Kinder und Senior*innen schützen - Tempo 30 Strecke verlängern und sichere Querung in der Jarrestraße prüfen - Beschlussempfehlung des Regionalausschusses Eppendorf-Winterhude
Der Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude hat sich in seiner Sitzung am 28.09.2026 mit der o.g. Thematik befasst und einstimmig, bei Abwesenheit der AfD-Fraktion, folgende Beschlussempfehlung formuliert:
Vor diesem Hintergrund möge der Regionalausschuss beschließen:
Begründung:
In der Jarrestraße befinden sich zwei Kindertagesstätten sowie ein Pflegeheim mit vielen mobilitätseingeschränkten Bewohner*innen. Täglich nutzen dort mehr als 230 Kita‑Kinder, zahlreiche Schüler*innen der angrenzenden Winterhuder Reformschule sowie Senior*innen den Straßenraum.
Da sich entlang beider Seiten der Jarrestraße viele gastronomische Betriebe und ein Supermarkt befinden, wird die Jarrestraße besonders häufig gequert. Gleichzeitig sorgen 48 Busfahrten je Stunde auf zwei Linien im Fünf-Minuten-Takt, reger Lieferverkehr und viele Zweite-Reihe-Parkende für viele unübersichtliche Situationen.
Derzeit gilt Tempo 30 im Bereich des Pflegeheims (Jarrestraße 75) bis zur Grundstücksgrenze der Elbkinder‑Kita Jarrestraße (Jarrestraße 59, ca. 190 Plätze). Auf Höhe der Kita Trompitas (Jarrestraße 52–54, ca. 43 Plätze) ist Tempo 50 angeordnet (vgl. Grafik).
Angesichts der vielen besonders schutzbedürftigen Verkehrsteilnehmenden ist eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h in der Jarrestraße nicht vertretbar.
In der bisherigen Fassung der HRVV war für Tempo 30 vor besonders schutzwürdigen Einrichtungen ein direkter Zugang aus dem Gebäude zur in Rede stehenden Straße erforderlich. Diese Anforderung hat sich mit der jüngsten Revision der HRVV geändert.
Anders als in der alten Fassung heißt es nun unter Ziffer I.2 [1]:
Die Einrichtung muss über einen direkten Zugang zur Straße verfügen oder im Nahbereich der Einrichtungen ist ein starker Ziel- und Quellverkehr aller Verkehrsarten mit seinen kritischen Begleiterscheinungen (z.B. häufige Fahrbahnquerungen durch zu Fuß Gehende, Bring- und Abholverkehr mit vielfachem Ein- und Aussteigen an einem häufig genutzten Zugang zur Einrichtung, erhöhter Parkraumsuchverkehr, Pulkbildung von Radfahrenden und zu Fuß Gehenden) vorhanden.
Weiter heißt es unter Ziffer I.6:
Die streckenbezogene Geschwindigkeitsbeschränkung sollte sich unabhängig von der postalischen Anschrift der Einrichtung in erster Linie auf die tatsächlich benutzten und vom Einrichtungsträger zur Verfügung gestellten Eingänge für zu Fuß Gehende und Radfahrende erstrecken. […] Unabhängig von der eigentlichen Entfernung zum jeweiligen Schulgebäude ist auf den Eingang abzustellen, über den das Schulgrundstück überwiegend betreten oder verlassen wird und hier ein unmittelbarer Bezug zur Straße vorhanden ist.
Der Eingang der Elbkinder-Kita ist nur durch ein Tor direkt zur Jarrestraße/Bushaltestelle erreichbar. Es müssen also 100% der Kinder die Jarrestraße nutzen, um den Kita-Eingang zu erreichen.
Der Eingang der Kita Trompitas ist nur durch den Durchgang von der Jarrestraße her erreichbar. Es müssen also 100% der Trompitas-Kinder den Bürgersteig an der Jarrestraße und dann den Durchgang nutzen, um den Kita-Eingang zu erreichen.
Zwischen der Ampel an der Kreuzung Jarrestraße/Großheidestraße und der Saarlandstraße (450 Meter) fehlt zudem eine sichere Querungsmöglichkeit. Kinder, Senior*innen und mobilitätseingeschränkte Personen aus dem Pflegeheim können den Verkehr dort nur schwer einschätzen, zumal fast überall parkende Fahrzeuge auf beiden Straßenseiten die Sicht auf den fließenden Verkehr auf der Fahrbahn erschweren. Eine Querungshilfe würde die Sicherheit deutlich erhöhen. Zudem ist die Bushaltestelle Flüggestraße wegen der fehlenden Querungshilfe nur eingeschränkt erreichbar.
Die neue Richtlinie der Innenbehörde vom Dezember 2024 ermöglicht Zebrastreifen vor sensiblen Einrichtungen wie Pflegeheimen auch bei Tempo 30.
Die Bezirksversammlung folgt der Beschlussempfehlung.
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