Antwort auf Anfrage gem. §27 BezVG der GRÜNE-Fraktion betr. Drei Wasserrohrbrüche in Neuenfelde im Dezember 2023 und Januar 2024
Letzte Beratung: 12.03.2024 Hauptausschuss Ö 1.20
Am 22. Dezember 2023 platzte unter der Straße Vierzigstücken in Neuenfelde eine Abwasserleitung. Das Leck konnte rasch provisorisch geschlossen werden, aber die Reparatur der Straße, die seitdem voll gesperrt ist, zog sich wochenlang hin und sollte (Stand 26.1.24) erst am 31. Januar 2024 abgeschlossen sein.
Am 23. Januar 2024 brach dann eine Frischwasserleitung an der Kreuzung Nincoper Deich / Nincoper Straße – an der meistbefahrenen Kreuzung des Ortes. Sie wird nach Aussage von Hamburg Wasser mehrere Wochen lang voll gesperrt sein, da durch die starke Unterspülung die gesamte Fahrbahn der Kreuzung stark in Mittleidenschaft gezogen wurde.
Am 26. Januar 2024 geschah dann der nächste Frischwasserrohrbruch in der Hasselwerder Straße.
Durch die Straßensperrungen sind der Auto- und der Busverkehr stark beeinträchtigt, und das über einen langen Zeitraum. Berufstätige und Schüler*innen sind jedoch auf den Bus angewiesen, um pünktlich zur Arbeit bzw. zur Schule zu kommen. Auch wenn sich die Situation mit der Wiedereröffnung der Straße Vierzigstücken entspannt, wird die wochenlange Sperrung der Kreuzung Nincoper Deich / Nincoper Straße zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Verkehre führen. Auch die landwirtschaftlichen Verkehre sind stark betroffen, da lange Umwege in Kauf genommen werden müssen.
Natürlich können diese drei Wasserrohbrüche in kurzer Zeit Zufall sein. Auch die außergewöhnlich nasse Wetterlage im Dezember mit darauffolgendem Frost könnte eine Erklärung sein.
Veraltete und marode Infrastruktur und außergewöhnliche Belastungen, z.B. durch die starke Befahrung der Straßen insbesondere durch Schwerlastverkehr, könnten jedoch ebenfalls Gründe für die Schäden sein.
Jetzt muss schnellstmöglich alles getan werden, um die Gründe für die wiederholten Rohrbrüche zu identifizieren und Maßnahmen zu treffen, damit weitere Rohrbrüche verhindert werden. Die Menschen in Neuenfelde sind auf die wenigen Straßenverbindungen in den Ort angewiesen. Nicht nur für ihr alltägliches Leben, sondern auch in einer Notsituation wie zum Beispiel einer Evakuierung bei Sturmflut und einem drohenden Deichbruch.
Wir fragen Hamburg Wasser:
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BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG
Der Vorsitzende
19. Februar 2024
Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) beantwortet die o.g. Anfrage wie folgt:
Für die Stadtteile Cranz, Neuenfelde und Francop liegt eine Schadensrate von 0,04 Schäden/km/Jahr vor, im gesamten Versorgungsgebiet beträgt diese 0,07 Schäden/km/Jahr. Das Regelwerk (DVGW 400-3 (A)) stuft Schadensraten von >= 0,0 bis <= 0,1 als niedrig ein. Der Zustand des Netzes ist demnach in dem benannten Bereich überdurchschnittlich gut. HW hat daher keine Veranlassung, hinter der vermeintlichen Häufung der Schadensfälle eine systembedingte Ursache zu vermuten.
Anlass der Notmaßnahme in der Straße Vierzigstücken war eine Straßenversackung aufgrund eines korrodierten Schiebergehäuses der dort verlaufenden Abwasser-Druckleitung.
Das aus Gusseisen bestehende Gehäuse war nicht permanent mit Abwasser gefüllt, so dass sich im Luftraum eine aggressive Atmosphäre bilden konnte. Diese führte über Korrosionschäden zu einer vorzeitigen Alterung des Materials und letztendlich zum Versagen. Im Januar wurde das Provisorium durch Armaturen aus einem anderen Material ersetzt.
In der Nincoper Strasse ist an einer Gussleitung ein Querbruch aufgetreten. Gusseisen ist ein spröder Baustoff. Querbrüche entstehen durch Spannungen bzw. Bewegungen im Boden.
In der Hasselwerder Straße kam es zu zwei kleinen Rissen in einer PVC Leitung, dem Schadensbild lässt sich keine eindeutige Ursache zuordnen.
Dazu liegen HW keine Hinweise vor.
Nein, generell kommt es, insbesondere in den Wintermonaten, durch Temperaturschwankungen zu Bewegungen im Boden, die Rohrbrüche begünstigen.
HW gibt als Betreiberin kritischer Infrastruktur keine Planunterlagen an Dritte, aus denen die Netztopologie hervor geht. Alternativ besteht im Bedarfsfall die Möglichkeit, Listen der Leitungsstränge bzw. Haltungen mit den gewünschten technischen Daten einzusehen.
In den betrachteten Gebieten liegt eine Trennkanalisation vor, das bedeutet, dass Regen- und Schmutzwasser getrennt abgeleitet werden. Eine Mischwasserentsorgung erfolgt dort nicht.
Die Erkenntnisse aus den optischen Inspektionen in Verbindung mit dem relativ jungen Netz geben mittelfristig keinen Anlass für baulichen Handlungsbedarf im Abwassernetz. Druckrohrleitungen (Trinkwasser wie Abwasser) lassen sich, aufgrund der fehlenden Zugänglichkeit, generell nicht mit Kameras befahren.
gez. Heimath
f.d.R.
Leptien
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