Stellungnahme zum Antrag CDU betr. Fernbahnhof Harburg: Sicherstellung von Abholer- und Bringerparkplätzen
Letzte Beratung: 18.11.2025 Hauptausschuss Ö 2.5
Im Stadtentwicklungsausschuss am 1. September 2025 wurde vom beauftragten Architekten eine Vorabplanung zur Neugestaltung des Vorplatzes am Fernbahnhof Harburg präsentiert. Aktuell befinden sich dort rund 40 Parkplätze für den regulären PKW-Verkehr.
Die beiden vorgestellten Varianten sehen eine drastische Reduzierung dieses Parkplatzangebots auf etwa die Hälfte vor. Angesichts der Bedeutung des Bahnhofs als Knotenpunkt des Fernverkehrs – mit hohem Einzugsgebiet (Bezirk und Landkreis Harburg sowie Teile von Hamburg-Mitte) und ICE-Verbindungen – ist mit einem gesteigerten Bedarf an Kurzzeitparkplätzen zu rechnen. Viele Reisende werden gebracht oder abgeholt, mit Verweildauern zwischen drei Minuten und einer halben Stunde. Eine Verknappung der ohnehin bereits knappen und stark frequentierten Parkplätze wäre daher problematisch und sollte sorgsam abgewogen werden.
Der Hinweis, es gäbe alternative Parkmöglichkeiten im P+R-Parkhaus, überzeugt nicht: Bringer und Abholer sind häufig nicht ortskundig, und der Weg dorthin ist kompliziert und weit. Der Vorplatz dient primär dem Zweck, Reisende unmittelbar zum Bahnhof zu bringen oder abzuholen – nicht dem Aufenthalt. Das Bahnhofsgebäude selbst bietet ausreichenden Schutz für wartende Personen.
Entgegen der Einschätzung in der Sitzung handelt es sich hier sehr wohl um eine kommunalpolitische Angelegenheit. Die Auswirkungen einer unzureichenden Anzahl an Kurzzeitparkplätzen werden sich deutlich im Bezirk und im direkten Umfeld des Bahnhofs bemerkbar machen.
Die Bezirksversammlung beschließt:
Die Verwaltung möge sich mit den zuständigen Stellen in Austausch begeben, um sicherzustellen, dass bei den weiteren Planungen zur Umgestaltung des Vorplatzes des Nah- und Fernverkehrsbahnhofes eine adäquate Anzahl Kurzzeitparkplätze (3 – 30 Minuten) erhalten bleibt – mindestens in Höhe der aktuellen Anzahl, idealerweise mehr.
Hamburg, am 03.09.2025
BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG
Der Vorsitzende
21.10.2025
Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende nimmt zu dem Antrag wie folgt Stellung:
Die Machbarkeitsuntersuchung für die klimaresiliente Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes Hamburg-Harburg hat zwei möglich Varianten entwickelt. Variante B mit klarer Trennung von Verkehrs- und Aufenthaltsflächen wird von DB InfraGO AG, BVM und dem Bezirksamt Harburg bevorzugt.
Aktuell bietet der Bahnhofsvorplatz insgesamt 44 Kfz-Stellplätze. Davon sind 26 Parkstände für Langzeitparker, sechs Stellplätze für Carsharing im Rahmen eines hvv switch-Punkts, zwei Stellplätze für mobilitätseingeschränkte Personen, zwei Stellplätze für die Bundespolizei, acht Taxi-Warteplätze sowie eine Halteposition für den Fernbusverkehr / SEV.
Auf dem Vorplatz fehlen heute Halteflächen, die ein geordnetes Bringen und Abholen von Fahrgästen mit Privat-Pkw ermöglichen sowie das On-Demand-Angebot hvv hop. Zudem besteht ein Bedarf an einem Lieferbereich für die im Bahnhof ansässigen Geschäfte und Gastronomiebetriebe sowie für bei Bedarf verkehrende Schienenersatzverkehre. Dies führt oftmals zu organisatorischen und betrieblichen Problemen. Variante B schafft hier Abhilfe und stellt weiterhin mind. 20 Kfz-Stellplätze sicher.
Entsprechend der dargestellten Ergebnisse kann der Empfehlung der Bezirksversammlung – bei den weiteren Planungen zur Umgestaltung des Vorplatzes des Nah- und Fernverkehrsbahnhofes die aktuelle Anzahl an Parkplätze nicht zu reduzieren – nicht gefolgt werden.
Die bislang beteiligten Fachstellen des Bezirksamts Harburg bleiben in der weiteren Planung eng eingebunden.
gez. Böhm
f.d.R.
Riechers
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