Antwort Anfrage CDU betr. Planungen und Untersuchungen der Verkehrsträger im Bezirksamtsbereich Harburg
Letzte Beratung: 12.10.2021 Hauptausschuss Ö 1.4
1. Im Rahmen der erheblichen Belastung der Hauptverkehrsstraße in Harburg hat die Hochbahn angekündigt, für den Busverkehr auch die verstärkte Nutzung von Querverbindungen auf Nebenstraßen und den Verzicht auf das sternförmige Busliniennetz mit jeweiliger Anfahrt des Harburger Zentrums zu überprüfen.
Wir fragen die zuständigen Dienststellen:
1. Welche Ergebnis hatte die Überprüfung des bisher sternförmig auf das Harburger Zentrum ausgerichteten Busverkehrs durch die Hochbahn?
2. Haben sich bei diesen Überprüfungen eventuelle Verbesserungen für die Benutzer der Buslinien bei Schaffung eines Querverbindungsverkehrs auf nachgeordneten Nebenstraßen ergeben?
3. Welche Veränderungen wären denkbar?
4. Plant die Hochbahn ggf. bei einzelnen Buslinien die Umsetzung solcher Veränderungen?
5. Hat die HADAG Schiffsverbindungen aus dem Harburger Hafen zu den Landungsbrücken im Einzelnen geprüft?
6. Welche Vorteile würden sich für Nutzer derartiger Verbindungen im Einzelnen ergeben?
7. Würden solche Schiffsverbindungen für Berufstätige und Pendler Vorteile mit sich bringen oder würden diese aus Zeitgründen auch weiterhin S-Bahnlinien nutzen?
8. Die Schiffslinie 73 ist von der HADAG in den letzten Jahren häufig als attraktive Verbindung von und nach Harburg beworben worden. Welche Entwicklung hat die Linie 73 im Vergleich mit anderen Schiffslinien in den letzten Jahren genommen?
9. Es bestand die Absicht, die Linie auch an Wochenenden verkehren zu lassen. Aus welchen Gründen ist diese Absicht bisher nicht umgesetzt worden?
10. Verfügt die HADAG über ausreichendes Personal und genügend Schiffe, um einen Wochenendverkehr der Linie 73 zu gewährleisten?
Hamburg, den 19.08.2021
Ralf-Dieter Fischer Rainer Bliefernicht
Fraktionsvorsitzender Jens Ritter
Robert Timmann
BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG
Der Vorsitzende 15.09.2021
Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) nimmt zu der Anfrage der CDU-Fraktion (Drs. 21-1581) wie folgt Stellung:
Durch die Maßnahmen zur Umsetzung des Hamburg-Taktes ist langfristig mit einer deutlichen Steigerung der Fahrgastzahlen zu rechnen. Aus diesem Grund ist zu erwarten, dass auch auf tangentialen Verbindungen eine ausreichend große Nachfrage generiert wird, die eine Ergänzung des Busangebots auf diesen Strecken gestattet. Diese Verbindungen sind zusätzliche Leistungen, die das bestehende radiale System mit Ausrichtung auf die S-Bahn-Stationen unterstützen.
Die Einführung tangentialer Verbindungen innerhalb Harburgs gestattet es den Fahrgästen, Fahrten, welche nicht zum Harburger Zentrum führen, ohne Umstieg sowie in kürzerer Zeit zu absolvieren. Des Weiteren wird die Fahrgastbelastung auf den radialen Achsen gemindert.
Seitens der Hamburger Hochbahn AG (Hochbahn) ist eine zusätzliche Verbindung im Zielnetz des Hamburg-Taktes vorgesehen, welche die Stadtteile Langenbek, Marmstorf, Eißendorf und Heimfeld verbindet. Somit wird ein Großteil der radialen Achsen in Harburg verbunden.
Das bestehende radiale System bleibt grundsätzlich unangetastet.
Ein Termin für die Umsetzung der unter 3. genannten Verbindung steht aufgrund der pandemiebedingten Auswirkungen auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) noch nicht fest.
Die HADAG Seetouristik und Fährdienst AG (HADAG) hat in der Vergangenheit Fährverbindungen aus dem Harburger Binnenhafen in Richtung Innenstadt (insb. Landungsbrücken) geprüft. Diese Untersuchung hat ergeben, dass aufgrund der notwendigen Schleusung und der Geschwindigkeitsbegrenzung im Hamburger Hafengebiet die Verbindung keine konkurrenzfähige Alternative zum bestehenden Angebot aus S-Bahn und Regionalverkehr zwischen dem Bezirk Harburg und der Innenstadt darstellt. Die Einführung einer solchen Fährverbindung wird daher nicht weiter verfolgt.
Aufgrund der pandemiebedingten Auswirkungen auf den ÖPNV werden im Folgenden die Fahrgastzahlen der Jahre 2015 und 2019 verglichen.
Tabelle
Fahrgäste 2015 |
Fahrgäste 2019 |
Veränderung (gerundet) |
|
Linie 73 |
385.000 |
330.000 |
- 14 % |
HADAG |
8.760.000 |
9.510.000 |
+ 9 % |
Aufgrund des begrenzten Schiffparks der HADAG in Verbindung mit der stagnierenden Nachfrage der Linie 73 wurde eine Ausweitung der Betriebszeiten bisher nicht priorisiert. Die durch eine gestartete Ausschreibung hinzukommenden Schiffe werden zunächst auf anderen Linien eingesetzt. Die Personalstärken werden im Falle einer Angebotserweiterung seitens der HADAG rechtzeitig angepasst.
Gez. Heimath
f.d.R. Martens
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