21-1872.01

Antwort Kleine Anfrage DIE LINKE betr.: Moorflächen erhalten und renaturieren

Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes

Letzte Beratung: 11.01.2022 Hauptausschuss Ö 2.37

Sachverhalt

Der Bezirk Harburg war ursprünglich ein großes Moorgebiet. Schon der Name „Harburg“ verweist darauf, der sich von „Horeburg“ ableitet, wobei „Hore“ Sumpf oder Moor bedeutet. Auch die Namen anderer Stadtteile wie Moorburg oder Gut Moor verweisen auf diese landschaftliche Besonderheit. Durch menschliche Besiedelung und damit verbundene Entwässerung der Moore hat sich die Landschaft verändert. Auch wenn langsam ein Umdenken einsetzt, gibt es diese Entwicklung bis heute. Manche Moorflächen wurden zwar unter Schutz gestellt, sind jedoch immer wieder durch Bauvorhaben bedroht, wie im Fall der geplanten Daimler-Erweiterung, die ein wertvolles Niedermoor zerstören würde und zurzeit zurückgestellt ist, aber nicht aus Einsicht, sondern nur, weil die Fläche gerade nicht benötigt wird. Ein anderes Beispiel ist der Bau der A 26 Ost, die ebenfalls durch Moorgebiete führen soll.

Dabei ist der Erhalt von Mooren unendlich wichtig, um der globalen Erwärmung vorzubeugen. Moore speichern nämlich Kohlendioxid (CO2), welches bei Trockenlegung wieder freigesetzt wird und das Klima zusätzlich belastet.

Julia Glischinski, Referentin für Moorschutz beim Nabu Hamburg, weist darauf hin (MOPO 3.9.21), dass noch drei Prozent der Fläche Hamburgs von Moorböden bedeckt ist, aber nur noch zehn Prozent sich in gutem Zustand befinden. Das größte und bedeutendste Moor in Hamburg sei das Naturschutzgebiet Moorgürtel, das sich in unserem Bezirk befindet. 2001 wurde das 737 Hektar große Gebiet unter Schutz gestellt; es beinhaltet die vorherigen Naturschutzgebiete Nincoper Moor und Francoper Moor.

Um dieses Moorgebiet zu erhalten, bedarf es der Pflege. Es gibt bereits einen Pflege- und Entwicklungsplan, um den Wasserstand anzuheben, der aber bisher nicht umgesetzt wurde. Ein anderes geschütztes Moor in unserem Bezirk ist das Naturschutzgebiet Neuländer Moorwiesen.

Aktuell gibt es sogar Pläne der Bundesregierung, entwässerte Moorflächen zum Erhalt des Klimas wieder zu vernässen. Auch die Artenvielfalt würde in diesen Gebieten wieder ansteigen.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

1. Welche Moorflächen gibt es im Bezirk Harburg? Bitte Lage, Größe und Namen des Gebiets nennen.

2. Welche dieser Moorflächen stehen unter Naturschutz, welche unter Landschaftsschutz?

3. Welche Pflege- und Entwicklungspläne gibt es für welche Moorflächen des Bezirks und wann sollen sie umgesetzt werden?

4. Welche entwässerten Moorflächen gibt es im Bezirk? Bitte Lage und Größe nennen.

5. Gibt es Pläne, um entwässerte Moorflächen des Bezirks wieder zu vernässen? Wenn ja, um welche Flächen handelt es sich und wann sollen die Projekte umgesetzt werden?

6. Gibt es Pläne, bestehende Moore zu erweitern, z.B. indem angrenzende Flächen vernässt werden?

7. Gibt es Entwicklungspläne zu Flächen, die sich in unmittelbarer Umgebung von Mooren befinden, welche die angrenzenden Moore in Zukunft in ihrer Qualität und dem Bestehen als solche gefährden können?

FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg 10.12.2021

Das Bezirksamt Harburg beantwortet die Anfrage der DIE LINKE-Fraktion (Drs. 21-1872) wie folgt:

Vorbemerkung:

Die Verwaltung weist auf die Zuständigkeit der BUKEA für weitere Informationen zu den Fragestellungen hin.

  1. Welche Moorflächen gibt es im Bezirk Harburg? Bitte Lage, Größe und Namen des Gebiets nennen.

Moore, ehemalige Moorflächen und Niedermoorböden sind weit verbreitet in den Marschflächen der Süderelbmarsch, in den Niedermoorflächen in Bostelbek, in den Elbmarschen von Neuland und Gut Moor. Aussagen über die jeweiligen Gebietsgrößen liegen im Bezirksamt nicht vor.

  1. Welche dieser Moorflächen stehen unter Naturschutz, welche unter Landschaftsschutz?

Die Moorflächen / Niedermoorflächen der Süderelbmarsch liegen schwerpunktmäßig in den Geltungsbereichen der Naturschutzgebiete Moorgürtel und Neuländer Moorwiesen sowie innerhalb der Landschaftsschutzgebiete Moorburg und Neuland.

  1. Welche Pflege- und Entwicklungspläne gibt es für welche Moorflächen des Bezirks und wann sollen sie umgesetzt werden?

Für die Naturschutzgebiete Moorgürtel und Neuländer Moorwiesen wurden / werden Pflege- und Entwicklungspläne aufgestellt. Diese werden von der BUKEA verfasst und durch entsprechende Maßnahmen umgesetzt. Für Landschaftsschutzgebiete gibt es derartige Pläne noch nicht.

  1. Welche entwässerten Moorflächen gibt es im Bezirk? Bitte Lage und Größe nennen.

Zu dieser Fragestellung ist auf die BUKEA zu verweisen.

  1. Gibt es Pläne, um entwässerte Moorflächen des Bezirks wieder zu vernässen? Wenn ja, um welche Flächen handelt es sich und wann sollen die Projekte umgesetzt werden?

Auch zu dieser Fragestellung ist insbesondere auf die BUKEA zu verweisen. Nach Kenntnis des Bezirksamtes haben im Naturschutzgebiet Moorgürtel in den letzten Jahrzehnten verstärkt wiedervernässende Maßnahmen stattgefunden. Es wurden hierzu tlw. entwässernde Gräben verschlossen und Kofferdämme errichtet.

Diese Maßnahmen wurden zum Teil bereits vor Jahren noch durch das Bezirksamt veranlasst. Mittlerweile hat die BUKEA das Pflege- und Entwicklungsmanagement vollständig übernommen.

  1. Gibt es Pläne, bestehende Moore zu erweitern, z.B. indem angrenzende Flächen vernässt werden?

Auch hier ist auf die BUKEA zu verweisen.

  1. Gibt es Entwicklungspläne zu Flächen, die sich in unmittelbarer Umgebung von Mooren befinden, welche die angrenzenden Moore in Zukunft in ihrer Qualität und dem Bestehen als solche gefährden können?

Die Autobahnen A 26 und A 26 Ost werden mit ihren Trassen in Niedermoorflächen /-böden eingreifen. Weitere größere Entwicklungsabsichten im Bereich von Niedermoorböden sind im Bezirk Harburg aktuell nicht bekannt. Im Bereich des geplanten Quartiers Fischbeker Reethen bleiben die dort noch vorhandenen Niedermoorböden im Wesentlichen unbebaut.

Fredenhagen

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Lokalisation Beta
Neuländer Moorwiesen Moorgürtel Fischbeker Reethen Bostelbek Niedermoor

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