Protokoll

Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz gemeinsam mit dem Ausschuss für Haushalt, Wirtschaft und Wissenschaft zu TOP 2

Ö 1

Feststellung der Tagesordnung

Es werden keine Ergänzungen oder Änderungswünsche vorgetragen. Die Tagesordnung wird festgestellt.

Ö 2 - 22-1673

Gemeinsamer Antrag SPD - GRÜNE betr. Wasserstoff - Energie der Zukunft für die Hamburger Industrie (mit Vertreter*innen der Hamburger Energienetze GmbH (HNE))

Der Berichterstatter für die Hamburg Green Hydrogen Hub GmbH & Co. KG teilt einleitend mit, er verantwortet zugleich bei den Hamburger Energiewerken den Bereich Wasserstoff und Unternehmensentwicklung.

Er stellt anhand einer Präsentation vor, was das HGHH-Konsortium, bestehend aus Luxcara und den Hamburger Energiewerken, gerade baue bzw. was auch schon umgesetzt wurde. Die Präsentation kann in der Anlage zu Drucksache 22-1673 eingesehen werden.

An dem Standort des ehemaligen Kohlekraftwerks in Moorburg werde derzeit eine 105-MW-Elektrolyseanlage realisiert, die jährlich 10.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren werde.

Anhand eines Modells erläutert er, wie die Anlage später aussehen soll und an welchem Bereich aktuell gearbeitet wird (s. Folie 2 der Präsentation). Es werde davon ausgegangen, Ende 2027 in den kommerziellen Betrieb gehen zu können. Das gesamte Projekt werde aus Bundesmitteln und Mitteln der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert.

Der Vertreter der Hamburg Green Hydrogen Hub erläutert kurz die zwei verschiedenen Wege, wie der in der Anlage erzeugte Wasserstoff an die Kunden geleitet wird. Zur an dem Standort genutzten Technik informiert er, dass Wasser aus der Elbe entnommen und der aus dem ehemaligen Kohlekraftwerk vorhandenen Wasseraufbereitung zugeleitet werde.

Außerdem bringe der Standort einen 380 KV-Netzanschluss mit, sodass Strom aus Wind- und PV-Anlagen an die Anlage herangeführt werden könne. Dies seien u.a. auch Gründe, warum dieser Standort sehr prädestiniert sei, weil vieles von der Infrastruktur aus der Kraftwerkszeit weiter genutzt werden könne.

Aus den beiden vorgenannten Komponenten werde der Wasserstoff erzeugt, pro Stunde könnten dann rund 2 Tonnen Wasserstoff produziert werden.

Abschließend gibt er einen Überblick über den Projektfortschritt und einen Ausblick auf die anstehenden Projektmeilensteine. (s. Folie 3 und 4 der Präsentation).

Im Anschluss berichtet ein Vertreter von den Hamburger Energienetzen (HNE) über den Bau des HWW-Netzes in Hamburg. 2024 sei mit dem Bau des HWW-Netzes mit 40 Kilometern in der ersten Ausbauphase begonnen worden. Diese ersten 40 Kilometer werden im Jahr 2027 fertiggestellt sein und in Betrieb genommen. Es gebe eine weitere Ausbaustufe von 20 Kilometern, die sich in Richtung der Norderelbe erstrecke. Die Idee dahinter sei, die großen Industrien im Hafengebiet versorgen zu können, sofern sie es denn wollen. Letztendlich stellen die Hamburger Energienetze ein Netz zur Verfügung, dass dann von den Energiewerken genutzt werde, in dem sie den Wasserstoff dort in das Netz einspeisen. Kunden würden davon profitieren, indem sie den Wasserstoff abnehmen. Die Hamburger Energienetzte stellten letztendlich nur die Infrastruktur für den Transport des Wasserstoffs zur Verfügung.

Ein wichtiger Punkt sei, dass man mit diesem Netz an das europäische Fernnetz angeschlossen sei. D.h., es bestehe die Möglichkeit, Wasserstoff aus Hamburg in andere europäische Länder zu transportieren oder von dort zu empfangen.

Fragen werden wie folgt beantwortet:

  • Die Baustelle Vollhöfner Weiden werde sich voraussichtlich noch über das gesamte Jahr 2026 erstrecken.
  • Das Wasser werde der Elbe entnommen. 20 Tonnen pro Stunde seien im Vergleich zu anderen Wasserentnahmen, vor allem im Vergleich zu den Wasserentnahmen des damaligen Kraftwerks, ein Bruchteil dessen. Selbst bei extremer Trockenheit sei kein Problem zu erwarten.
  • Deutschland werde langfristig sowohl auf regionale Erzeugung von Wasserstoff als auch auf Import angewiesen sein. Deshalb sei es extrem wichtig, auch eine regionale Erzeugung von Wasserstoff zu haben, weil das System damit resilienter gemacht und Abhängigkeiten von anderen Staaten an der Stelle reduziert werden.
  • Die bestehende Wasseraufbereitung könne deutlich mehr leisten, als für die Anlage gebraucht werde. Ebenso könne der 380 KV-Netzanschluss deutlich mehr als nur die 100 MB-Elektrolyse zu bedienen.

Der Antrag wird für erledigt erklärt.

Ö 3

Gasnetzstörungen (mit Vertreter*innen der HNE)

Ö 3.1 - 22-1413

Antrag der Volt Fraktion: Aufklärung der Gasnetzstörungen in Harburg und Unterstützung der Betroffenen

Vertreter*innen der Hamburger Energienetze (HNE) informieren mit einer Präsentation zum Thema „Staub im Harburger Gasnetz“. (Ein nichtöffentliches Handout kann in der Anlage zu Drs. 22-1413 oder 22-1446 eingesehen werden.) Sie berichten im Wesentlichen über

  • die Hintergründe (Aufbau des Gasnetzes, schwerpunktmäßig betroffene Gebiete: Heimfeld, Harburg Kern und Sinstorf, eingeleitete Sofortmaßnahmen im Jahr 2025)
  • das Projekt „Staubcheck Harburg“. Es diene der weiteren Erhöhung der Versorgungssicherheit in Harburg, geplante Laufzeit: Frühjahr – Herbst 2026.
  • den Umgang mit Schadensfällen. Von rund 250 gemeldeten Fällen seien derzeit ca. 60% beglichen, ca. 40% befinden sich noch in Bearbeitung.

Zusammengefasst seien die Staubablagerungen, die im Bezirk Harburg zu Gasnetzstörungen geführt hatten, keine Besonderheit, sondern seien ein bekanntes Geschehnis. Aus diesem Grund haben die HNE in ihren Gasdruck-Regelanlagen Filter, durch die das Gas ströme, bevor es im Netz weiter an die Anschlussnehmer verteilt werde.

Wie ist der Staub zum Kunden gelangt? Aufgrund der stark gesunkenen Temperaturen im Herbst/Winter 2025, die deutlich tiefer lagen als die vorherigen Winter, habe es erhöhte Gasabnahmen gegeben, die zu höheren Fließgeschwindigkeiten im Gasnetz geführt hätten. Abgelagerter Staub wurde so aufgewirbelt und weitergetragen. Dieser sei am Ende im Filter gelandet, zum Teil aber auch dort hindurchgegangen (es wurden beschädigte Filter festgestellt) und wurde so teilweise bis zu den Kunden transportiert.

Staubvorkommen könnten nicht zu 100% aus dem Gasnetz entfernt werden. Zudem könne nicht punktgenau gesagt werden, an welchen Stellen sich Staubablagerungen befinden. Die HNE habe Schwerpunkte und Leitungsabschnitte identifiziert, wo der Staub gut abgeschieden werden könnte. Dies seien Maßnahmen, die auf jeden Fall wirksam sein werden. Dennoch sei es möglich, dass auch im nächsten Winter Staub im Erdgasnetz vorkommen könne. Dies sollte dann aber in einem deutlich geringeren Umfang sein als im Winter 2025/2026.

Der Vertreter der HNE versichert, es werde alles technisch Machbare in dem Bereich getan, um Störungen zu vermeiden. Der Staub im Netz sei historisch gewachsen und die HNE sei auch von der Staubmenge überrascht worden, die sich im letzten Winter in Harburg in Bewegung gesetzt habe.

In der anschließenden Diskussion werden insbesondere folgen Punkte angesprochen:

- Wartungsintervalle im Vorfeld der Gasproblematik, gab es Auffälligkeiten? Es gebe Standardintervalle, die nach DVGW-Regelwerk vorgesehen seien, die alle eingehalten wurden. Bei den letzten Wartungsarbeiten seien keine Staubvorkommen gefunden worden und dementsprechend habe es keinen Grund für weitere Veranlassungen gegeben.

- Haben alle Haushalte einen zusätzlichen Filter vorgeschaltet? Das sei außerhalb des Einflussbereiches der HNE, wenn die Hausanschlussleitung durch den Keller verlaufe. Ab dort beginne die Verantwortung des Kunden. Einige Kunden hätten sich einen Filter eingebaut, es gebe aber keine Verpflichtung dazu.

- Ziel sei es, die Abscheider bis Oktober 2026 ins Netz einzubinden und vor dem nächsten Winter in Betrieb zu nehmen. Sollten im Winter 2026/27 erneut erhöhte Staubvorkommen auftreten, würden diese dann in den Abscheidern landen und nicht mehr im Netz. Es sei jetzt das erste Mal, das die HNE explizit Abscheider ins Netz einbaue, weil es die Thematik in dieser Form bisher nicht gab.

- Kommunikation der HNE: Man sei mit allen erscheinenden Medien im Austausch, auch z.B. mit „harburg aktuell“. Der wichtigste Ansprechpartner für die Kunden bei Problemen seien die Installationsbetriebe gewesen. Diese Betriebe bzw. deren Innung sei durch die HNE in der Kommunikationsarbeit besonders adressiert worden.

Abschließend wird anwesenden Gästen Gelegenheit gegeben, Fragen an die Referenten zu richten.

Der Antrag wird für erledigt erklärt.

Ö 3.2 - 22-1446

Antrag CDU betr. Gasstörungen in Harburg beheben - Lösungen aufzeigen

Siehe Ausführungen zu Drucksache 22-1413.

Der Antrag wird für erledigt erklärt.

Ö 4

Bericht Projektumsetzung Grünbeetpatenschaften (mit Vertreterinnen der Loki Schmidt Stiftung)

Nach einleitenden Worten von Herrn Wehmeyer geben Vertreterinnen der Loki Schmidt Stiftung einen Überblick über erfolgte Maßnahmen im vergangenen Jahr bezüglich der Grünbeetpatenschaften im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Harburg. Die ausführliche Präsentation kann in der Anlage zu Drucksache 22-0571.01 (nichtöffentlich) eingesehen werden.

Der Ausschuss nimmt Kenntnis.

Ö 5

Mitteilungen der Verwaltung

Es liegt nichts vor.

Ö 6

Verschiedenes

Frau Pscherer berichtet, die GRÜNE-Fraktion sei vom NABU angesprochen worden, dass im Stadtpark Außenmühle in den letzten Wochen wieder gemulcht worden sei. Der NABU halte dies bei den momentan hohen Temperaturen nicht für sinnvoll, da die Grünflächen gegen die Hitze weniger resistent seien und aktuell auch junge Amphibien am Land umherwandern und dann sterben.

Herr Wehmeyer nimmt das Thema mit und gibt es umgehend an die zuständigen Kollegen weiter.