Neuordnung der Ausschussstrukturen in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord Antrag der GRÜNE-Fraktion
Der Antrag in Kürze und einfacher Sprache
Das Problem: In Hamburg-Nord gibt es 15 politische Ausschüsse. Dort arbeiten Abgeordnete an verschiedenen Themen. Manche Sitzungen dauern nur kurz. Viele fallen aus. Trotzdem kosten sie viel Geld.
Die Lösung: Es soll weniger Ausschüsse geben. So wird Geld gespart. Die Menschen sollen sich aber weiter beteiligen können.
Wer das machen soll: Die Bezirks-Versammlung bildet eine Arbeits-Gruppe. Das Bezirks-Amt soll helfen.
„Einschnitte und Zumutungen“, „Bittere Pillen“, „Beamte sollen länger und mehr arbeiten“ –Hamburgs kommender Doppelhaushalt 2027/28 wird zwar gegenüber dem vorherigen weiter wachsen, soll aber viele Zumutungen für die Menschen in der Stadt beinhalten.
Unter anderem in der Diskussion:
Zwar werden diese zusätzlichen Kosten durch den Haushalt 27/28 für viele kein größeres Problem sein – doch für manche sind schon 10 Euro mehr im Monat eine echte Belastung. Das gilt besonders, als ja auch die allgemeinen Lebenshaltungskosten stark gestiegen sind und weiter steigen.
Wenn die Bürger*innen und Beamt*innen der Stadt ihren Beitrag zur Konsolidierung des Haushalts leisten, sollte auch die Bezirksversammlung prüfen, ob sie einen Beitrag leisten kann.
Die Arbeit der Bezirksversammlungen wird vom Land Hamburg unterstützt, indem Zahlungen geleistet werden für
Ein Teil dieser Kosten steigt direkt mit der Zahl der Ausschüsse, die die Bezirksversammlung (BV) einsetzt. Die BV-Nord hat derzeit
Diese 15 Ausschüsse bestehen aus jeweils 15 Mitgliedern und 10 Stellvertretungen. Jedes in der Sitzung anwesende Mitglied oder Stellvertretende Mitglied erhält ein Sitzungsgeld von 40,- Euro. Dazu kommt individuell ggf. noch eine Pauschale für Kinderbetreuungskosten.
Bei vollständigem Erscheinen werden also allein für Sitzungsgelder je Ausschuss und Sitzung mindestens 1.000 Euro fällig. Bei meist 10 Sitzungen pro Jahr sind also 10.000 Euro jährlich pro Ausschuss allein für Sitzungsgelder zu veranschlagen.
Dazu kommt die Vergütung der Arbeitszeit der Mitarbeitenden der Verwaltung, die mit der Organisation rund um den Ausschuss betraut sind.
Üblicherweise tagen die Ausschüsse etwa zehn Mal pro Jahr (Bauausschüsse 11-12 Mal). Der Vergabeausschuss tagt sogar zweiwöchentlich.
Einige der Ausschüsse in Hamburg-Nord zeichnen sich in letzter Zeit dadurch aus, dass die Sitzungen entweder sehr kurz sind – oder gleich komplett ausfallen (Daten von 1-9/26):
Ausschuss |
Ausfallquote (%) |
Ø Sitzungsdauer (Minuten) |
UA Bau BUHD |
67 |
32 |
UA Bau EWi |
71 |
30 |
UA Bau FOLAG |
44 |
28 |
VergA |
11 |
20 |
HaushA |
0 |
44 |
Das betrifft insbesondere die Bauausschüsse, die immer weniger zu besprechen haben, weil weniger größere Bauprojekte anstehen. Von den Fachausschüssen tagt der Haushaltsausschuss am kürzesten. Einen eigenständigen Vergabeausschuss gibt es so überhaupt nur im Bezirk Nord.
Die Fakten lassen den Schluss zu, dass nicht alle Ausschüsse in der jetzigen Form notwendig sind. Es wäre ein starkes Signal an die Gesellschaft, wenn die Bezirkspolitik einen Prozess startete, um die Anzahl der Gremien zu reduzieren. Dabei gilt es, sachorientiert darüber zu sprechen, welche Ausschüsse zusammengelegt werden könnten. Zur Vorbereitung wäre ein Vorschlag der Verwaltung hilfreich, der aus ihrer Sicht organisatorisch sinnvolle Zusammenhänge aufzeigt.
Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord möge beschließen:
a) Anzahl ausfallender Sitzung und Sitzungsdauer als Indiz für die Menge an bearbeiteten Themen
b) Sach- und Sinnzusammenhänge zwischen Ausschüssen
c) Kein Abbau von Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger*innen und der Ausschussmitglieder
d) Die Sitzungsdauer neu geschaffener oder neu zugeschnittener Ausschüsse soll durchschnittlich nicht länger als zwei Stunden betragen, um die Arbeitsfähigkeit ihrer Mitglieder zu erhalten
e) Organisatorische Vorteile
Für die GRÜNE Fraktion
Daniela Clément
Thorsten Schmidt
Christoph Reiffert
Marcel Bulawa
Katharina Fischer-Zernin
Sidney Gregor-Wielan
Nadja Grichisch
Katrin Hofmann
Dr. Anıl Kaputanoğlu
Timo B. Kranz
Azra Kültür
Isabel Permien
Angelina Platz
Carsten Redlich
Nergis Zarifi
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