Stadtteilkultur im Hamburg-Nord: Kompetenzen im Fundraising zielgenau ausbauen und unterstützen Antrag der GRÜNE-Fraktion
Letzte Beratung: 08.10.2026 Bezirksversammlung Ö 6.10
Der Antrag in Kürze und einfacher Sprache
Das Problem: Kultur-Einrichtungen in Hamburg-Nord haben immer höhere Kosten. Geld für Personal, Miete und Material fehlt. Deshalb könnten Kultur-Angebote gekürzt werden.
Die Lösung: Die Einrichtungen sollen lernen, wie sie mehr Förder-Geld bekommen können. Dafür brauchen sie Schulungen und Hilfe bei schwierigen Förder-Anträgen.
Wer das machen soll: Die Bezirks-Versammlung soll Schulungen unterstützen. Die Kultur-Behörde soll eine Beratungs-Stelle für Förder-Anträge schaffen.
Die Organisationen der Stadtteilkultur in Hamburg-Nord, insbesondere die Kulturzentren und Geschichtswerkstätten) leisten mit ihren vielfältigen Angeboten einen wichtigen Beitrag zu Gemeinschaft, Bildung und Identifikation der Bewohner*innen in den Quartieren. Trotz einer zuletzt gestiegenen Grundfinanzierung über den Bezirk gibt es vor allem aufgrund steigender Kosten für Personal, Material, Mieten und Dienstleistungen immer größere Finanzierungsprobleme. Wo die Sach- und Personalkosten steigen, muss es letztlich zu Kürzungen an Umfang und Vielfalt des Programms kommen.
Die Kultur-Institutionen im Bezirk sind daher schon seit langem darauf angewiesen, weitere Fördermittel bei Stiftungen, Unternehmen und über Förderprogramme einzuwerben. Im Laufe der Jahre ist so schon sehr viel Kompetenz und Wissen bei den einzelnen Institutionen entstanden. Viele Kontakte zu potenziellen Fördermittelgebenden wurde aufgebaut.
Professionelles Fundraising ist dabei etwas, was nicht „nebenbei“ geschehen kann: Fundraising ist Beziehungsarbeit und erfordert kontinuierliche Kommunikation und damit auch personelle Ressourcen. Größere Projekte, die mit mehr Mitteln, Stellen und einer längeren Dauer verbunden sind, bringen eine entsprechende Bürokratie mit sich. Mit dem Fundraising betraute Personen stoßen dabei oft an ihre Grenzen, da sie sich häufig nicht in Vollzeit um Mittelakquise kümmern können. Aufwändigere Projekte mit EU- oder Bundesförderung, die Institutionen Planungssicherheit bieten würden, sind so oft unerreichbar. Denn schon die Beantragung erfordert viele Kapazitäten und spezielles Fachwissen – bei naturgemäß oft unklaren Erfolgsaussichten.
Da Kostensteigerungen in den kommenden Jahren absehbar sind, sich gleichzeitig aber die Einnahmensituation des Landes Hamburg eher verschlechtern wird, ist ein Ausbau der Drittmittelakquise für die Kulturinstitutionen sinnvoll. Die Bezirksversammlung kann dies unterstützen, indem sie zielgenau den Ausbau vorhandener Kompetenzen fördert. Sie kann sich zudem gegenüber dem Land dafür einsetzen, Strukturen zu schaffen, die auch die erfolgreiche Durchführung aufwändigerer Antragsverfahren -ggf. institutions- und bezirksübergreifend- ermöglichen.
Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord möge beschließen:
Für die GRÜNE Fraktion
Daniela Clément
Thorsten Schmidt
Isabel Permien
Christoph Reiffert
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