Nach den vorliegenden Planungen soll der Hamburg-Service-Standort Bramfeld in der Herthastraße erhalten bleiben, künftig jedoch nur noch mit zwei Beschäftigten besetzt werden und ein reduziertes wöchentliches Terminangebot vorhalten. Die Umsetzung ist für die erste Jahreshälfte 2027 vorgesehen. Zugleich soll die Basis des Mobilen Teams Ost von Bramfeld in die Kühnehöfe verlegt werden.
Der Standort ist insbesondere für Bürgerinnen und Bürger aus Bramfeld, Steilshoop und den angrenzenden Stadtteilen eine wichtige wohnortnahe Anlaufstelle. Dies gilt besonders für ältere Menschen, Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Familien. Digitale Angebote und die Möglichkeit, andere Standorte des Hamburg Service aufzusuchen, können ein gut erreichbares persönliches Angebot vor Ort ergänzen, aber nicht vollständig ersetzen.
Bislang fehlen konkrete Angaben zum derzeitigen und künftig vorgesehenen Terminangebot, zur tatsächlichen Nachfrage und Auslastung sowie zu den Auswirkungen der geplanten Personal- und Strukturveränderungen. Nach Angaben des Personalrats sollen beim Hamburg Service insgesamt 15,5 Stellen entfallen, darunter 8,5 Stellen in der Sachbearbeitung und sieben Leitungsstellen. Zudem ist nicht nachvollziehbar, welche finanziellen Vorteile eine Reduzierung in Bramfeld erbringen soll, da das Bezirksamt Wandsbek Hauptmieter der genutzten Fläche von 428,95 Quadratmetern in der Herthastraße 20 ist und dem Hamburg Service die Arbeitsplätze derzeit ohne eigene Kosten zur Verfügung stellt.
Vor einer Einschränkung des wohnortnahen Angebots ist daher eine transparente Darstellung der Entscheidungsgrundlagen und der konkreten Folgen für die Bevölkerung erforderlich.
Vor diesem Hintergrund fragen wir die zuständige Fachbehörde:
A. Terminangebot, Nachfrage und Auslastung
- Wie viele Termine wurden am Hamburg-Service-Standort Bramfeld in den Jahren 2024, 2025 und bislang 2026 jeweils angeboten, gebucht, wahrgenommen und nicht wahrgenommen? Bitte nach Jahr, Monat und Dienstleistungsart aufschlüsseln.
- Wie hoch war die durchschnittliche Auslastung des Standorts in diesen Zeiträumen? Bitte die Berechnungsmethode erläutern und Vergleichswerte der übrigen Hamburger Standorte angeben.
- Wie viele Termine werden derzeit pro Woche am Standort Bramfeld angeboten und welcher konkrete Umfang ist nach der geplanten Reduzierung vorgesehen? Wie hoch wäre der Rückgang in absoluten Zahlen und prozentual? Was versteht die Behörde quantitativ unter einem „geringfügig reduzierten“ Terminangebot?
- An welchen Wochentagen und zu welchen Öffnungszeiten sollen künftig Termine angeboten werden? Sind Einschränkungen bei einzelnen Dienstleistungen vorgesehen?
- Auf welche Prognosen zur künftigen Nachfrage in Bramfeld, Steilshoop und den angrenzenden Stadtteilen stützt sich die Planung?
- Wie haben sich die durchschnittlichen Wartezeiten bis zum nächstmöglichen buchbaren Termin am Standort Bramfeld in den Jahren 2024, 2025 und bislang 2026 entwickelt? Welche Veränderungen werden infolge der geplanten Reduzierung erwartet?
B. Personal und Organisation
- Wie viele Beschäftigte und Vollzeitäquivalente sind derzeit regelmäßig am Standort Bramfeld eingesetzt? Wie soll sich die Besetzung nach Funktion und Vollzeitäquivalenten künftig darstellen?
- Wie wird mit einer Besetzung von zwei Beschäftigten ein verlässlicher Betrieb bei Urlaub, Krankheit, Fortbildung und sonstigen Ausfällen gewährleistet?
- Welche konkreten Auswirkungen haben die vorgesehenen Einsparungen von insgesamt 15,5 Stellen beim Hamburg Service auf den Standort Bramfeld und dessen Terminangebot?
- Welche Aufgaben und Kapazitäten werden mit der Verlegung der Basis des Mobilen Teams Ost in die Kühnehöfe verlagert? Welche personellen oder organisatorischen Wechselwirkungen bestehen mit dem stationären Angebot in Bramfeld?
- Welche fachlichen Kriterien führten zur Auswahl Bramfelds für eine Angebotsreduzierung? Welche Alternativen wurden geprüft und aus welchen Gründen verworfen?
C. Erreichbarkeit und Auswirkungen auf die Bevölkerung
- Welche anderen Hamburg-Service-Standorte sollen die entfallenden Termine übernehmen? Welche zusätzlichen Kapazitäten werden dort geschaffen?
- Wie verändern sich nach Einschätzung der Behörde die durchschnittlichen Wege- und Wartezeiten für Bürgerinnen und Bürger aus Bramfeld, Steilshoop und den angrenzenden Stadtteilen?
- Wie werden die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen, von Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Familien sowie von Personen ohne ausreichenden digitalen Zugang berücksichtigt?
- Welche barrierefreien und wohnortnahen Alternativen stehen diesen Personengruppen konkret zur Verfügung?
- Welche Auswirkungen erwartet die Behörde auf die Terminverfügbarkeit im Bezirk Wandsbek insgesamt?
D. Wirtschaftlichkeit und Einsparungen
- Welche einmaligen und laufenden Einsparungen sollen durch die Reduzierung des Terminangebots in Bramfeld erzielt werden? Bitte nach Personal-, Miet-, Betriebs- und sonstigen Kosten aufschlüsseln.
- Welche eigenen Kosten entstehen dem Hamburg Service derzeit für die Nutzung der 428,95 Quadratmeter am Standort Herthastraße 20?
- Welche Flächen und Arbeitsplätze sollen infolge der Reduzierung aufgegeben, anderweitig genutzt oder ungenutzt bleiben? Entstehen dadurch Kosten an anderer Stelle?
- Liegt eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung oder vergleichbare Bewertung vor? Falls ja, bitte die wesentlichen Annahmen, Varianten und Ergebnisse darstellen und die Unterlage beifügen. Falls nein, warum nicht?
- Welche Mehrkosten können durch die Verlagerung von Nachfrage an andere Standorte sowie durch längere Wege, zusätzlichen Unterstützungsbedarf oder organisatorische Anpassungen entstehen?
E. Verfahren, Beteiligung und Umsetzung
- Wer hat wann auf welcher Datengrundlage über die geplante Reduzierung entschieden? Welche Behörden, Dienststellen, Personalvertretungen und bezirklichen Gremien waren beteiligt?
- Wann und in welcher Form wurden oder werden die Bezirksversammlung, der Regionalausschuss Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne und die Öffentlichkeit informiert und beteiligt?
- Welche Gespräche wurden mit dem Personalrat geführt, und welche Einwände oder Alternativvorschläge wurden vorgebracht?
- Welcher konkrete Zeitplan gilt für die Verlagerung des Mobilen Teams Ost und die Reduzierung des Bramfelder Angebots? Bitte sämtliche Meilensteine bis zur Umsetzung darstellen.
- Nach welchen messbaren Kriterien soll die Wirkung der Veränderungen überprüft werden? Ist eine Evaluation vorgesehen, und unter welchen Voraussetzungen wird die Reduzierung angepasst oder zurückgenommen?
- Wird die zuständige Fachbehörde bis zur vollständigen Beantwortung der offenen Fragen und Vorlage belastbarer Zahlen von einer Reduzierung des bisherigen Terminangebots in Bramfeld absehen? Falls nein, warum nicht?
Bitte vorhandene Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen, Beschlussvorlagen, Auslastungsstatistiken, Zeit- und Umsetzungskonzepte sowie Unterlagen zur Personalbemessung beifügen.