22-0721.01

Umsetzung des Hamburger Masterplans BNE 2030

Antwort

Letzte Beratung: 26.03.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 3.1

Sachverhalt

Große Anfrage

der BAbg. Potthast, Bendt-Soetedjo und Fraktion der GRÜNEN

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) soll Menschen befähigen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf Umwelt, Klima, Gesellschaft und nachfolgende Generationen zu verstehen und verantwortungsvoll zu handeln. Der Hamburger Masterplan BNE 2030 verfolgt das Ziel, BNE in allen Bildungsbereichen von der frühkindlichen Bildung über Schulen, berufliche Bildung und Hochschulen bis hin zur außerschulischen Bildung strukturell zu verankern. Der Masterplan wurde 2021 vom Senat beschlossen und wird von der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) koordiniert. Die Koordinierungsstelle ist seit Dezember 2021 bei der Hamburger Klimaschutzstiftung auf Gut Karlshöhe angesiedelt. Für die Umsetzung stehen jährlich Projektmittel zur Verfügung, 2025 beispielsweise 262.000 Euro, um konkrete Maßnahmen in allen sieben Hamburger Bezirken zu fördern.

Die Präsentation der BUKEA im Fachausschuss für Umwelt und Klimaschutz der Bezirksversammlung Bergedorf am 21. Mai 2025 zeigte, dass BNE in allen Bildungsbereichen verankert werden soll, von der frühkindlichen Bildung (z. B. durch KITA21-Projekte) über Schulen, berufliche Bildung (z. B. BNE-Toolbox für Lehrkräfte) und Hochschulen (z. B. durch die Hamburger Hochschul-Allianz für Nachhaltigkeit) bis hin zur außerschulischen Bildung und den Bezirken. Die Bezirke sollen Informations- und Beteiligungsformate gestalten, um Netzwerke aufzubauen, die Partizipation der Bürger:innen zu fördern und die Umsetzung von BNE vor Ort zu unterstützen. Vorgesehen sind Maßnahmen wie:

- Befassung in bezirklichen Gremien durch Information und Diskussion zur Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen und BNE,

- Verankerung von BNE im Bezirk durch geeignete Rahmenbedingungen,

- Weiterentwicklung von BNE über Regionale Bildungskonferenzen,

- Jugendforum Zukunft auf Bezirksebene,

- Einbeziehung von BNE in laufende und künftige Maßnahmen und Projekte des Bezirks,

- Fortbildungsmodule für Mitarbeitende der Bezirke im Angebot des Zentrums für Aus- und Fortbildung (ZAF).

Die Hamburg Sustainability Week 2025 (1.6. Juni 2025) und die Hamburg Sustainability Conference (2.3. Juni 2025) haben gezeigt, wie vielfältig und engagiert Hamburgs Weg in eine nachhaltige Zukunft gestaltet wird. Über 5.000 Menschen nahmen an mehr als 120 Veranstaltungen teil, die von Akteur:innen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft, Kultur und Kreativwirtschaft organisiert wurden. Ziel war es, gemeinsam Lösungen zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) zu erarbeiten und die Stadtgesellschaft für Nachhaltigkeitsthemen zu sensibilisieren. Die Konferenz brachte internationale Entscheidungsträger:innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um Allianzen für die nachhaltige Entwicklung zu schmieden.

Hamburg erarbeitet derzeit eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, die bis Ende 2026 vom Senat beschlossen werden soll. Diese Strategie soll die Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen auf lokaler Ebene verbindlich und strategisch verankern. Ein Zwischenbericht zur Umsetzung der SDGs wurde im November 2025 veröffentlicht, der die bisherigen Schritte dokumentiert und ein aktualisiertes Indikatorenset vorstellt. Die Strategie wird als Dachstrategie alle bestehenden Fachstrategien bündeln und neue Impulse für eine nachhaltige Entwicklung setzen.

Trotz der zahlreichen stadtweiten Aktivitäten und des bestehenden Masterplans BNE 2030 zeigte sich in der Anhörung vom 21. Mai 2025, dass im Bezirk Bergedorf bisher kaum bis gar keine spürbaren Fortschritte bei der Umsetzung erreicht wurden. Ein zentrales Problem sei die begrenzte Kapazität der Klimaleitstellen in den Bezirken: Da diese bereits durch ihre eigenen Aufgaben stark ausgelastet sind, können sie den Masterplan BNE nur unzureichend unterstützen. Der Ausschuss stellte fest, dass die Regionalen Bildungskonferenzen und der Fachbereich Sozialraummanagement zentrale Ansprechpartner für BNE im Bezirk sein könnten, da BNE auf städtischer Ebene vor allem als Bildungskonzept verstanden und nicht als gleichwertiger Bestandteil des Klimaschutzes behandelt wird. Dadurch fehlt es oft an einer flächendeckenden und systematischen Zusammenarbeit.

Vor diesem Hintergrund fragen wir das Bezirksamt:

Das Bezirksamt Bergedorf nimmt wie folgt Stellung:

Vorbemerkung:

Die Umsetzung der Ziele des Masterplans im Kontext der Bezirksämter ist von strukturellen Rahmenbedingungen geprägt, die eine eigenständige und systematische Bearbeitung erheblich erschweren. Bereits im Vorfeld wurde seitens der Bezirksämter auf den notwendigen Ressourcenbedarf hingewiesen, insbesondere auf die Erforderlichkeit zusätzlicher Personalstellen zur Verankerung der Themen in den regulären Verwaltungsstrukturen. Diese Bedarfe fanden bei der Verabschiedung des Masterplans jedoch keine Berücksichtigung, während die formulierten Ziele unverändert bestehen blieben und die Bezirksämter teilweise direkt adressieren.

Gleichzeitig besteht im Themenfeld Bildung nur eine eingeschränkte formale Zuständigkeit der Bezirksämter, wodurch ein Spannungsfeld zwischen inhaltlicher Erwartung und tatsächlicher Verantwortung entsteht. Hinzu kommt, dass einzelne Zielsetzungen politische Gremien adressieren, deren Befassung jedoch ihrer eigenen Prioritätensetzung unterliegt.

Die bisherige Umsetzung erfolgte überwiegend über zivilgesellschaftlich getragene Projekte, die durch entsprechende Förderstrukturen initiiert wurden. Eine strukturelle Verankerung innerhalb der Bezirksverwaltungen konnte hierdurch jedoch nicht erreicht werden. Die Rolle der Bezirksämter beschränkte sich im Wesentlichen auf eine begleitende und unterstützende Funktion im Rahmen bestehender Zuständigkeiten.

Vor diesem Hintergrund ist festzustellen, dass weitergehende Aktivitäten seitens der Bezirksämter bislang insbesondere aufgrund fehlender personeller Ressourcen, begrenzter Zuständigkeiten sowie der projektbasierten Ausgestaltung der Umsetzung nicht in dem Maße erfolgt sind, wie es die Zielsetzungen des Masterplans nahelegen könnten.

  1. Welche konkreten Projekte oder Maßnahmen wurden im Bezirk Bergedorf seit 2020 im Rahmen des Masterplans BNE 2030 umgesetzt, insbesondere in den Bereichen frühkindliche Bildung, Schulen, berufliche Bildung und außerschulische Bildung? Bitte je ein Beispiel nennen und beschreiben, was erreicht wurde.

Es wird auf die Vorbemerkung verwiesen. Dem Bezirksamt ist bekannt, dass das Projekt „Bildungs- und Aktionsprogramm Stadtnatur, GÖP, Bergedorf“von der Koordinierungsstelle gefördert wurde. Inhaltliche Informationen liegen nicht vor.

  1. Wie wurden die Regionalen Bildungskonferenzen in Bergedorf in den letzten drei Jahren genutzt, um BNE-Themen voranzubringen? Welche Projekte, Kooperationen oder Beschlüsse sind daraus entstanden?

Die Regionalen Bildungskonferenzen in Bergedorf wurden in den vergangenen drei Jahren nicht gezielt zur Weiterentwicklung von BNE-Themen genutzt.

  1. Gibt es in Bergedorf bereits ein Jugendforum Zukunft oder ein ähnliches Format, in dem junge Menschen zu BNE-Themen mitreden und mitgestalten können? Falls ja: Wie viele junge Menschen nehmen teil, und was wurde bisher erreicht? Falls nein: Warum nicht, und wann soll es ein solches Forum geben?

Nein. Es wird auf die Vorbemerkung verwiesen.

  1. Welche Bildungsakteure im Bezirk (z. B. Kitas, Schulen, Vereine, Unternehmen) sind in BNE-Netzwerke eingebunden, die das Bezirksamt aktiv unterstützt? Wie oft tauschen sich diese Akteur:innen aus, und welche Ergebnisse wurden bisher erzielt?

Es wird auf die Vorbemerkung verwiesen.

  1. Wie arbeitet das Bezirksamt mit der Hamburger Klimaschutzstiftung, der BUKEA und anderen Bezirken zusammen, um BNE umzusetzen? Wo gab es bisher Erfolge und wo gab es Hindernisse?

Das für das Fachamt Sozialraummanagement federführende Bezirksamt Hamburg-Nord vertritt die Bezirksämter im Steuerungsgremium, im Forum Bezirke sowie in anlassbezogenen Treffen, fungiert als Hauptansprechstelle innerhalb der Bezirksverwaltung und begleitet dessen Arbeit. Eine gesonderte systematische Erfassung von Erfolgen und Hindernissen erfolgt nicht.

  1. Welche Rolle spielt die im Masterplan vorgesehene 0,5-Stelle für BNE in Bergedorf?

Es wird auf die Vorbemerkung verwiesen. Nach Kenntnis des Bezirksamts ist im Rahmen des Masterplans BNE 2030 keine entsprechende 0,5-Stelle für Bergedorf vorgesehen.

  1. Wie viele der im Masterplan BNE 2030 vorgesehenen Projektmittel (z. B. die 262.000 Euro aus dem Jahr 2025) wurden bisher für konkrete Vorhaben im Bezirk Bergedorf genutzt?

Es sind keine Vorhaben bekannt.

  1. Welche Fortbildungsangebote zu BNE, Klimaschutz oder Nachhaltigkeit wurden seit 2022 für Mitarbeitende des Bezirksamts angeboten? Wie viele haben teilgenommen, und wie bewertet das Bezirksamt den Nutzen dieser Fortbildungen?

Die Mitarbeitenden des Bezirksamtes Bergedorf können sich eigenständig zu allen passenden Fortbildungen des Zentrums für Aus- und Fortbildung der FHH (ZAF) anmelden. Welche konkreten Angebote das ZAF zu den Themen BNE, Klimaschutz und Nachhaltigkeit seit 2022 angeboten hat, kann das Bezirksamt Bergedorf nicht auswerten.

Seit 2022 haben sechs Mitarbeitende an Schulungen des ZAF zu den Themen Nachhaltiger Einkauf/Beschaffung, Theorieschulung zu Energiesparmaßnahmen für Hausmeisterinnen und Hausmeister sowie Theorieschulung für Energiebeauftragte teilgenommen.

Der individuelle und fachliche Nutzen der Fortbildungen kann von Seiten des Personalservice (PS) nicht eingeschätzt werden. Das ZAF evaluiert diesbezüglich seine Fortbildungen.

  1. Gibt es interne Veranstaltungen des Bezirksamts (z. B. Workshops oder Schulungen), die sich mit BNE beschäftigen?

PS hat keine entsprechenden internen Veranstaltungen des Bezirksamts initiiert, die Stabsstelle Klimaschutz Bergedorf (KS) meldet ebenfalls Fehlanzeige

  1. In welchen Bereichen des Bezirksamts (z. B. Beschaffung, Personalentwicklung, Dienstreisen) werden BNE-Prinzipien bereits gelebt? Wo sieht das Bezirksamt noch Nachholbedarf?

Fehlanzeige

  1. Wie informiert das Bezirksamt die Öffentlichkeit über seine BNE-Aktivitäten? Gibt es Berichte, eine Website oder andere Formate, um Transparenz zu schaffen?

Informationen zu Projekten und Maßnahmen mit Nachhaltigkeitsbezug werden im Rahmen der allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit des Bezirksamts kommuniziert, etwa über die bezirkliche Website, Pressemitteilungen oder über Social Media. BNE wird dabei als Querschnittsthema verstanden, das in verschiedene Bereiche der Bezirkskommunikation einfließt.

  1. Welche konkreten Leuchtturmprojekte oder Modellvorhaben plant das Bezirksamt bis 2027, um die Ziele des Masterplans BNE 2030 in Bergedorf sichtbar zu machen?

Es wird auf die Vorbemerkung verwiesen. Keine.

  1. Wie werden die Ziele des Masterplans BNE 2030 mit anderen bezirklichen Plänen (z. B. Klimaschutzkonzept, Stadtteilentwicklung) verknüpft? In welchen Konzepten ist BNE bereits verbindlich verankert?

Innerhalb der diversen Planverfahren werden Beteiligungsformate für Jung und Alt gleichermaßen angeboten werden. Weitergehender wird das Ziel 2 der AG Bezirke im Rahmen von Stadtwerkstätten umgesetzt. Diese stellen partizipativen Prozesse gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden, Unternehmen und anderen gesellschaftlichen Akteuren zur Entwicklung und Umsetzung von Stadt- und Landschaftsräumen dar.

Das Integrierte Klimaschutzkonzept (IKK) Bergedorf befindet sich aktuell in Überarbeitung. Dessen Themenschwerpunkte „Mobilität“, „Energie“, „Engagement“ und „Sozialverträglichkeit“r bezirkliche Maßnahmen lassen sich auf dieser operativen Ebene nicht unmittelbar mit dem Bildungsansatz des Masterplans BNE verknüpfen. Im Übrigen wird auf die Vorbemerkung verwiesen.

  1. Wie wurden die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Masterplans BNE 2030 auf Bezirksebene genutzt, um die eigene Arbeit zu reflektieren und zu optimieren?

Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung des Masterplans BNE 2030 sind auf Bezirksebene nicht bekannt.

  1. Welche langfristigen Ziele hat das Bezirksamt für die BNE-Umsetzung bis 2030?

Es wird auf die Vorbemerkung verwiesen. Fehlanzeige.

  1. Gibt es Maßnahmen die ergriffen wurden, um die Zusammenarbeit zwischen der Stabsstelle Klimaschutz, dem Sozialraummanagement und den Regionalen Bildungskonferenzen zu intensivieren?

Es wird auf die Vorbemerkung verwiesen. Zwischen den genannten Akteuren finden regelmäßig fachliche Austausche statt. Spezifische Maßnahmen zur Intensivierung der Zusammenarbeit aus dem genannten Anlass wurden jedoch nicht ergriffen und sind derzeit auch nicht beabsichtigt.

  1. Wie werden die BNE-Aktivitäten des Bezirksamts dokumentiert, regelmäßig ausgewertet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht?

Es wird auf die Vorbemerkung verwiesen. Eine systematische Dokumentation, regelmäßige Auswertung sowie eine gebündelte öffentliche Zugänglichmachung der BNE-Aktivitäten des Bezirksamts erfolgen nicht.

  1. Welche Rolle spielen die bezirklichen Klimaschutzkonzepte bei der Umsetzung des Masterplans BNE 2030? Werden Synergien zwischen Klimaschutz und BNE genutzt?

Über die Rolle der bezirklichen Klimaschutzkonzepte bei der Umsetzung des Masterplans BNE 2030 ist der Stabsstelle Klimaschutz Bergedorf nichts bekannt, gleiches gilt für mögliche Synergien. Im Übrigen wird auf die Vorbemerkung verwiesen.

  1. Wie bewertet das Bezirksamt die bisherige Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle des Masterplans BNE 2030?

Das Bezirksamt nimmt grundsätzlich keine Bewertungen vor, da hierfür keine einheitlichen und sachlich belastbaren Beurteilungskriterien vorliegen.

Petitum/Beschluss

---

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
Anhänge

---

Lokalisation Beta
Bahn-Landwirtschaft Bezirk Hamburg e.V.

Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.