Sachstand und Förderpotenziale beim Glasfaserausbau (FTTH) in unserer Heimat, den Vier- und Marschlanden
Letzte Beratung: 15.10.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 6.4
Auskunftsersuchen
der BAbg. Krohn, Seiler, Winkelbach, Meyer, Zimmermann, Unbehauen, Schander
und AfD Fraktion Bergedorf
Ein flächendeckender und leistungsfähiger Glasfaserausbau (FTTH) ist für die Zukunft unserer Vier- und Marschlande von zentraler Bedeutung. Als flächenmäßig größter und ländlich geprägter Teilraum Hamburgs sind unsere ansässigen Betriebe, Landwirte und privaten Haushalte dringend auf eine moderne digitale Infrastruktur angewiesen.
Leider müssen wir vor Ort feststellen, dass die bisherigen Ausbauabsichten der großen privatwirtschaftlichen Akteure oftmals ins Leere gelaufen sind. So hat die Koordinierungsstelle Glasfaserausbau der Stadt Hamburg offiziell bestätigt, dass die Deutsche Glasfaser ihren geplanten Ausbau aufgrund geänderter Rahmenbedingungen und gestiegener Tiefbaukosten gestoppt hat. Auch die Telekom fokussiert sich primär auf die dicht besiedelten Räume der Stadt. Das bedeutet für uns: Unsere ländlichere Region droht digital abgehängt zu werden.
Gleichzeitig wissen wir, dass der Hamburger Senat eine flächendeckende Gigabit-Versorgung anstrebt. Ein entscheidender Baustein dafür war der Erwerb von 49,9 Prozent der Anteile an dem regionalen Telekommunikationsunternehmen willy.tel durch die städtische HGV im Juni 2024. Das erklärte Ziel dieser Partnerschaft ist der Anschluss von rund 100.000 zusätzlichen Hamburger Haushalten bis 2034. Es ist mir ein großes persönliches und politisches Anliegen, dass dieses städtische Potenzial nun auch bei uns im Bezirk Bergedorf ankommt. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Randgebiete vergessen werden, während man sich andernorts die Filetstücke sichert. Es muss dringend geklärt werden, wie das entstandene Ausbau-Vakuum in unserer Region gefüllt wird.
Vor diesem Hintergrund fragen wir:
1. Wie hoch ist aktuell die Versorgungsquote mit reinen Glasfaseranschlüssen (FTTH) in den Vier- und Marschlanden (bitte in absoluten Zahlen und in Prozent der Haushalte angeben)?
2. Welche konkreten wirtschaftlichen, technischen oder planerischen Parameter führten, nach
Kenntnis der zuständigen Stellen im Detail dazu, dass die Telekom und die Deutsche Glasfaser
den Ausbau bei uns gestoppt bzw. nicht vollumfänglich umgesetzt haben?
3. Inwiefern ist die Erschließung unterversorgter Gebiete im Bezirk Bergedorf, ganz besonders in
den Vier- und Marschlanden, fester Bestandteil der strategischen Ausbauziele, die mit der
städtischen 49,9-prozentigen HGV-Beteiligung an willy.tel verknüpft sind?
4. Wie wird die Möglichkeit bewertet, über die städtische Beteiligung an willy.tel gezielt
diejenigen „Wirtschaftlichkeitslücken“ in unserer Region zu schließen, die rein private Anbieter
vom Ausbau abhalten?
5. Gibt es aktuell formelle Abstimmungen zwischen dem Bezirksamt, dem zuständigen Breitband-Koordinator der Stadt Hamburg und willy.tel zur Erschließung der sogenannten „weißen
Flecken“ in den Vier- und Marschlanden, und falls ja, welche Meilensteine wurden definiert?
6. Soweit wider Erwarten keine städtischen Ausbauressourcen (wie willy.tel) zum Einsatz kommen:
Auf welche alternativen Bundes- oder Landesförderprogramme greift das Bezirksamt zurück,
um den FTTH-Ausbau in den Vier- und Marschlanden dennoch zeitnah sicherzustellen?
Keine Orte erkannt.
Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.
Die Themen werden automatisch anhand von Stichworten, Ausschüssen und Orten zugeordnet und können daher unvollständig oder falsch sein.