22-0923.2

Koloniale Straßennamen und Denkmäler in Wandsbek Beschlussvorlage des Ausschusses für Haushalt, Sport und Kultur

Beschlussvorlage

Letzte Beratung: 05.02.2026 Bezirksversammlung Wandsbek Ö 9.1

Sachverhalt

- Der Ausschuss für Haushalt, Sport und Kultur hat den Punkt 4 der ursprünglichen Vorlage (Drs. 22-0923) in seiner Sitzung am 13.01.2026 mehrheitlich bei Gegenstimme der AfD-Fraktion und Enthaltung der CDU-Fraktion in geänderter Form beschlossen.

- Die Punkte 1 und 3 wurde für durch Verwaltungshandeln erledigt erklärt. Der Punkt 2 wurde zurückgezogen

Hamburg und sein Hafen waren ein wichtiger Bestandteil und einer der größten Profiteure des deutschen Kolonialismus, der Hunderttausende Menschen das Leben kostete und immer noch nachwirkt. Noch heute sind Straßen nach Akteuren und Profiteuren der Kolonialzeit benannt, auch in Wandsbek, etwa nach dem Plantagenbesitzer und Menschenhändler Heinrich Carl von Schimmelmann.

Bereits 2020 hat sich der Ausschuss für für Haushalt, Sport und Kultur der Bezirksversammlung Wandsbek dafür ausgesprochen, sich in einer Anhörung mit Straßen zu befassen, die nach Akteuren und Profiteuren der Kolonialzeit benannt sind (Drucksache 21-1625.1). Ursprünglich von SPD und Grünen eingebracht, hat sich die Linksfraktion diesem wichtigen Ansinnen gern angeschlossen.

Auch in ihrem aktuellen Koalitionsvertrag betonen SPD, Grüne und FDP die Wichtigkeit der Erinnerungskultur: „Im Zuge der Aufarbeitung des kolonialen Erbes der Stadt wollen wir in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Staatsarchiv Hamburg die Initiative zur Prüfung einer möglichen Umbenennung von belasteten Straßennamen im Bezirk wieder aufgreifen. Bei bestehenden baulichen Zeugnissen kolonialer Vergangenheit ist mit großer Sensibilität vorzugehen. Sie sollen unter konzeptioneller fachlicher Begleitung als bauliche Zeugnisse erhalten und mit Gegenwartsbezug eingeordnet werden.“

Da die Corona-Pandemie eine große Anhörung 2020 unmöglich machte, einigte man sich darauf die Anhörung abzuhalten sobald dies wieder möglich sei. Leider ist es zu dieser Anhörung bis heute nicht gekommen. Und nun droht, dass einer der zentralen Akteure an dieser nicht mehr teilnehmen kann.

Trotz der großen Anerkennung, die die Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe Hamburg und die (frühe) Globalisierung“ seit ihrer Gründung vor zehn Jahren erfuhr, haben nämlich die Regierungsfraktionen im Wissenschaftsausschuss der Bürgerschaft deren Ende eingeläutet. Die Arbeit der Forschungsstelle soll in die reguläre Arbeit der Universitär eingegliedert werden. Zentrale Fragen nach der weiteren Finanzierung und der Fortführung des Forschungsschwerpunkts sind dabei ungeklärt.

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

Petitum/Beschluss
  1. Das Thema der Anhörung dahingehend auszuweiten, nicht nur Straßennamen, sondern auch das Schimmelmannmausoleum sowie das Ensemble ehemalige Lettow-Vorbeck Kaserne nebst sogenannten Tansania-Park in den Blick zu nehmen.
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