Neue Perspektive für die Wandsbeker Zollinsel - Flächen für Handwerk und Mittelstand schaffen Antrag der CDU-Fraktion
Letzte Beratung: 08.10.2026 Bezirksversammlung Wandsbek Ö 7.2
Die Wandsbeker Zollinsel gehört zu den zentral gelegenen Entwicklungsflächen im Kerngebiet Wandsbek. Seit 2018 wurde auf der Wandsbeker Zollinsel ein Verwaltungsneubau für das Bezirksamt Wandsbek geplant. Im November 2024 wurde schließlich entschieden, dieses Vorhaben nicht weiterzuverfolgen. Stattdessen werden Teile des Bezirksamtes Flächen im ehemaligen Karstadt-Gebäude am Wandsbeker Markt nutzen. Für die brachliegenden Flächen auf der Zollinsel wird damit eine neue Entwicklungsperspektive benötigt.
Über die künftige Nutzung der Zollinsel gibt es bereits seit längerem Überlegungen. Konkrete Angaben hierzu wurden öffentlich jedoch trotz mehrfacher Nachfragen nur in begrenztem Umfang gemacht. Aus einem Auskunftsersuchen der CDU-Fraktion vom Mai 2026 (Drs. 22-3722) ging hervor, dass die zuständigen Behörden an einer Gesamtentwicklung der Zollinsel als „Arbeits- und Versorgungsstandort“ arbeiten und hierzu bereits ein Letter of Intent geschlossen wurde. Viele konkrete Fragen zur künftigen Nutzung, zu den beteiligten Interessenten und Unternehmen, den betroffenen Flächen und zum weiteren Verfahren wurden in der Antwort jedoch nicht näher konkretisiert.
Weitere Einzelheiten nannte Finanzsenator Andreas Dressel gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Wie die Zeitung am 24. Juli 2026 berichtete, werde „gemeinsam mit einem benachbarten Unternehmen und städtischen Energieunternehmen“ an einem „Arbeits- und Versorgungsstandort“ gearbeitet. Die Planungs- und Abstimmungsprozesse seien noch nicht abgeschlossen.
Diese laufenden Überlegungen bieten die Chance, auch das Handwerk in die weitere Entwicklung einzubeziehen. Handwerks- und kleinere Produktionsbetriebe benötigen geeignete Gewerbeflächen, die in einer wachsenden Stadt zunehmend unter Druck geraten. Gleichzeitig schaffen sie Arbeits- und Ausbildungsplätze und sind für die Versorgung der Menschen und Unternehmen vor Ort von großer Bedeutung.
Wie eine flächensparende Unterbringung solcher Betriebe gelingen kann, zeigt der Handwerkerhof „Meistermeile“ in Hamburg-Lokstedt. Dort stehen Werkstatt- und Lagerflächen für kleine und mittlere Handwerks- und Produktionsbetriebe auf mehreren Geschossen zur Verfügung.
Ein vergleichbares, auf die Bedürfnisse Wandsbeks zugeschnittenes Modell könnte auf den brachliegenden Flächen der Zollinsel einen zusätzlichen Baustein für die weitere Entwicklung darstellen. So könnten die bestehenden Überlegungen für einen Arbeits- und Versorgungsstandort um neue Flächen für Handwerk, Mittelstand und produzierendes Gewerbe ergänzt werden.
Gleichzeitig verfügt die Zollinsel über eine zweigeschossige Parkpalette mit 102 Stellplätzen, die insbesondere für Besucher der Wandsbeker Sporthalle von Bedeutung ist. Die dort vorhandenen Parkmöglichkeiten sollen grundsätzlich erhalten bleiben.
Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung Wandsbek beschließen:
Das Bezirksamt wird gebeten, gemeinsam mit den zuständigen Fachbehörden und städtischen Stellen sowie unter Einbeziehung der Handwerkskammer Hamburg zu prüfen,
Die derzeit vorhandenen 102 Stellplätze sollen grundsätzlich erhalten bleiben.
Das Ergebnis der Prüfung ist dem Planungsausschuss und dem Ausschuss für Wirtschaft, Digitales und Katastrophenschutz im Rahmen eines gemeinsamen Tagesordnungspunktes vorzustellen.
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