22-4169.1

Verfahrensvorschlag Umgang mit kolonialen Straßennamen in Wandsbek Beschlussvorlage des Ausschusses für Haushalt, Sport und Kultur

Beschlussvorlage

Letzte Beratung: 08.10.2026 Bezirksversammlung Wandsbek Ö 9.2

Sachverhalt

- Ursprüngliche Vorlage (nicht-öffentlich) im Ausschuss für Haushalt, Sport und Kultur am 29.09.2026

- Mehrheitlich beschlossen bei Gegenstimme der CDU-Fraktion, der AfD-Fraktion und der Fraktion Die Linke

Hinsichtlich der Organisation der Ausschussbefassung mit dem Umgang kolonialer Straßennamen in Wandsbek wurde vorab mit der Geschäftsstelle der Bezirksversammlung und der Leitung des Internen Service des Bezirksamtes ausführlich über die Konzeption beraten. Weitere fachliche Expertise haben das Amt 6 der Finanzbehörde sowie die BKM und das Staatsarchiv vorab zugeliefert.

Die fachliche Recherche und Einordnung und Bewertung des Organisationsaufwandes hat zu dem Ergebnis geführt, dass ein mehrstufiges Verfahren vorgeschlagen wird, um eine historisch-fachliche Einordnung belasteter Straßennamen vornehmen zu lassen. Dadurch soll eine Entscheidung der politischen Gremien vorbereitet werden, die auch vor dem Hintergrund der zur Verfügung stehenden Ressourcen darstellbar ist. Auch die verwaltungsinternen Zuständigkeiten sind hierbei berücksichtigt worden.

  1. Es sollen auf Grundlage vorab eingeholter Expertise aus BKM und Staatsarchiv konkrete Handlungsempfehlungen vorgeschlagen werden. Hierzu sollen die entsprechenden Wandsbeker Straßennamen kategorisiert werden – die „Fachstrategie zum Umgang mit kolonialen Straßennamen in Hamburg“ ist hier die Richtschnur. Ziel ist es, konkrete Empfehlungen in Form eine Kategorisierung zu erhalten, ob eine Umbenennung vorgenommen werden sollte, ob eine Kontextualisierung in Form einer fachlichen Kommentierung ausreicht oder ob unter Umständen gar kein Handeln dringend angezeigt ist. Es ist zu erwarten, dass die Prüfungen und Einordnungen als Einzelfallbetrachtung bearbeitet werden und eine der Komplexität des Sachverhalts angemessene Zeit in Anspruch nehmen werden.
  1. Die Expert*innen sollen die Empfehlungen im Fachausschuss vorstellen, damit die Ausschussmitglieder darüber diskutieren können. Ziel ist es, die Notwendigkeit und die Kriterien für eine mögliche Umbenennung oder Kontextualisierung nachvollziehbar zu machen und den Betroffenen die relevanten fachlichen Hintergrundinformationen zugänglich zu machen.
  1. Liegen die entsprechenden fachlichen Empfehlungen vor, und ist ein Benennungsverfahren notwendig, soll der zuständige Ausschuss die Entscheidung treffen und einen Namensvorschlag unterbreiten – zuständig ist zumeist der jeweilige Regionalausschuss.
  1. Begleitend zu diesem Prozess soll die Implementierung einer Informationswebsite des Bezirksamtes mit Darstellung des laufenden Entscheidungsprozesses und der Entscheidungsgrundlagen, der relevanten Hintergrundinformationen und fachlichen Bewertungen, erfolgen. Über diese Website besteht über einen längeren Zeitraum die Möglichkeit, sich unabhängig von Zeit und Ort über den aktuellen Stand zu informieren. Es können weiterführende Materialien oder Verweise sowie häufig gestellte Fragen (FAQ) bereitgestellt und Ansprechpartner*innen der jeweiligen (Prozess)Zuständigkeit benannt werden.

Vor diesem Hintergrund wird die Bezirksversammlung gebeten als Beschlussvorlage für die Bezirksversammlung zu beschließen:

Petitum/Beschluss
  1. Die zuständige Fachbehörde wird gebeten,

a) auf Grundlage der Empfehlungen der „Fachstrategie zum Umgang mit kolonialen Straßennamen in Hamburg“ der Bezirksversammlung Wandsbek eine fachliche Expertise zur historischen Einordnung der Straßennamen Dominikweg, Neumann-Reichardt-Straße, Schweinfurthweg, Schimmelmannstraße / Schimmelmannstieg / Schimmelmannallee, Schatzmeisterstraße, Wißmannstraße und Wilsonstraße zur Verfügung zu stellen und die Arbeit der Bezirksversammlung Wandsbek im weiteren Prozess fachlich zu begleiten. Auf Basis dieser Expertise sollen die Entscheidungen zum weiteren Umgang mit den betroffenen Straßen vorgenommen werden,

b) im Ausschuss für Haushalt, Sport und Kultur über die Ergebnisse dieser fachlichen Expertise zu berichten,

c) sich im Rahmen der Erinnerungsarbeit und Dekolonisierung mit den einschlägigen Wandsbeker Baudenkmälern, wie dem Schimmelmannmausoleum, dem baulichen Ensembles der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne (Jenfelder Au) und dem sogenannten Tansania-Park weiterhin zu beschäftigen, die Stadtgesellschaft zu beteiligen und Perspektiven zu entwickeln, die zu einer angemessenen Einordnung dieser baulichen Zeitzeugen in die Stadtgeschichte beitragen.

  1. Das Bezirksamt wird gebeten, begleitend zum Prozess des Umgangs mit kolonialen Straßennamen in Wandsbek eine Informationswebsite zu implementieren, welche die Darstellung des laufenden Entscheidungsprozesses und der Entscheidungsgrundlagen, der relevanten Hintergrundinformationen und fachlichen Bewertungen beinhaltet, um Anlieger*innen und interessierte Öffentlichkeit zu informieren.

Es können weiterführende Materialien oder Verweise sowie häufig gestellte Fragen (FAQ) bereitgestellt und Ansprechpartner*innen der jeweiligen (Prozess-)Zuständigkeit benannt werden.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
Anhänge

keine Anlage/n

Lokalisation Beta
Dominikweg Neumann-Reichardt-Straße Schweinfurthweg Schimmelmannstraße Schimmelmannstieg Schimmelmannallee Schatzmeisterstraße Wißmannstraße Wilsonstraße Tansania-Park

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Themen Beta

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