22-1921.01

Antwort auf Anfrage zur Finanzierung, Mittelabfluss und Ursachen der Verzögerungen bei den Maßnahmen am Burgberg in Harburg

Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes

Letzte Beratung: 08.09.2026 Hauptausschuss Ö 6.22

Sachverhalt

Am 26. Februar 2024 stellten Finanzsenator Andreas Dressel, die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank sowie das Bezirksamt Harburg öffentlich Maßnahmen zur Aufwertung des Burgbergs vor. Hierbei wurde eine Finanzierung von rund 395.000 Euro angekündigt. Zudem wurde erklärt, dass die Umsetzung Ende 2024 beginnen und im Frühjahr 2025 abgeschlossen werden solle.

Nach öffentlich zugänglichen Informationen begannen vorbereitende Arbeiten jedoch erst im Juni 2025. Inzwischen wird eine Fertigstellung erst für das Jahr 2026 angekündigt.

Vor diesem Hintergrund besteht Klärungsbedarf hinsichtlich der Finanzierung, des Mittelabflusses, der Projektsteuerung sowie der Ursachen der eingetretenen Verzögerungen.

Dies vorausgeschickt bitten wir die zuständige(n) Fachbehörde(n) freundlich um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Wie setzt sich die am 26. Februar 2024 öffentlich angekündigte Gesamtfinanzierung von rund 395.000 Euro im Einzelnen zusammen (bitte nach Finanzierungsquelle, Haushaltstitel, Förderprogramm und bereitgestelltem Betrag aufschlüsseln)?
  2. Welche Mittel wurden hierbei durch die Finanzbehörde, den Investiven Quartiersfonds oder andere Senatsprogramme bereitgestellt?
  3. Welche Behörden, Landesbetriebe oder sonstigen öffentlichen Stellen waren beziehungsweise sind seit 2019 an Planung, Finanzierung, Genehmigung oder Umsetzung der Maßnahmen am Burgberg beteiligt?
  4. Welche Beträge der bereitgestellten Mittel wurden bislang tatsächlich verausgabt und welche Restmittel stehen aktuell noch zur Verfügung?
  5. Für welche konkreten Maßnahmen wurden die bislang verausgabten Mittel eingesetzt und welche Kosten sind hierbei jeweils entstanden? Bitte aufschlüsseln.
  6. Wann standen die für die Umsetzung erforderlichen Finanzmittel erstmals vollständig zur Verfügung?
  7. Aus welchen Gründen konnten der öffentlich angekündigte Baubeginn Ende 2024 sowie die angekündigte Fertigstellung im Frühjahr 2025 nicht eingehalten werden?
  8. Welche Kostensteigerungen, Terminverschiebungen oder Änderungen des Projektumfangs sind seit der öffentlichen Vorstellung des Projekts im Februar 2024 eingetreten?
  9. Welche Maßnahmen sollen bis Ende 2026 noch umgesetzt werden und welcher aktuelle Zeitplan liegt diesen Maßnahmen zugrunde?
  10. Von welchem Zeitpunkt für die vollständige Fertigstellung sämtlicher angekündigter Maßnahmen am Burgberg gehen die zuständigen Fachbehörden derzeit aus?





FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg

3. August 2026

Das Bezirksamt Harburg beantwortet die Große Anfrage der Volt-Fraktion, Drs. 22-1921, wie folgt:


1. Wie setzt sich die am 26. Februar 2024 öffentlich angekündigte Gesamtfinanzierung
von rund 395.000 Euro im Einzelnen zusammen (bitte nach Finanzierungsquelle,
Haushaltstitel, Förderprogramm und bereitgestelltem Betrag aufschlüsseln)?


Die Finanzierung setzt sich aus folgenden Mittelquellen zusammen:

  • 233.000 € Sanierungsfonds, Hamburgische Bürgerschaft
  • 117.000 € Investiver Quartiersfonds, Behörde für Finanzen und Bezirke
  • 45.000 € BUKEA
  • 395.000 € gesamt, Stand 2024
  • +50.000 € Vertrag für Hamburgs Stadtgrün, BUKEA
  • 445.000 € gesamt, Stand 2026

2. Welche Mittel wurden hierbei durch die Finanzbehörde, den Investiven Quartiersfonds
oder andere Senatsprogramme bereitgestellt?

Siehe Antwort zu Frage 1.



3. Welche Behörden, Landesbetriebe oder sonstigen öffentlichen Stellen waren
beziehungsweise sind seit 2019 an Planung, Finanzierung, Genehmigung oder
Umsetzung der Maßnahmen am Burgberg beteiligt?

Die folgenden öffentlichen Stellen sind seit 2019 an der Maßnahme beteiligt:

  • Planung und Umsetzung: Bezirksamt Harburg
  • Grunderwerb: Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG)
  • Finanzierung: Siehe Antwort zu Frage 1
  1. Welche Beträge der bereitgestellten Mittel wurden bislang tatsächlich verausgabt und welche Restmittel stehen aktuell noch zur Verfügung?
  2. Für welche konkreten Maßnahmen wurden die bislang verausgabten Mittel eingesetzt und welche Kosten sind hierbei jeweils entstanden? Bitte aufschlüsseln.

Antwort zu Fragen 4 und 5:

Übersicht der Gesamtkosten (Stand Juni 2026):

Bezeichnung

Ausgaben Stand 06/2026

Avisierte Gesamtsumme

noch offen

Planung

22.469,58 EUR

ca. 71.810,50 EUR

ca. 49.340,92 EUR

Baum-Gutachten, Auskunft GEKV, Holz-Analytik

8.072,66 EUR

Abgeschlossen

- - -

Grundstücksangelegenheiten

via LIG

Abgeschlossen

- - -

Projektsteuerung

Keine

Keine

- - -

Bauleistungen

29.610,04 EUR

ca. 350.487,84 EUR
(geschätzt)

ca. 320.877,80EUR

sonstigen Kosten:

Vermessung

7.884,30 EUR

Abgeschlossen

- - -

Statik

6.744,70 EUR

noch nicht abgeschlossen

- - -

Summe

74.781,28 EUR

ca. 445.000,00 EUR
(geschätzt)

ca. 370.218,72 EUR
(geschätzt)

  1. Wann standen die für die Umsetzung erforderlichen Finanzmittel erstmals vollständig zur Verfügung?

Im Oktober 2023.

  1. Aus welchen Gründen konnten der öffentlich angekündigte Baubeginn Ende 2024 sowie die angekündigte Fertigstellung im Frühjahr 2025 nicht eingehalten werden?

Die im Anschluss an die Mittelbereitstellung begonnenen Planungen zur Erneuerung der Treppenanlage – im Wesentlichen bestehend aus zwei Einzeltreppen auf den Burgberg – bewegten sich bis zum April 2024 im räumlichen Rahmen der vorhandenen Treppenverläufe. Bei einer Vermessung zur Ermittlung des genauen Grenzverlaufs am östlichen Rand des Burgbergs wurde festgestellt, dass sich die vorhandene kleine Treppe auf privatem Grund befindet.

Das Bezirksamt hat daraufhin Ende August 2024 den Grunderwerbsauftrag an den LIG erteilt. Die Grunderwerbsverhandlung und anschließende Flächenübertragung konnten im Mai/Juni 2025 zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden – als Voraussetzung für die Fortsetzung der Planung und Ausschreibung der Bauleistungen.

  1. Welche Kostensteigerungen, Terminverschiebungen oder Änderungen des Projektumfangs sind seit der öffentlichen Vorstellung des Projekts im Februar 2024 eingetreten?

Folgende Kostensteigerungen haben sich durch unterschiedliche Ursachen ergeben:

  • Anpassung und Neuberechnung der Statik zur Berücksichtigung der Ergebnisse von notwendigen Suchgrabungen im stark durchwurzelten, sensiblen Hangbereich
  • Anpassung der Entwurfs- und Ausführungsplanung an die neuen Vorgaben der Statik
  • Preissteigerungen im Baugewerbe
  • Kostensteigerung gesamt, geschätzt: 40-50.000 €

Folgende Terminverschiebungen haben sich durch unterschiedliche Ursachen ergeben:

  • Grundstücksangelegenheiten, Ankauf einer zusätzlichen Fläche: Verschiebung um ca. ein Jahr
  • Berücksichtigung der Ergebnisse von notwendigen Suchgrabungen im stark durchwurzelten, sensiblen Hangbereich: Verschiebung um ca. ein dreiviertel Jahr für die Anpassung der Statik, Entwurfs- und Ausführungsplanung

Seit der Vorstellung des Projekts im Februar 2024 haben sich keine Änderungen im Projektumfang ergeben. Lediglich auf dem Weg zum angestrebten Ergebnis sind die vorgenannten zusätzlichen Zwischenschritte notwendig geworden

  1. Welche Maßnahmen sollen bis Ende 2026 noch umgesetzt werden und welcher aktuelle Zeitplan liegt diesen Maßnahmen zugrunde?

Folgende Maßnahmen sollen im Jahr 2026 umgesetzt werden:

  • Vergabeverfahren für die Landschaftsbau- und Stahlbauarbeiten, Submission am 28.07.2026
  • Durchführung der Landschaftsbau- und Stahlbauarbeiten
  1. Von welchem Zeitpunkt für die vollständige Fertigstellung sämtlicher angekündigter Maßnahmen am Burgberg gehen die zuständigen Fachbehörden derzeit aus?


Unter der Voraussetzung eines erfolgreichen Angebotsverfahrens geht das Bezirksamt Harburg aktuell von einem Baubeginn im Spätsommer / Herbst 2026 und einer Fertigstellung bis Ende des Jahres 2026 / Anfang des Jahres 2027 aus.

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