Die Vorsitzende erläutert, dass die vorliegende Tagesordnung kurzfristig um den TOP 13 ergänzt worden sei, da - trotz der noch nicht vorliegenden fachlichen Stellungnahme der Verwaltung - es das Bestreben des SIGI sei, das Verfahren nicht zu verzögern.
Die Tagesordnung wird nach der Erläuterung einstimmig gebilligt.
Frau Hinrichs stellt sich als intermediale Kunsttherapeutin vor, deren Schwerpunkt die Arbeit mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen sei. Mithilfe einer Präsentation (siehe Anhang zu diesem TOP der Niederschrift) stellt sie ihre Arbeit und das vom Ausschuss unterstützte Projekt vor.
Sie erläutert, dass sie bei dem vom Ausschuss geförderten Projekt in einer Einrichtung an 30 Terminen je 2 Stunden die Möglichkeit des Malens angeboten habe - manchmal mit Vorgaben, meist aber nach den Bedürfnissen der BesucherInnen.
Der Ausschuss bedanbkt sich für die Vorstellung.
Zwei Referentinnen vom Freiwilligennetzwerk Harburg stellen sich und das Projekt mit einer Präsentation (siehe Anhang zu diesem TOP der Niederschrift) vor. Das Netzwerk existiere seit 15 Jahren als zentrale Anlaufstelle für Menschen, die sich freiwillig engagieren wollen und ein passendes Projekt für sich suchen. Man sei mit 200 Einrichtungen & Initiativen im Kontakt, und die Beratungsbesuche hätten in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Neben der Beratung habe man die Möglichkeit, über den Fond „Geld für Gutes“ niedrigschwellig und unbürokratisch kleinere Summen für Projekte im Bereich des ehrenamtlichen Engagements zu bewilligen.
Hinsichtlich langfristiger Entwicklungsperspektiven seien folgende Trends erkennbar:
• Die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement bleibe weiter hoch
• In Harburg habe man viele Interessenten mit noch geringen Deutschkenntnissen
• Die Vereinbarkeit des Ehrenamts mit Beruf und Familie gewinne an Bedeutung
• Es gebe den Trend zum flexiblen und individuellen Engagement, was Organisationen vor die Herausforderung stelle, entsprechende Angebote zu offerieren
• Durch die sinkende Verbindlichkeit und die sinkende Bereitschaft zu einem längerfristig angelegten Engagements steige der Beratungsbedarf bei der Freiwilligenkoordination.
In der Diskussion im Ausschuss werden folgende Möglichkeiten erörtert:
• Kooperation mit Schulen
• Entwicklung von zielgerichteten Engagementsformen
• Akquise von Drittmitteln für strategische Weiterentwicklung der Ansprache möglicher Interessenten
Auf Nachfrage aus dem Ausschuss berichten die Auskunftspersonen, dass
neben Sprachbarrieren das fehlende Wissen um Zugangswege für eine Engagementsuche das vorwiegende Hindernis sei,
in Bezug auf die barrierefreie Erreichbarkeit man ebenerdige Räumlichkeiten vor Ort für Angebote und Beratungsgespräche nutzen könne (das Büro selbst befände sich im zweiten Stock ohne einen Aufzug)
die Personen im ehrenamtlichen Engagement versichert seien.
Der Ausschuss erklärt den Antrag für erledigt.
Anlagen
2026-04-20 Präsentation FNH Bei uns dreht sich alles ums Ehrenamt (2034 KB)
Das Fachamt Sozialraummanagement stellt mit einer Präsentation (siehe Anhang zu diesem TOP der Niederschrift) seine Arbeit im Bereich der Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements vor. Die Referenten verweisen auf die Hamburger Ehrenamtsstrategie. Gestartet sei diese zur Unterstützung des herausfordernden Engagements in der Geflüchtetenhilfe (Bürgerschaftsdrucksache 21/1354), seit 2020 sei diese nach einem ausführlichen Beteiligungsprozess der verschiedenen Zielgruppen geöffnet für alle Menschen weiterentwickelt worden. Für den Bezirk Harburg stehen für 2025 und 2026 jeweils knapp 95.000 Euro zur Verfügung.
Bei der Förderung wird unterschieden nach
größere Vorhaben über Zuwendungsbescheide, welche direkt von Trägern & Vereinen in Anspruch genommen werden, das Antragsverfahren jedoch „hochschwellig“ sei sowie
kleinere Vorhaben von Vereinen, Trägern, Privatpersonen oder Initiativen, wo über Zwischenträger wie die Lawaetz-Stiftung oder das Freiwilligennetzwerk Harburg (FNH) die administrative Abwicklung niedrigschwellig erfolge.
Die Auskunftspersonen weisen des Weiteren auf die Dankesveranstaltung für Ehrenamtliche hin, welche als Dank und Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements konzipiert sei. Neben der hamburgweiten Engagementkarte verwiesen sie auf deren Austausch mit dem Forum WIR, der Kooperation mit AKTIOVLI & Freiwilligennetzwerk
Auf Nachfragen aus dem Ausschuss stellen die ReferentInnen klar, dass sie die geltenden Förderregeln nicht übergehen könnten. Auch sie würden die Möglichkeiten von mehrjährigen Förderphasen inhaltlich begrüßen; die Hamburgische Bürgerschaft genehmige jedoch einen Doppelhaushalt, an den auch der Senat gebunden sei. Man sei gegenüber der Sozialbehörde rechenschaftspflichtig und jährlich auch berichtspflichtig. Es sei eine Anstrengung gewesen, das Instrument des Zwischenträgers erstmals zu etablieren, andere Bezirke würden dies für ihre Arbeit inzwischen übernehmen.
Des Weiteren wird bestätigt, dass die Anfragen nach Beratung und finanziellen Zuschüssen ansteigen; das Fachamt könne auch mit dem zur Verfügung stehende Geld zur Ko-Finanzierung beitragen.
Der Ausschuss bedankt sich für die Vorstellung.
Anlagen
2026-04-20 Förderung des freiwilligen Engagments - Bezirksamt Harburg (2019 KB)
Der Referent des Diakonischen Werkes stellt mit einer Präsentation (siehe Anhang zu diesem TOP der Niederschrift) den Mitternachtsbus vor. Der Mitternachtsbus fahre täglich zwischen 20.00 und 24:00 Uhr in den Bezirken Hamburg-Mitte und Altona. An Bord gebe es: warme Getränke (Kaffee, Tee, Kakao), Essen (Brötchen), Kleidung und Decken sowie Schlafsäcke. Das Projekt habe 1996 begonnen und sei komplett spendenfinanziert. Man habe einen Kreis von ca. 140 ehrenamtliche Helfer und würde bei jeder Tour ca. 160 Menschen erreichen.
Auf Nachfragen stellt die Auskunftsperson dar, dass eine Ausweitung des Projekts nach Harburg nicht geplant sei. Hamburg habe ca. 4000 obdachlose Menschen, davon leben ca. 100 in Harburg. Die meisten Obdachlosen würden sich wegen der vorhandenen Hilfsangebote in der Innenstadt aufhalten.
Für Harburg habe das Diakonische Werk nach erfolgter Ausschreibung die Trägerschaft der Straßensozialarbeit für obdachlose Menschen im Bezirk Harburg erhalten, so dass ab Juni diese mit 3 neuen Stellen in Harburg aktiv sein werde, um auf Angebote wie das Harburg Huus zu verweisen.
Bei Nachfragen nach dem Kostenrahmen führt der Referent aus, dass für die Durchführung des Mitternachtsbus-Angebotes jährlich 250.000 Euro notwendig seien, die Anschaffung des Fahrzeuges habe allein 60.000 Euro betragen. Seit der Corona-Pandemie mache man auch die Erfahrung, dass beispielsweise Bäckereien nicht mehr morgendlich den gesamten Tagesbedarf backen und abends Überschüsse abgeben würden. Man müsse daher viele Lebensmittel selbst einkaufen. Das Projekt habe zwei hauptamtliche Stellen und eine Schulung für neue ehrenamtliche Mitarbeiter.
Der Antrag verbleibt im Ausschuss.
Der Ausschuss nimmt von der Drucksache Kenntnis.
Die Leiterin des Harburg Huus stellt die Einrichtung vor, die als Tagesaufenthalts- und Übernachtungsstätte für Obdachlose konzipiert ist und sich an der Außenmühle befindet. Der Träger sei das Deutsche Rote Kreuz. Man verfüge über Duschräume und Waschmaschinen und biete auch die Möglichkeit, dass Menschen ohne Meldeadresse hier Postfächer einrichten könnten, welche für die Korrespondenz vielfach unerlässlich seien. Ein Team aus ehrenamtlichen Helferrinnen und Helfern und Rotkreuz-Mitarbeitenden seit Tag und Nacht an Ort und Stelle. Die Einrichtung akzeptiere auch die Mitnahme von Hunden und veranstalte auch Tagesausflüge für ihre Kunden.
Des Weiteren kündigt die Auskunftsperson an, dass das Harburg Huus voraussichtlich im Sommer neue Räumlichkeiten im Martin-Leuschel-Ring beziehen werde. Am Wallgraben entstehe damit ein zentraler Standort für Obdachlosenhilfe, Sozialberatung und medizinische Versorgung. Folgende Vorteile werden aufgeführt:
Am neuen Standort werde die Zahl der Übernachtungsplätze von 12 auf 24 Betten, aufgeteilt auf sechs Zimmer, ansteigen, darunter nun auch Zimmer für Frauen.
Man verfüge künftig über die Möglichkeit der Betreuung von 60 Tagesgästen.
Die neuen Räumlichkeiten ermöglichen erstmals auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität einen Zugang zur Unterkunft und ihren Angeboten, etwa Waschmaschinen, Trockner und Duschen sowie zu den Schlafräumen.
Mit dem Lokalen Gesundheitszentrum als Nachbar im gleichen Gebäudekomplex ergeben sich Synergien in der Beratung und Betreuung.
Der Ausschuss erklärt den Antrag für erledigt.
Der Ausschuss erklärt den Antrag für erledigt.
Es wird angeregt, dass die Sozialbehörde vor Ort eine öffentliche Informationsveranstaltung für alle interessierten BürgerInnen durchführen möge. Man habe in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Die Verwaltung sagt zu, diese Anregung weiterzugeben.
Der Ausschuss nimmt von der Drucksache Kenntnis.
Die SPD-Fraktion kündigt an, dass sie sich bei der Abstimmung über Herrn Bas enthalten werde, da dieser von der Fraktion als zubenannter Bürger bereits ernannt wurde.
Der Ausschuss beschließt die Empfehlung des Harburger Integrationsrates für Herrn Olaf Beyer einstimmig.
Der Ausschuss beschließt die Empfehlung des Harburger Integrationsrates für Herrn Ailf Ibrahim Bas bei Enthaltung der SPD-Fraktion einstimmig.
Die Bezirksversammlung wird gebeten, Herrn Alf Ibrahim Bas und Herrn Olaf Beyer für die verbleibende Amtszeit zu Mitgliedern des 3. Harburger Integrationsrates zu ernennen.
Der Integrationsrat berichtet über die im Rahmen der SuedLese durchgeführte Lesung zweier Flüchtlinge sowie die Teilnahme an der Aktion „Harburg in Vielfalt". Er informiert den Ausschuss über seine künftigen Vorhaben, als da wären:
Teilnahme an Aktionen zum Putzen von Stolpersteinen am 08.05.,
Teilnahme an der Veranstaltung am 08.05. mit „Omas gegen Rechts" in Räumlichkeiten des Kirchenkreises
Veranstaltung eines Badmintonturniers am 17.05.2026 in Neugraben,
Beteiligung am Heimfeld-Fest am 13.06.2026 sowie am Binnenhafenfest
Planung der nächsten Integrationskonferenz am 13.11.2026 im Kulturpalast
Aus dem Ausschuss wird angemerkt, dass inzwischen alle bei den Wahlen zum Integrationsrat gewählten Personen benannt worden seien. Bei künftigen Vorschlägen ergebe sich die Frage ob diese sich auch im Ausschuss kurz vorstellen könnten. Der Integrationsrat erklärt, dass dieses aus seiner Sicht grundsätzlich denkbar sei; eine entsprechende Beratung innerhalb des Integrationsrates wird zugesagt.
Es liegt nichts vor.
Anlagen
Eingabe 02-2026 betr. Situation Schwarzenbergstr. 74 (Drs. 22-1704) (93 KB)
Es liegt nichts vor.