundsätzlich im Unterricht mit existenziellen und sozialen Herausforderungen wie der Wehrpflicht umgegangen werde.
Herr Bigalke erklärt, dass aktuelle Themen wie der Klimawandel, Wehrpflicht etc. gemäß den Bildungsplänen vorrangig im Politikunterricht integriert werden.
Herr Graßhoff kritisiert, dass die verstärkte Militarisierung einen breiteren Konsens finde.
Die Protokollierung findet sich unter TOP 4.
Der Fachausschuss für Sport und Bildung nimmt Kenntnis.
Die Protokollierung findet sich unter TOP 4.
Der Fachausschuss für Sport und Bildung nimmt Kenntnis.
Der TOP wird unter Hinzuladung des Fachausschusses für Umwelt und Klimaschutz auf die Sitzung am 31.08.2026 vertagt.
Der Fachausschuss für Sport und Bildung nimmt Kenntnis.
Keine Wortmeldungen.
Herr Woller bittet um Ergänzung der Niederschrift unter TOP 7 und 7.1: Die Befassung erfolgt im Regionalausschuss unter Hinzuladung des Fachausschusses für Sport und Bildung.
Der so geänderte öffentliche Teil der Niederschrift vom 30.03.2026 wird einvernehmlich genehmigt.