Fernwärmeausbau Eppendorf Hoheluft-Ost – Stadtteilschutzkonzept zum Erhalt von gewachsenen Gewerbestrukturen Gemeinsamer Antrag von SPD-, CDU- und FDP-Fraktion
Letzte Beratung: 08.10.2026 Bezirksversammlung Ö 6.4
Derzeit wird das Hamburger Fernwärmenetz an vielen Stellen ausgebaut und ertüchtigt, um seine Leistungsfähigkeit zu erhöhen und weitere Quartiere zuverlässig mit klimafreundlicher Wärme versorgen zu können. Ein Schwerpunkt liegt aktuell in Eppendorf und Hoheluft-Ost, wo im Rahmen der Fernwärmespange Grindel–Eppendorf neue Leitungen verlegt und bestehende Netzstrukturen verstärkt werden. Ergänzend wird im Hamburger Norden der Fernwärmeausbau Nord umgesetzt, über den unter anderem die Ankerkunden Flughafen Hamburg und Lufthansa Technik erschlossen werden. Insgesamt schafft der Ausbau die Voraussetzungen, mehr Haushalte an das Fernwärmenetz anzuschließen. Die Bauarbeiten in den beiden hier betroffenen Stadtteilen werden bis 2029 andauern und die Straßen, in denen die Bauarbeiten durchgeführt werden, werden zu den Bauzeiten in ganz unterschiedlicher Weise belastet werden. Die Belastungen betreffen Vollsperrungen über längere Zeiträume, die das Parken verhindern und die Auswirkung auf die Verkehrsführung insgesamt haben. Insbesondere die Bauphase im Lehmweg und in der Eppendorfer Landstraße wird die dort vorhandene und über die Stadtteilgrenzen hinaus bekannte Einzelhandels- und Gastronomiestruktur mit Blick auf die Erfahrungen in der Osterstraße in Eimsbüttel beeinträchtigen.
Insgesamt ist es wichtig, die Akzeptanz der Bevölkerung für diese Art von Baustellen nicht zu verlieren. Insofern ist es nicht nur geboten, dass die jeweiligen Bauträger im Rahmen der Baustellenkoordination über den Ablauf der Baustellen nachvollziehbar und stets aktuell informieren, sondern dass die Auswirkungen der Baustellen auf die Stadtteile und die dort vorhandene gewerbliche Infrastruktur so gering wie möglich ausfallen.
Soweit sich abzeichnet – ähnlich wie in der Osterstraße –, dass der örtliche Einzelhandel und die Gastronomie durch die Intensivität der Baumaßnahme (Dauer und Schwere des baulichen Eingriffs) so in Mitleidenschaft gezogen werden kann, dass nach Beendigung der Maßnahme eine spürbare Veränderung des Charakters des Stadtteils zu dessen Nachteil droht, ist es angemessen, dass die betroffenen Fachbehörden gemeinsam mit dem Bauträger, der Wirtschaftsförderung und unter Beteiligung der örtlichen Gewerbestruktur jeweils ein quartiersbezogenes Baustellenschutzkonzept entwickeln, das darauf zielt, negative Auswirkungen auf die Stadtteile von vornherein zu minimieren und während der Baumaßnahmen stadtteilbezogene Maßnahmen enthält, die dabei unterstützen, beeinträchtigtes Gewerbe (z.B. Einzelhandel & Gastronomie) zu erhalten.
Für die Fernwärmebaustelle im Quartier Eppendorf und Hoheluft-Ost sollen entsprechende Maßnahmen umgehend geprüft und im Rahmen eines Pilot-Stadtteilschutzkonzepts umgesetzt werden. Die Erkenntnisse können dann in die Begleitung von zukünftigen Infrastrukturgroßbaustellen einfließen.
Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord möge beschließen:
Das Bezirksamt wird gebeten,
Für die CDU-Fraktion: Martin Fischer, Philipp Kroll, Ralf-Martin Diedrich,
Dr. Clarissa Bohlmann, Katharina Schwarz
Für die SPD-Fraktion: Tina Winter, Carsten Gerloff, Veit Krasnicki
Für die FDP-Fraktion: Claus-Joachim Dickow, Ron Schumacher
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