22-0721

Umsetzung des Hamburger Masterplans BNE 2030

Große Anfrage nach § 24 BezVG

Letzte Beratung: 26.02.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 3.7

Sachverhalt

Große Anfrage

der BAbg. Potthast, Bendt-Soetedjo und Fraktion der GRÜNEN

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) soll Menschen befähigen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf Umwelt, Klima, Gesellschaft und nachfolgende Generationen zu verstehen und verantwortungsvoll zu handeln. Der Hamburger Masterplan BNE 2030 verfolgt das Ziel, BNE in allen Bildungsbereichen von der frühkindlichen Bildung über Schulen, berufliche Bildung und Hochschulen bis hin zur außerschulischen Bildung strukturell zu verankern. Der Masterplan wurde 2021 vom Senat beschlossen und wird von der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) koordiniert. Die Koordinierungsstelle ist seit Dezember 2021 bei der Hamburger Klimaschutzstiftung auf Gut Karlshöhe angesiedelt. Für die Umsetzung stehen jährlich Projektmittel zur Verfügung, 2025 beispielsweise 262.000 Euro, um konkrete Maßnahmen in allen sieben Hamburger Bezirken zu fördern.

Die Präsentation der BUKEA im Fachausschuss für Umwelt und Klimaschutz der Bezirksversammlung Bergedorf am 21. Mai 2025 zeigte, dass BNE in allen Bildungsbereichen verankert werden soll, von der frühkindlichen Bildung (z. B. durch KITA21-Projekte) über Schulen, berufliche Bildung (z. B. BNE-Toolbox für Lehrkräfte) und Hochschulen (z. B. durch die Hamburger Hochschul-Allianz für Nachhaltigkeit) bis hin zur außerschulischen Bildung und den Bezirken. Die Bezirke sollen Informations- und Beteiligungsformate gestalten, um Netzwerke aufzubauen, die Partizipation der Bürger:innen zu fördern und die Umsetzung von BNE vor Ort zu unterstützen. Vorgesehen sind Maßnahmen wie:

- Befassung in bezirklichen Gremien durch Information und Diskussion zur Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen und BNE,

- Verankerung von BNE im Bezirk durch geeignete Rahmenbedingungen,

- Weiterentwicklung von BNE über Regionale Bildungskonferenzen,

- Jugendforum Zukunft auf Bezirksebene,

- Einbeziehung von BNE in laufende und künftige Maßnahmen und Projekte des Bezirks,

- Fortbildungsmodule für Mitarbeitende der Bezirke im Angebot des Zentrums fürAus- und Fortbildung (ZAF).

Die Hamburg Sustainability Week 2025 (1.6. Juni 2025) und die Hamburg Sustainability Conference (2.3. Juni 2025) haben gezeigt, wie vielfältig und engagiert Hamburgs Weg in eine nachhaltige Zukunft gestaltet wird. Über 5.000 Menschen nahmen an mehr als 120 Veranstaltungen teil, die von Akteur:innen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft, Kultur und Kreativwirtschaft organisiert wurden. Ziel war es, gemeinsam Lösungen zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) zu erarbeiten und die Stadtgesellschaft für Nachhaltigkeitsthemen zu sensibilisieren. Die Konferenz brachte internationale Entscheidungsträger:innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um Allianzen für die nachhaltige Entwicklung zu schmieden.

Hamburg erarbeitet derzeit eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, die bis Ende 2026 vom Senat beschlossen werden soll. Diese Strategie soll die Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen auf lokaler Ebene verbindlich und strategisch verankern. Ein Zwischenbericht zur Umsetzung der SDGs wurde im November 2025 veröffentlicht, der die bisherigen Schritte dokumentiert und ein aktualisiertes Indikatorenset vorstellt. Die Strategie wird als Dachstrategie alle bestehenden Fachstrategien bündeln und neue Impulse für eine nachhaltige Entwicklung setzen.

Trotz der zahlreichen stadtweiten Aktivitäten und des bestehenden Masterplans BNE 2030 zeigte sich in der Anhörung vom 21. Mai 2025, dass im Bezirk Bergedorf bisher kaum bis gar keine spürbaren Fortschritte bei der Umsetzung erreicht wurden. Ein zentrales Problem sei die begrenzte Kapazität der Klimaleitstellen in den Bezirken: Da diese bereits durch ihre eigenen Aufgaben stark ausgelastet sind, können sie den Masterplan BNE nur unzureichend unterstützen. Der Ausschuss stellte fest, dass die Regionalen Bildungskonferenzen und der Fachbereich Sozialraummanagement zentrale Ansprechpartner für BNE im Bezirk sein könnten, da BNE auf städtischer Ebene vor allem als Bildungskonzept verstanden und nicht als gleichwertiger Bestandteil des Klimaschutzes behandelt wird. Dadurch fehlt es oft an einer flächendeckenden und systematischen Zusammenarbeit.

Vor diesem Hintergrund fragen wir das Bezirksamt:

  1. Welche konkreten Projekte oder Maßnahmen wurden im Bezirk Bergedorf seit 2020 im Rahmen des Masterplans BNE 2030 umgesetzt, insbesondere in den Bereichen frühkindliche Bildung, Schulen, berufliche Bildung und außerschulische Bildung? Bitte je ein Beispiel nennen und beschreiben, was erreicht wurde.
  2. Wie wurden die Regionalen Bildungskonferenzen in Bergedorf in den letzten drei Jahren genutzt, um BNE-Themen voranzubringen? Welche Projekte, Kooperationen oder Beschlüsse sind daraus entstanden?
  3. Gibt es in Bergedorf bereits ein Jugendforum Zukunft oder ein ähnliches Format, in dem junge Menschen zu BNE-Themen mitreden und mitgestalten können? Falls ja: Wie viele junge Menschen nehmen teil, und was wurde bisher erreicht? Falls nein: Warum nicht, und wann soll es ein solches Forum geben?
  4. Welche Bildungsakteure im Bezirk (z. B. Kitas, Schulen, Vereine, Unternehmen) sind in BNE-Netzwerke eingebunden, die das Bezirksamt aktiv unterstützt? Wie oft tauschen sich diese Akteur:innen aus, und welche Ergebnisse wurden bisher erzielt?
  5. Wie arbeitet das Bezirksamt mit der Hamburger Klimaschutzstiftung, der BUKEA und anderen Bezirken zusammen, um BNE umzusetzen? Wo gab es bisher Erfolge und wo gab es Hindernisse?
  6. Welche Rolle spielt die im Masterplan vorgesehene 0,5-Stelle für BNE in Bergedorf?
  7. Wie viele der im Masterplan BNE 2030 vorgesehenen Projektmittel (z. B. die 262.000 Euro aus dem Jahr 2025) wurden bisher für konkrete Vorhaben im Bezirk Bergedorf genutzt?
  8. Welche Fortbildungsangebote zu BNE, Klimaschutz oder Nachhaltigkeit wurden seit 2022 für Mitarbeitende des Bezirksamts angeboten? Wie viele haben teilgenommen, und wie bewertet das Bezirksamt den Nutzen dieser Fortbildungen?
  9. Gibt es interne Veranstaltungen des Bezirksamts (z. B. Workshops oder Schulungen), die sich mit BNE beschäftigen?
  10. In welchen Bereichen des Bezirksamts (z. B. Beschaffung, Personalentwicklung, Dienstreisen) werden BNE-Prinzipien bereits gelebt? Wo sieht das Bezirksamt noch Nachholbedarf?
  11. Wie informiert das Bezirksamt die Öffentlichkeit über seine BNE-Aktivitäten? Gibt es Berichte, eine Website oder andere Formate, um Transparenz zu schaffen?
  12. Welche konkreten Leuchtturmprojekte oder Modellvorhaben plant das Bezirksamt bis 2027, um die Ziele des Masterplans BNE 2030 in Bergedorf sichtbar zu machen?
  13. Wie werden die Ziele des Masterplans BNE 2030 mit anderen bezirklichen Plänen (z. B. Klimaschutzkonzept, Stadtteilentwicklung) verknüpft? In welchen Konzepten ist BNE bereits verbindlich verankert?
  14. Wie wurden die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Masterplans BNE 2030 auf Bezirksebene genutzt, um die eigene Arbeit zu reflektieren und zu optimieren?
  15. Welche langfristigen Ziele hat das Bezirksamt für die BNE-Umsetzung bis 2030?
  16. Gibt es Maßnahmen die ergriffen wurden, um die Zusammenarbeit zwischen der Stabsstelle Klimaschutz, dem Sozialraummanagement und den Regionalen Bildungskonferenzen zu intensivieren?
  17. Wie werden die BNE-Aktivitäten des Bezirksamts dokumentiert, regelmäßig ausgewertet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht?
  18. Welche Rolle spielen die bezirklichen Klimaschutzkonzepte bei der Umsetzung des Masterplans BNE 2030? Werden Synergien zwischen Klimaschutz und BNE genutzt?
  19. Wie bewertet das Bezirksamt die bisherige Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle des Masterplans BNE 2030?
Petitum/Beschluss

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Lokalisation Beta
Bahn-Landwirtschaft Bezirk Hamburg e.V.

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