22-1790.01

Stellungnahme zum gem. Antrag der GRÜNE- und SPD-Fraktion betr. Bedeutung der Hamburger Geothermiestrategie für den Bezirk Harburg

Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes

Sachverhalt

Im Januar 2026 beschloss die Hamburger Bürgerschaft Geothermie stärker in den Blick zu nehmen. Der gemeinsame Antrag der Koalitionspartner SPD und Grüne (Drucksache 23/2709) sieht vor, dass Potentiale zur Nutzung von Geothermie und darauf aufbauend eine Geothermie-Strategie für Hamburg erarbeitet wird.

Wie in der Drucksache beschrieben, ist Geothermie eine vielversprechende und klimafreundliche Option für die Hamburger Wärmeversorgung. Mit der Hamburger Wärmeplanung, welche im März 2025 bereits im Bezirk vorgestellt wurde, wurde für den Bezirk Harburg bereits festgestellt, wo Potentiale für zentrale und dezentraler Wärmeversorgung liegen. Geothermie könnte als Ergänzung der bestehenden Fernwärmeversorgung einen wichtigen Beitrag leisten oder dezentral von einzelnen Hauseigentümer*innen genutzt werden.

Petitum/Beschluss

Vor diesem Hintergrund wird der Vorsitzende der Bezirksversammlung Harburg gebeten Vertreter*innen der federführenden Behörde für die Hamburger Geothermiestrategie in den Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz einzuladen, um über die Geothermiestrategie, sowie ihrer Bedeutung für den Bezirk Harburg zu berichten bzw. gegebenenfalls schriftlich über den Zwischenstand der Strategie zu berichten. Die Bezirksverwaltung wird zudem gebeten darzustellen, inwieweit die Überlegung geothermische Potentiale in Harburg zu nutzen, bereits in der Arbeit des Klima-Teams der Bezirksverwaltung einfließen.

FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg

25. September 2026

Das Bezirksamt nimmt zu der Drucksache wie folgt Stellung:

Das geothermische Potenzial des Bezirks Harburg wird seit geraumer Zeit in verschiedenen konzeptionellen Überlegungen und Planungsansätzen des Klima-Teams berücksichtigt. Grundsätzlich werden zwei Arten der Geothermienutzung unterschieden:

1. Oberflächennahe Geothermie bis zu einer Tiefe von ca. 400 m, vorzugsweise realisiert durch geschlossene Systeme wie Erdwärmesonden.

2. Tiefengeothermie bis zu einer Tiefe von bis zu 7.000 m, zur thermischen Bewirtschaftung hydrothermaler oder petrothermaler Ressourcen.

Beide Nutzungsarten wurden bereits in der Arbeit der Abteilung Klima und Energie (Teil des Klima-Teams) begutachtet. Insbesondere im Rahmen der Bebauungsplanung werden geothermische Potenziale – sofern vorhanden – bei der Erarbeitung von Energiefachplänen untersucht.

Im Rahmen der Hamburger Geothermiestrategie wird aktuell zudem geprüft, ob die für die flächendeckende 2D-Seismik in Hamburg vorgesehenen Ressourcen erstmals für eine hochauflösende 3D-seismische Erkundung im Teilraum Harburg eingesetzt werden können.

Insgesamt berücksichtigt das Klima-Team des Bezirksamts Harburg das geothermische Potenzial bereits in seinen Planungen und Konzepten, sowohl für oberflächennahe als auch für tiefengeothermische Anwendungen. Die bisherigen Untersuchungen zeigen, dass eine dezentrale Nutzung der Geothermie in Harburg grundsätzlich möglich ist, jedoch wirtschaftliche und technische Restriktionen bestehen, die eine zentrale Nutzung erschweren. Die strategische Weiterentwicklung und denkbare konkrete Projektumsetzungen hängen von weiteren fachlichen Prüfungen und der Verfügbarkeit notwendiger Ressourcen ab.

Carstensen

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