Unterstützung der Hochhaussanierung nach Rohrbrüchen in Kirchdorf-Süd
Letzte Beratung: 19.03.2026 Bezirksversammlung Hamburg-Mitte Ö 3.7
Die Bezirksversammlung hat in ihrer Sitzung am 19.02.2026 dem nachfolgend aufgeführten Antrag der SPD-Fraktion, GRÜNE-Fraktion und FDP-Gruppe Drs. Nr. 23-1466 einstimmig zugestimmt.
Am Wochenende des 7./8. Februar 2026 kam es im Karl-Arnold-Ring 53 sowie im Erlerring 10 zu gravierenden Rohrbrüchen der Feuerlöschleitungen. Große Mengen Wasser verursachten massive Überschwemmungen der oberen Wohnungen und der Treppenhäuser. Der Hauptstrom in den Wohnungen musste aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden und nur der Notstrom für die Treppenhäuser lief weiter. Auch in den Kellerräumen und Aufzugsschächten sammelte sich sehr viel Wasser.
Die SAGA aktivierte unmittelbar nach Bekanntwerden der Schadensfälle ihre Notfallpläne. Mitarbeitende waren umgehend vor Ort, eine Sonderhotline wurde eingerichtet, Informationsstände aufgebaut und den Mieterinnen und Mietern der betroffenen 160 Wohnungen wurden umfassende Unterstützungsangebote unterbreitet.
Zur Schadensfeststellung wurden sämtliche Wohnungen begangen. Fachfirmen führten Trocknungsmaßnahmen sowie Elektroprüfungen durch. Zudem wurde ein Ingenieurbüro für Brandschutz mit der Erarbeitung eines Instandsetzungskonzeptes für die betroffenen Löschleitungen beauftragt.
Die SAGA hat bereits einen Teil ihrer Wohnungsbestände in Kirchdorf-Süd saniert und plant seit längerem umfangreiche Maßnahmen zur weiteren Sanierung und Modernisierung der rund 50 Jahre alten Hochhauszeilen. Durch das aktuelle Schadensereignis rückt die Bedeutung einer kontinuierlichen Instandhaltung und Erneuerung der technischen Infrastruktur erneut in den Fokus. Wenn bereits relativ neue und moderne Anlagen nicht vollständig vor Ausfällen geschützt sind, wird deutlich wie wichtig eine kontinuierliche Wartung und Anpassung an aktuelle Standards gerade bei älteren Gebäuden ist.
Eine zügige, transparente und nachhaltige Umsetzung der geplanten Maßnahmen trägt deshalb dazu bei, die Wohnqualität langfristig zu sichern und das Quartier weiter zu stabilisieren. Es muss jetzt alles getan werden, die Sanierung und Modernisierung der SAGA-Gebäude mit oberster Priorität anzugehen.
Die Bezirksversammlung möge beschließen:
1. Nach den schwerwiegenden Rohrbrüchen am Wochenende des 7./8. Februar 2026 haben die Mitarbeitenden der SAGA den betroffenen Bewohnenden mit hohem persönlichem Einsatz durch verschiedene Hilfsangebote unterstützt. Dafür spricht die Bezirksversammlung ausdrücklich ihren Dank aus.
2. Der Regionalausschuss Wilhelmsburg, Veddel, Kleiner Grasbrook bittet die SAGA, in einer Ausschusssitzung durch einen Referenten über den Fortgang der Trocknungs-, Prüf- und Instandsetzungsarbeiten zu berichten und bei wesentlichen weiteren Entwicklungen bzw. zum Abschluss der Maßnahmen erneut zu informieren.
3. Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) wird gebeten, die Weiterentwicklung des Wohnungsbestandes in Kirchdorf-Süd weiterhin eng zu begleiten und sich für eine prioritäre und umfassende Sanierung und Modernisierung der SAGA-Hochhauszeilen in Kirchdorf-Süd einzusetzen.
4. Die SAGA wird gebeten zu prüfen,
a. ob nach der möglichst schnellen Schadensbehebung, eine fachliche Neubewertung der - ohne Zweifel - erforderlichen Feuerlöschleitungen dazu führt, dass z.B. zusätzliche präventive Maßnahmen zur Erhöhung der Betriebssicherheit der Feuerlöschleitungen umgesetzt werden können, damit mögliche Wiederholungsfälle vermieden werden können.
b. ob vergleichbare Gebäude im näheren Umfeld auf ähnliche Risiken oder Schwachstellen in den Feuerlöschleitungen untersucht werden sollten, um vorbeugend mögliche Schadensfälle frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.
Die Bezirksversammlung hat in ihrer Sitzung am 19.03.2026 die nachfolgende Stellungnahme der
Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) vom 11.03.2026 zur Kenntnis genommen:
„Zu Nr. 2:
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SAGA sind gegenwärtig vollständig darauf fokussiert, die vor Ort entstandenen Schäden zügig und operativ zu beheben, um den betroffenen Mietparteien eine schnellstmögliche uneingeschränkte Nutzung ihrer Wohnungen zu gewährleisten. In mehreren Pressemitteilungen sowie in zwei schriftlichen kleinen Anfragen (23/3296, 23/3178) wurde bereits umfassend über den Schadenshergang und die geplanten weiteren Bearbeitungsschritte informiert. Darüber hinaus befindet sich die SAGA in einem kontinuierlichen Dialog mit dem Bezirksamt Hamburg-Mitte, um eine effektive Koordination und einen reibungslosen Informationsfluss sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund bietet die SAGA an, den aktuellen Sachstand im Rahmen einer der kommenden Regionalausschusssitzungen schriftlich darzulegen.
Zu Nr. 3:
Die SAGA trägt im Rahmen ihrer Portfoliostrategie die eigenverantwortliche Zuständigkeit für die Planung und Umsetzung von Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen über den jeweiligen Zeitverlauf hinweg. Im Zuge dessen wurde bereits ein Planungsbüro beauftragt, um potenzielle Maßnahmen zur energetischen Modernisierung der betreffenden Gebäude am Erler- und Karl-Arnold-Ring zu erarbeiten. Eine detailliertere Konkretisierung dieser Maßnahmen ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch noch nicht möglich. Die SAGA gewährleistet eine angemessene und vorrangige Information ihrer Mieterinnen und Mieter über die Planungen sowie den Fortschritt der Sanierungsarbeiten, um Transparenz und Beteiligung sicherzustellen.
Zu Nr. 4:
Es wurde eine umfassende Bestandsaufnahme der betroffenen sowie aller vergleichbaren Feuerlöschanlagen durchgeführt. Dabei wurden systematisch Optimierungspotenziale in technischer, organisatorischer und baulicher Hinsicht ermittelt, um eine einheitliche Bewertung und Verbesserung der Anlagen sicherzustellen. Die in der vergangenen Woche an den Feuerlöschanlagen im Karl-Arnold-Ring und Erlerring durchgeführten PVO-Prüfungen haben die uneingeschränkte Betriebssicherheit und Wirksamkeit dieser Anlagen bestätigt. Somit liegen für die geprüften Standorte keine Beanstandungen vor, und die Funktionalität der Feuerlöschsysteme ist gewährleistet.“
Die BSW hat mit Schreiben vom 18.03.2026 nunmehr folgende ergänzende Stellungnahme zu Nr. 2 übermittelt:
Als Schadensursache in den Gebäuden Karl-Arnold-Ring 53 und Erlerring 10 wurden Rohrbrüche in den Feuerlöschwasserleitungen identifiziert. Die betroffenen Leitungen konnten innerhalb eines Zeitraums von fünf Tagen nach dem Schadensereignis instandgesetzt werden. Nach Abschluss der erforderlichen Prüfungen, die gemäß der Prüfverordnung (PVO) durchgeführt wurden, wurde die Betriebssicherheit und Wirksamkeit der Anlagen bestätigt, sodass die Leitungen unmittelbar wieder in Betrieb genommen werden konnten.
Die Stromversorgung ist mittlerweile in sämtlichen bewohnten Wohnungen vollständig wiederhergestellt. Die großen Aufzüge in beiden Gebäuden sind wieder funktionsfähig. Im Objekt Karl-Arnold-Ring 53 wurde der große Aufzug bereits am 10. Februar 2026 wieder in Betrieb genommen, im Objekt Erlerring 10 folgte die Wiederinbetriebnahme am 11. Februar 2026. Die kleineren Aufzüge in beiden Gebäuden befinden sich weiterhin in der Instandsetzung. Aufgrund der komplexeren Wiederherstellungsmaßnahmen und der notwendigen Ersatzteilbeschaffung ist mit einer Fertigstellung erst bis Ende Mai 2026 zu rechnen.
Die Begehungen aller Wohnungen, die Feuchtigkeitsmessungen sowie die Installation der erforderlichen Trocknungsgeräte wurden vollständig abgeschlossen. In der achten Kalenderwoche 2026 sind für beide Gebäude Entsorgungsplätze für Sperrmüll eingerichtet worden. Den Mieterinnen und Mietern stehen Transporthilfen zur Ausleihe zur Verfügung. In Einzelfällen wird zudem Unterstützung bei der Entsorgung durch Hauswarte, Mitarbeitende der CHANCE-Logen sowie beauftragte Dienstleister geleistet. Dieses Angebot wird gut angenommen und wurde daher zunächst bis zum 20. März 2026 verlängert.
Am 4. März 2026 fand in beiden Objekten eine mobile Sprechstunde statt, die auf Basis der vorliegenden Schadenaufnahmeergebnisse von 14 bis 19 Uhr angeboten wurde. Dieses Angebot wurde von den Mieterinnen und Mietern positiv aufgenommen, wodurch Fragen und individuelle Anliegen direkt vor Ort geklärt werden konnten.
Seit dem 5. März 2026 werden sukzessive Kontrollmessungen in den Wohnungen durchgeführt. Mit Stand vom 16. März 2026 konnten im Karl-Arnold-Ring 53 bereits in 20 Wohnungen und im Erlerring 10 in 16 Wohnungen die Trocknungsgeräte wieder entfernt werden. Ab der zwölften Kalenderwoche 2026 werden die bereits getrockneten Wohnungen erneut begangen, um die erforderlichen Wiederherstellungsarbeiten, darunter Maler-, Tischler- und Bodenbelagsarbeiten sowie weitere Dekorationsmaßnahmen, aufzunehmen. Für die Durchführung dieser Arbeiten stehen entsprechend beauftragte Fachunternehmen zur Verfügung. Die Arbeiten sollen nach Abstimmung mit den jeweiligen Mietparteien unverzüglich nach der Bestandsaufnahme beginnen und zügig umgesetzt werden.
Zum Stand 13. März 2026 sind im Erlerring 10 in 16 Wohnungen sowie im Karl-Arnold-Ring 53 in 12 Wohnungen nach der Raumlufttrocknung weitere Trocknungsmaßnahmen an Bauteilen sowie gegebenenfalls zusätzliche Instandsetzungsarbeiten erforderlich. Parallel dazu unterstützt die SAGA betroffene Mietparteien weiterhin bei Wohnungswechseln. Fünf Mietparteien mit Umzugswunsch konnten bereits mit einer neuen Wohnung versorgt werden, von denen vier den Umzug bereits vollzogen haben.
Alle Mietparteien, die dauerhaft umziehen möchten, erhalten weiterhin, soweit verfügbar, Wohnungsangebote. Bislang wurden in diesem Zusammenhang rund 50 Wohnungsangebote unterbreitet. Mietparteien, die im Quartier verbleiben möchten oder nach Abschluss der Arbeiten in ihre bisherigen Wohnungen zurückkehren wollen, werden ebenfalls entsprechend unterstützt.
Bis Ende März 2026 werden im Quartier Kirchdorf-Süd rund 20 weitere Wohneinheiten fertiggestellt. Diese stehen sowohl für dauerhafte Umzüge als auch für eine vorübergehende Unterbringung während notwendiger Bauarbeiten zur Verfügung. Aktuell sind noch acht Mietparteien in Hotels untergebracht. Derzeit ist davon auszugehen, dass im Laufe des Aprils 2026 alle aktuell noch im Hotel untergebrachten Mietparteien sowie diejenigen Haushalte, in deren Wohnungen umfangreichere Arbeiten erforderlich sind, mit einer Wohnung im Quartier – dauerhaft oder vorübergehend – versorgt werden können.
Das eingerichtete Notfalltelefon ist weiterhin aktiv, wird jedoch inzwischen nur noch selten genutzt. Es bleibt vorsorglich zunächst bis Ende März 2026 geschaltet. Die Kommunikation mit den Mieterinnen und Mietern erfolgt weiterhin über die bekannten Kanäle, insbesondere durch persönliche Gespräche vor Ort, Aushänge, direkte Ansprechpartner in der Geschäftsstelle und im Quartier sowie über die Online-Webseite.
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