Leerstand von Gewerbeflächen im Bezirk Hamburg-Nord
Im Bezirk Hamburg-Nord befinden sich zahlreiche gewerbliche Flächen unterschiedlicher Nutzung, darunter Einzelhandel, Dienstleistung, Handwerk und Büronutzung. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass an verschiedenen Standorten, insbesondere in Stadtteilzentren und Nebenlagen, Gewerbeflächen über längere Zeiträume leer stehen oder nicht nachvermietet werden. Zur Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung und zur gezielten Förderung lokaler Gewerbestrukturen ist eine Übersicht über Umfang, Lage und Dauer solcher Leerstände erforderlich.
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Bezirksamtsleiterin:
1. Wie viele Gewerbeflächen (Laden-, Büro-, Praxis- oder sonstige gewerbliche Nutzung) stehen derzeit im Bezirk Hamburg-Nord leer?
Dazu wird im Bezirksamt keine Statistik geführt. Grundsätzlich ist eine vollumfängliche Erfassung kaum umsetzbar, da eine Leerstandsanzeige für Eigentümer und Mieter nicht verpflichtend ist und es auch keinen „Leerstandsmelder“ für Gewerberäume gibt. Eine kontinuierliche Erfassung wäre sehr zeit- und personalintensiv. Die dafür erforderlichen Ressourcen stehen nicht zur Verfügung. Zudem würden die erhobenen Daten sehr schnell altern und eine entsprechend permanente Nachführung ist nicht leistbar.
2. Wo befinden sich diese Leerstände? Bitte nach Stadtteilen und, soweit möglich, nach Straßen oder Quartieren aufschlüsseln.
Siehe Antwort zu Frage 1. Eine Aufschlüsselung ist somit nicht möglich.
Das Bezirksamt erwarten dazu genauere und räumlich zugeordnete Aussagen mit der Fortschreibung und Aktualisierung des bezirklichen Nahversorgungskonzeptes und des Gewerbeflächenkonzepts. Im Rahmen der Bestandsanalyse werden auch die dann vorliegenden Leerstände erhoben. Beide Konzepte werden hamburgweit nach einheitlicher Systematik bearbeitet. Vereinbartes Ziel zwischen den Fachbehörden und den Bezirken ist es, die Nahversorgungskonzepte ab dem kommenden Jahr fortzuschreiben.
3. Wie groß sind die jeweiligen unvermieteten Flächen (in Quadratmetern) und seit wann bestehen die Leerstände?
Siehe Antwort zu Frage 1 und 2. Es gibt kein Leerstandsmonitoring.
4. Wie viele der leerstehenden Gewerbeflächen befinden sich in öffentlicher Hand (z. B. Stadt Hamburg, SAGA, Sprinkenhof GmbH, LIG, HOCHBAHN)?
Dazu liegen dem Bezirsamt keine Angaben vor.
5. Welche Maßnahmen unternimmt das Bezirksamt, um langfristige Leerstände zu reduzieren oder Zwischennutzungen zu fördern?
Das Bezirksamt steht im regelmäßigen Austausch mit der Hamburg Invest Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die eine Gewerbeimmobiliendatenbank betreibt, über die auch verfügbare private Gewerbeflächen angeboten werden (Gewerbeimmobiliensuche von Hamburg Invest | Hamburg Business). Hamburg Invest und die bezirkliche Wirtschaftsförderung sind im Rahmen ihrer Kontakte zu Gewerbetreibenden und Grundeigentümern bestrebt, Leerstände in Nutzung zu bringen.
Weitere Möglichkeiten des Bezirksamtes, Leerstände zu reduzieren, sind sehr begrenzt. Um Leerständen entgegenzuwirken, sind vor allem finanzielle Anreize wirkungsvoll. Im Gegensatz zu einigen Flächenländern – z. B. Nordrhein-Westfalen – gibt es in Hamburg derzeit keine Fördermittel, um leerstehende Gewerberäume in Nutzung zu bringen.
Vier Jahre lang gab es in Hamburg als Förderprogramm den „Fonds für kreative Zwischennutzung“, der durch die Kreativgesellschaft verwaltet wurde. Dieser lief am 30.06.2025 aus. Der Fonds förderte Zwischennutzungen leerstehender Flächen in Hamburg durch temporäre Ateliers, Werkstätten, Ausstellungsorte, Co-Working-Spaces, Präsentationsflächen und andere kreative Nutzungen.
Dr. Bettina Schomburg 25.11.2025
(Bezirksamsleitung)
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