22-1363.01

Stellungnahme zu NEU Gemeinsame Antrag SPD - DIE LINKE - GRÜNE - CDU - FDP - Volt - Fraktionslose BV-Mitglieder (SPD) betr. Mitternachtsbus für Hamburgs Süden

Antwort/Stellungnahme gem. § 27 BezVG

Letzte Beratung: 20.04.2026 Ausschuss für Soziales, Integration, Gesundheit und Inklusion Ö 5.1

Sachverhalt


Die Zahl an obdachlosen Menschen in Hamburg steigt. Besonders verschärft sich die Situation in der kalten Jahreszeit, aber auch im Sommer sind ausreichende Unterstützungsangebote wichtig (z.B. Hitzeschutz). Die Todeszahlen obdachloser Menschen im Jahr 2024 in Harburg waren besorgniserregend und auch im vergangenen Jahr sind viele Menschen auf Hamburgs Straßen ums Leben gekommen. Dieser Entwicklung muss auch auf lokaler Ebene entgegengewirkt werden. Hierzu sind Orts- und Sozialraumkenntnis von entscheidender Bedeutung.

Die Straßensozialarbeit wird derzeit nach der Neukonzeptionierung durch die Stadt ausgerichtet und Harburg wird durch die Priorisierung mehr personelle Stellen zur Verfügung haben, um den Herausforderungen im Bezirk begegnen zu können. Ein Mitternachtsbus wäre ganzjährig im Einsatz und könnte zu einer schnellen und unmittelbaren Entlastung maßgeblich beitragen. Neben der Finanzierung eines Fahrzeugs an sich ist die nachhaltige Finanzierung einer Stelle, welche die ehrenamtliche Arbeit koordiniert, essenziell.

Da der Einsatz des Mitternachtsbusses Hamburg sich auf den Bereich nördlich der Elbe konzentriert, wird eine Ergänzung für den Süden Hamburgs notwendig. Auch angrenzende Stadtteile wie Wilhelmsburg könnten von einem übergreifenden, bezirklichen Bus profitieren.

Das gesamte Projekt inkl. Koordination und Verwaltung kostet derzeit im Jahr rund 264.00 Euro, die bislang zu 100% durch Spenden finanziert wurden. Eine Ausweitung des Projekts auf Harburg und Wilhelmsburg würde ggfs. zusätzliche Mittel der fachlich zuständigen Sozialbehörde und auch der betroffenen Bezirke erfordern.

Petitum/Beschluss










Die Bezirksverwaltung wird gebeten, sich für die Prüfung und mögliche Einrichtung eines Mitternachtsbusses für Hamburgs Süden einzusetzen und…

1) Die Diakonie Hamburg als Betreiber des Mitternachtsbusses Hamburg in den Ausschuss für Soziales, Integration, Gesundheit und Integration einzuladen, um über den Betrieb des Mitternachtsbusses zu informieren.

2) Zu prüfen, wie hoch die Kosten für den Betrieb sowie die Anschaffung eines Mitternachtsbusses für die zusätzlichen Einsatzregionen wären.

3) Mit den sozialen Trägern in Harburg in Kontakt zu treten (z.B. Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz) um zu klären, inwiefern Strukturen bestehen oder geplant sind, welche den Betrieb eines Busses unterstützen könnten.

4) Gemeinsam mit der Sozialbehörde, dem Bezirksamt Hamburg-Mitte und ggfs. der Diakonie Hamburg zu prüfen, inwiefern die geteilte Finanzierung eines Busses für die Räumederelbe, Harburg und Wilhelmsburg realisierbar wäre.

5) Die Ergebnisse zu 2), 3) und 4) im Ausschuss für Soziales, Integration, Gesundheit und
Inklusion vorzustellen









































BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG

Der Vorsitzende

16. rz 2026

Die Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration (Sozialbehörde) nimmt zu dem Antrag der Harburger Bezirksversammlung, Drs. 22-1363, wie folgt Stellung:

Die Stadt Hamburg verfügt über ein breites, ausdifferenziertes und überwiegend niedrigschwelliges System der Wohnungs- und Obdachlosenhilfe. Die Sozialbehörde prüft die Bedarfslagen fortlaufend unter Einbeziehung der Erkenntnisse der zuständigen Behörden und sozialen Träger. Die Weiterentwicklung erfolgt kontinuierlich und zielgruppengerecht, um den wandelnden Bedürfnissen der Betroffenen gerecht zu werden und sozialräumliche Bedarfs- und Versorgungslagen zu berücksichtigen. Dabei wird besonderer Wert auf eine bedarfsgerechte Ausrichtung der Maßnahmen gelegt, die auch den unterschiedlichen Lebenslagen und Herausforderungen der Zielgruppen Rechnung trägt. Dies umfasst auch den Ausbau zentraler und dezentraler Angebote für die Zielgruppe obdachloser Menschen unter Berücksichtigung zur Verfügung stehender Haushaltsmittel.

Im Rahmen der Neukonzeptionierung der Straßensozialarbeit in Hamburg werden derzeit schrittweise zunächst in besonders bedarfsstarken Regionen die Ressourcen der Straßensozialarbeit für erwachsene obdachlose Menschen verstärkt. Dies betrifft insbesondere auch den Bezirk Harburg, für den drei Vollzeitäquivalente (VZÄ) für aufsuchende Straßensozialarbeit über die neue Förderrichtlinie finanziert werden. Die Sozialbehörde plant zudem das Angebot der bezirksübergreifenden Straßensozialarbeit von Fördern & Wohnen AöR (F&W) „Visite Sozial“ auszuweiten und mit einem zweiten - kleinerem - Streetwork-Mobil auszustatten. Für den zielgerichteten und bedarfsgerechten Einsatz von „Visite Sozial“ sind regelmäßige gemeinsame Lageeinschätzungen und Austauschformate mit den Bezirksämtern vorgesehen. Diese aufgeführten Hilfsangebote verdeutlichen, dass die Sozialbehörde durch gezielte Unterstützungsangebote von Obdachlosigkeit betroffene Menschen unterstützt und neue Perspektiven eröffnet.

Darüber hinaus fördert die Sozialbehörde im Bezirk Harburg seit 2023 das Harburg-Huus durch eine Zuwendung. Das Harburg-Huus des DRK-Kreisverbands Hamburg-Harburg e.V. bietet obdach- und wohnungslosen Menschen niedrigschwellige Hilfen in Form von Übernachtungsplätzen, Verpflegung, Hygiene, Sozialberatung und Tagesaufenthalt.

Zusammenfassend verfügt Hamburg und auch der Bezirk Harburg - über ein umfangreiches und differenziertes Hilfesystem zum Schutz und zur Unterstützung betroffener Personen. Konkrete Planungen für die Errichtung und den Betrieb eines Mitternachtsbusses für den Bezirk Harburg bestehen seitens der Sozialbehörde daher nicht.

gez. Böhm

f.d.R. Leptien

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Bera­tungs­reihen­folge
Lokalisation Beta
Wilhelmsburg Hamburg

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