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MS Stubnitz retten – Heimathafen finden in Altona Antrag der Fraktionen von GRÜNE, Volt, SPD und CDU (2. NEUFASSUNG)

Antrag öffentlich

Letzte Beratung: 30.01.2025 Bezirksversammlung Ö 9.3

Sachverhalt

Die MS Stubnitz, ein 1964 in Stralsund gebautes ehemaliges Kühlschiff der DDR, ist heute ein einzigartiger Veranstaltungsort in der Hamburger HafenCity. Nach der Wende wurde sie von einer Künstlerinitiative zur mobilen Plattform für Musik, Kunst und Kultur umgebaut. Seit 2013 bereichert sie Hamburg mit einem genreübergreifenden Programm.

Die MS Stubnitz ist ein Ort alternativer Kultur, der sowohl lokale als auch internationale Künstler anzieht. Sie wurde mehrfach mit dem APPLAUS-Bundespreis ausgezeichnet und steht für unkonventionelle Events abseits des Mainstreams. Darüber hinaus fördert das Schiff durch inklusive Veranstaltungen den interkulturellen Austausch und die soziale Integration.

Ihre Geschichte und kulturelle Bedeutung machen die MS Stubnitz zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Hamburger Kulturszene.

Die MS Stubnitz benötigt erhebliche finanzielle Mittel für die Instandhaltung und hat in den letzten Jahren mehrfach den Liegeplatz wechseln müssen. Der aktuelle Standort in der HafenCity ist nur bis 2026 gesichert und die Zukunft des Schiffes bleibt ungewiss. Die Gentrifizierung und der Mangel an langfristigen Lösungen bedrohen die kulturelle Arbeit der Stubnitz.

Altona ist seit jeher ein Bezirk, der für Offenheit, Vielfalt und Kultur steht und vielfältigen Projekten und Initiativen ein zu Hause gibt. Altona bietet nicht nur Raum, sondern auch eine symbolische Offenheit als geeignete Heimat für die MS Stubnitz.

Wir beantragen daher die Prüfung eines neuen Liegeplatzes im Bezirk Altona. Ein möglicher Standort könnte an dem Standort des U-Boot-Museums am St. Pauli Fischmarkt entstehen. Dieser zentrale Standort kann die kulturelle Attraktivität der Stubnitz steigern und Synergien mit anderen kulturellen Einrichtungen schaffen.

Es gilt in jedem Fall, Konfliktlagen mit bestehender und/oder geplanter Wohnbebauung zu vermeiden. Am Standort des U-Boot-Museums wäre zu prüfen, ob die Gäste der MS Stubnitz nach dem Verlassen des Schiffes lärmtechnisch dem Veranstaltungsort oder dem öffentlichen, touristisch-geprägten Raum zuzuordnen sind.

Auch andere geeignete Liegeplätze sind entlang der Elbe in Richtung Westen denkbar. Ein weiterer möglicher Standort könnte am Uferbereich in Richtung Fischauktionshalle, Holzhafen oder in Richtung des neuen Areal-West-Gebietes liegen. In diesem Areal gibt es geeignete Flächen, die Platz für das Schiff bieten und zugleich eine gute Anbindung an die kulturellen und sozialen Netzwerke Altonas gewährleisten würden.

Die Standortprüfung muss die geplante oder bestehende Wohnbebauung in der Umgebung einbeziehen, um eine Balance zwischen der kulturellen Nutzung des Schiffes und der Lebensqualität der Anwohner*innen zu gewährleisten. Sollte ein Platztausch mit dem U-Boot nicht möglich sein, bitten wir um die Prüfung weiterer geeigneter Liegeplätze im Bezirk Altona.

Eine langfristige Beheimatung der MS Stubnitz in Altona würde das Fortbestehen der kulturellen Institution sichern und die Vielfalt des Bezirks stärken. Altona hat bereits Interesse an einem Umzug der Stubnitz bekundet – eine Chance, die genutzt werden sollte, um dieses Kulturschiff zu bewahren.

Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung beschließen:

Der Senat wird nach § 27 BezVG, das Bezirksamt wird nach § 19 BezVG gebeten, gemeinsam

  1. zu prüfen,
  1. ob und inwieweit im Rahmen des aktuell laufenden Beteiligungs- und Planungsverfahrens zur Umgestaltung des Uferbereichs St. Pauli Fischmarkt (ggü. Park Fiction; auch Park Fiction II genannt) die Verlagerung der Live-Musik-/Club-Location „MS Stubnitz“ von der Hafencity umzusetzen ist;
  1. ob und inwieweit die Verlagerung der Live- Musik-/Club-Location „MS Stubnitz“ an den Standort des U-Boot-Museums bei Beibehaltung des Standortes „U-Boot Museum“ umsetzbar wäre oder ob weitere Alternativstandorte am Fischmarkt, am Altonaer Holzmarkt oder in Richtung des Uferbereiches Areal West vorhanden wären und diese unter Berücksichtigung der vorhandenen und geplanten Wohnbebauung umsetzbar sind;
  1. für alle genannten Standorte insbesondere zu prüfen, ob die lärmtechnischen Voraussetzungen und ggf. welche hafenbezogenen Restriktionen zur Verlagerung an diesen Standorten vorliegen und welche Bedingungen und Kosten insgesamt zu erfüllen sind;
  1. der Bezirksversammlung über das Prüfungsergebnis bis 16.06.2025 zu berichten ggf. auch als Zwischenbericht, um ggf. Beschlusslagen vor der Sommerpause zu ermöglichen.
Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Zustimmung gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
Lokalisation Beta
Fischmarkt St. Pauli Fischmarkt Park Fiction Fischauktionshalle

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