30er Strecken für hochfrequentierte Schulwege Hamburg-Poppenbüttel Ulzburger Straße und Harksheider Straße Eingabe
Der Geschäftsstelle der Bezirksversammlung liegt folgende Eingabe vor:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bitte Sie, die Einrichtung von verkehrsberuhigten 30er-Strecken für folgende zwei Straßenbereiche zu prüfen, weil es sich um hochfrequentierte Schulwege handelt, die eine Bündelungswirkung zwischen Wohngebieten und Schulen aufweisen.
Viele Schüler und Schülerinnen (SuS) fahren oder gehen von der Ulzburger Straße in den Rehmbrook, um zu der Grundschule oder Stadtteilschule Poppenbüttel zu gelangen. Die meisten SuS kommen mit dem Fahrrad aus dem Norden, Süden oder Westen. Es gibt aber auch viele SuS, die mit dem Bus kommen. Abgesehen von den SuS der Grundschule Poppenbüttel und Stadtteilschule Poppenbüttel, nutzen auch andere SuS die Ulzburger Straße, um mit dem Fahrrad zu einer der anderen insgesamt 5 Schulen im näheren Umfeld zu fahren. Das wäre ein Argument, die 30er-Strecke auf die gesamte Straße auszuweiten. Die Ulzburger Straße hat zum Großteil keinen oder einen nur sehr schlecht erhaltenen Fahrradweg. Der Fahrrad-/Fußweg ist bis auf ganz wenige Abschnitte nicht sicher von der Autofahrbahn getrennt. Der Fußweg ist zudem teilweise so schmal, dass sich die verschiedenen Verkehrsteilnehmer ins Gehege kommen, sobald es mehr als ein Verkehrsteilnehmer ist. Es ist den SuS nicht zu verdenken, dass sie sich nicht trauen, mit dem Fahrrad auf die Straße auszuweichen. Bei Tempo 50 oder mehr und wenn die Autofahrenden sich im Stress des Berufsverkehrs befinden, wagen es selbst bei den Erwachsenen die allerwenigsten, auf der Straße zu fahren. Hinzukommt, dass der Fußweg durch Mülltonnen an mehreren Tagen in der Woche noch schmaler wird. Gefährliche Stellen sind die Bushaltestellen, wo mitunter viele SuS auf den Bus warten oder aussteigen. Dann ist - insbesondere an der Bushaltestelle stadtauswärts – auf dem Fußweg ein Vorbeikommen für weitere Verkehrsteilnehmer nahezu unmöglich. Bei einem Gerangel ist es nicht unwahrscheinlich, dass Kinder oder Jugendliche auf die Fahrbahn geraten. Wenn dann ein Auto schneller als 30km/h fährt, kann es nicht mehr rechtzeitig bremsen. Es ist schon Jahrzehnte her, aber es gab traurigerweise schon einen Todesfall an der Ulzburger Straße, weil ein Kind auf seinem Fahrrad auf die Straße fiel und das Auto nicht mehr rechtzeitig gebremst werden konnte. An der Kreuzung Ulzburger Straße/Rehmbrook findet bei Schulbeginn und Schulschluss eine Pulkbildung von Radfahrenden und Fußgängern statt. Die Ampel an der Kreuzung Ulzburger/Rehmbrook ist zu mehreren Zeiten tagsüber stark frequentiert. Nicht nur von SuS auf dem Weg nach Hause oder zur Schule, sondern ebenfalls während der Schulzeit, weil die Sportanlage Bültenkoppel auch für den Sportunterricht oder für andere sportliche Veranstaltungen von der Grundschule Poppenbüttel und der Stadtteilschule Poppenbüttel genutzt wird. Eltern bringen zudem ihre kleinen Kinder zu einer der umliegenden Kitas oder holen sie ab. Leider ist zu beobachten, dass immer wieder Autofahrende, obwohl die Ampel bereits umspringt, nicht auf Nummer sichergehen und zum Stehen kommen, sondern schnell noch rüberfahren. Ich kann Ihnen versichern, dass der hier geschilderte Eindruck der Wahrheit entspricht, denn ich wohne seit Jahrzehnten dort und nehme ihn tagtäglich wahr, wenn ich aus dem Haus schaue oder wenn ich morgens mit dem Fahrrad auf der Ulzburger Straße stadteinwärts zur Arbeit fahre bzw. am Nachmittag wieder nach Hause komme.
Hier handelt es sich im wortwörtlichen Sinne um eine Einmündung in die Schulstraße, den Schulbergredder. Viele Kinder kommen vom Norden auf der rechten Seite fahrend oder überqueren die Harksheider Straße an der Ampel. Am Nachmittag wiederholt es sich, nur in die andere Richtung. An dieser Ampel passiert es leider regelmäßig, dass Autofahrende bei Orange Gas geben und, wenn sie schon rot haben, an der Ampel vorbeirasen. Ich selbst erlebe das immer wieder. Vor einigen Wochen musste ich folgende beängstigende Erfahrung machen. Ich befand mich zu Fuß bereits auf der Straße, als ich bemerkte, dass ein Kleinlaster sehr schnell auf die Ampel zufuhr und keine Anstalten machte, langsamer zu fahren. Sicherheitshalber blieb ich stehen, was sich im Nachhinein als gute Entscheidung erwies, denn der Fahrer brauste an mir vorbei und schaute mich noch im Vorbeifahren entsetzt an. Sowohl ich als auch andere Passanten, die diesen Vorfall mitbekamen, erfuhren einen nachhaltigen Schrecken. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn ich ein Kind gewesen wäre, dass sich auf das Grün der Ampel verlassen hätte. Die Fuß-/Fahrradwege sind an dieser Straße zwar besser von der Autofahrbahn getrennt, aber der Verkehr fließt zu schnell, sodass es gerade an den Übergängen für die jüngeren und vulnerablen Verkehrsteilnehmer zu gefährlichen Situationen kommt. An der Einmündung Schulbergredder findet außerdem eine Pulkbildung von Radfahrenden und Fußgängern statt. Die Übersichtlichkeit an dieser Stelle ist ungenügend und die Autofahrenden nehmen nicht ausreichend Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer. Genau an dieser Einmündung kam es vor einigen Jahren zu einem Todesfall, weil ein Autofahrer nicht auf einen anderen Verkehrsteilnehmer achtete. Die Verpflichtung zur Rücksichtnahme und Wahrung von Sicherheit liegt an dieser Stelle auf Seiten der Autofahrenden. Durch eine 30er-Strecke müssen sie das Tempo drosseln und werden so dazu befähigt.
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
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