22-1544

Volt Antrag: Bücherhalle Harburg als Third Space stärken - Sonntagsöffnung mit niedrigschwelligem Zugang ermöglichen

Antrag

Letzte Beratung: 09.09.2026 Regionalausschuss Harburg Ö 6

Sachverhalt

Volt Antrag: Bücherhalle Harburg als Third Space stärken – Sonntagsöffnung mit niedrigschwelligem Zugang ermöglichen

Öffentliche Bibliotheken sind weit mehr als Orte der Medienausleihe. Sie sind zentrale Orte der Bildung, Begegnung und sozialen Teilhabe und erfüllen damit wichtige Funktionen eines sogenannten „Third Space“. Der Begriff des „Third Space“ beschreibt Orte neben Zuhause und Arbeitsplatz, an denen Menschen unabhängig von Einkommen oder sozialem Status zusammenkommen können – zum Lesen, Lernen, Austausch oder einfach zum Verweilen.

Gerade öffentliche Bibliotheken erfüllen diese Funktion in besonderer Weise: Sie bieten freien Zugang zu Wissen, Aufenthaltsmöglichkeiten ohne Konsumzwang, Arbeitsplätze für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende und ermöglichen kulturelle Teilhabe für alle Bevölkerungsgruppen.

Die Bücherhallen Hamburg bilden mit über 30 Standorten das größte kommunale Bibliothekssystem Deutschlands und sind zugleich die publikumsstärkste Kultureinrichtung der Stadt mit jährlich mehreren Millionen Besucherinnen und Besuchern.

In vielen Hamburger Bücherhallen wurden in den vergangenen Jahren innovative Modelle entwickelt, um die Nutzung der Bibliotheken auch außerhalb klassischer Servicezeiten zu ermöglichen. Dazu gehört unter anderem das sogenannte FlexiBib-System, das Nutzerinnen und Nutzern mit gültiger Bücherhallenkarte den Zugang zu Bibliotheksräumen auch ohne Personal ermöglicht.

Zudem gibt es bereits Beispiele für Sonntagsöffnungen von Bibliotheken in Hamburg. So ist etwa die Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg regelmäßig sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet, auch ohne umfassenden Personalbetrieb, um Besucherinnen und Besuchern einen Aufenthalts- und Lernort zur Verfügung zu stellen.

Die Bücherhalle Harburg hingegen hat derzeit an Sonntagen geschlossen und ist lediglich von Dienstag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet.

Gerade in einem wachsenden und sozial vielfältigen Bezirk wie Harburg könnten zusätzliche Öffnungszeiten einen wichtigen Beitrag zur sozialen Infrastruktur leisten. Eine Sonntagsöffnung würde insbesondere:

  • Schülerinnen und Schülern einen ruhigen Ort zum Lernen bieten,
  • Studierenden zusätzliche Lern- und Arbeitsplätze ermöglichen,
  • Familien einen kostenfreien kulturellen Aufenthaltsort eröffnen,
  • Menschen ohne eigene ruhige Arbeitsumgebung einen Lernort bieten,
  • sowie generell einen niedrigschwelligen Treffpunkt ohne Konsumzwang schaffen.

Vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungskosten und wachsender sozialer Unterschiede sind solche frei zugänglichen Räume von besonderer Bedeutung. Bibliotheken können damit eine wichtige Rolle im lokalen Netzwerk der Third Spaces spielen und soziale Teilhabe unabhängig von finanziellen Möglichkeiten ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll zu prüfen, ob auch die Bücherhalle Harburg perspektivisch von erweiterten oder flexiblen Öffnungszeiten – insbesondere an Sonntagen – profitieren könnte.


Die Bezirksversammlung möge beschließen:

  1. Einsatz für eine Sonntagsöffnung der Bücherhalle Harburg

Das Bezirksamt wird gebeten, sich gegenüber der Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen sowie den zuständigen Fachbehörden dafür einzusetzen, dass die Bücherhalle Harburg künftig auch sonntags geöffnet werden kann, beispielsweise im Rahmen eines niedrigschwelligen Zugangsmodells (z. B. analog zum FlexiBib-System) mit Zugang über eine gültige Bücherhallenkarte.

  1. Prüfung eines niedrigschwelligen Zugangsmodells

Dabei soll insbesondere geprüft werden,

  • ob eine Sonntagsöffnung ohne regulären Personalbetrieb möglich ist,
  • welche organisatorischen und technischen Voraussetzungen hierfür erforderlich wären,
  • und welche Erfahrungen aus anderen Hamburger Bibliotheksstandorten mit erweiterten oder flexiblen Öffnungszeiten vorliegen.
  1. Bericht in den zuständigen Fachausschüssen

Die Verwaltung wird gebeten, über die Ergebnisse dieser Gespräche sowie über mögliche Perspektiven für erweiterte Öffnungszeiten der Bücherhalle Harburg im Regionalausschuss Harburg zu berichten.

Bera­tungs­reihen­folge
Lokalisation Beta
Bücherhalle Harburg
Stadtteile

Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.

Themen Beta

Die Themen werden automatisch anhand von Stichworten, Ausschüssen und Orten zugeordnet und können daher unvollständig oder falsch sein.