Sichere Schulwege JETZT! - Winterhuder Reformschule Schulstraße, Dialogdisplay, Querung, Wiesendamm-Planung - Antrag der GRÜNE-Fraktion
Letzte Beratung: 02.11.2026 Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude Ö 5.3
Die Schulgemeinschaft der Winterhuder Reformschule (WIR) hat zur Sternfahrt „Sichere Schulwege JETZT!“ am 26. September 2026 eine Eingabe an die Bezirksversammlung gerichtet (Drs. 22-2669, [1]). Die Schulweg-AG und die Schulleitung tragen sie, der Elternrat hat sie mitabgestimmt.
Rund 1.400 Kinder und Jugendliche besuchen die Schule an der Meerweinstraße. Nach Angaben der Schulgemeinschaft queren jeden Morgen weit über 500 von ihnen den Wiesendamm an den Querungsstellen Meerweinstraße und Hauersweg. Auch die Polizei hält fest, dass ein Großteil der Schülerschaft zu Fuß oder mit dem Rad kommt (Drs. 22-2006.1.1, [2]).
Die Eingabe bedankt sich für die Tempo-30-Strecke auf dem Wiesendamm und benennt, was weiterhin fehlt. Dieser Antrag greift drei Punkte auf:
Schulstraße Meerweinstraße und Hauersweg
Für viele Kinder führt der kürzeste Weg über die Schuleingänge am Hauersweg und an der Meerweinstraße. Die Eingabe beschreibt vor allem den Hauersweg und die Geißlertwiete als gefährlich: Auf der Seite des Schuleingangs gibt es keinen Gehweg, dort parken Autos. Die Kinder müssen die Fahrbahn so mindestens zweimal queren, und die eng parkenden Autos nehmen ihnen die Sicht. Die Schulgemeinschaft fordert daher eine temporäre Schulstraße morgens von 7:45 bis 8:30 Uhr und nachmittags von 16:00 bis 16:30 Uhr.
Hamburg erprobt Schulstraßen derzeit an fünf Standorten in drei Bezirken. In Hamburg-Nord sind das die Grundschule Knauerstraße und die Adolph-Schönfelder-Schule am Standort Brucknerstraße. Das Pilotprojekt soll das Verfahren an unterschiedlich gelegenen Standorten testen, die Wirksamkeit der Maßnahmen prüfen und in ein Regelverfahren für weitere Standorte münden.
Die Schulgemeinschaft möchte den Abschluss des Piloten nicht abwarten. Wir nehmen diese Dringlichkeit ernst. Eine Schulstraße an einer Schule mit rund 1.400 Kindern und Jugendlichen und zwei betroffenen Straßen braucht aber ein belastbares Verfahren. Dieses Verfahren entsteht gerade. Die Prüfung für die WIR soll deshalb ohne weiteren Beschluss beginnen, sobald die Evaluation der Pilotprojekte vorliegt.
Neuplanung des Wiesendamms
Das Bezirksamt überplant den Wiesendamm im Bereich der Schule, finanziert über das Bündnis für den Rad- und Fußverkehr. Die erste Planverschickung nahm der Regionalausschuss am 6. Mai 2024 zur Kenntnis, die Schlussverschickung steht noch aus (Drs. 22-1587.2 [3]). Beim Ortstermin im März 2026 wurde deutlich, dass die Umsetzung noch mehrere Jahre dauern dürfte.
Die erste Planverschickung sieht eine Querungsstelle mit Mittelinsel vor, aber keinen Vorrang für zu Fuß Gehende. Grundschulkinder müssen dort Geschwindigkeit und Abstand herannahender Autos selbst einschätzen, und das an einer Stelle, an der Bäume und parkende Autos die Sicht einschränken. Wir möchten daher, dass eine sichere Querung als Fußgängerüberweg (FGÜ) eingeplant wird.
Die Polizei hat benannt, was einem dauerhaften Zebrastreifen bisher fehlt: hergestellte Sichtdreiecke und Beleuchtung (Drs. 22-2006.1.1, [2]). Genau das kann eine Neuplanung schaffen. Hinzu kommt die neue Lage seit April 2026: Der Abschnitt ist als hochfrequentierter Schulweg anerkannt und Tempo-30-Strecke [5].
Die Schule kennt die Wege ihrer Kinder am besten. Sie soll deshalb an der Planung beteiligt werden, bevor diese abgeschlossen ist.
Dialogdisplay
Tempo 30 gilt auf dem Wiesendamm erst seit wenigen Monaten. Nach Beobachtung der Schulgemeinschaft fahren viele weiterhin deutlich schneller. Ein Dialogdisplay zeigt Fahrenden ihre Geschwindigkeit an und macht die neue Regel sichtbar. Weil der Wiesendamm zwei getrennte Fahrbahnen hat, braucht es eine Anzeige je Fahrtrichtung.
Kinder sollen selbstständig und sicher zur Schule kommen: zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Roller.
Der Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude der Bezirksversammlung Hamburg-Nord möge beschließen: Das Vorsitzende Mitglied der Bezirksversammlung und die Bezirksamtsleitung werden gebeten,
a) beginnt die Prüfung ohne weiteren Beschluss, sobald die Evaluationsergebnisse vorliegen;
b) werden Schulleitung, Elternrat und Schulweg-AG sowie die Anwohnenden einbezogen;
c) werden die Vorschläge der Eingabe zu Abschnitten und Zeiten (morgens 7:45 bis 8:30 Uhr, nachmittags 16:00 bis 16:30 Uhr) berücksichtigt;
d) wird dem Regionalausschuss das Ergebnis schriftlich mitgeteilt;
a) mindestens eine gesicherte Querung für Schulkinder in Höhe Meerweinstraße oder Hauersweg entsteht, an der zu Fuß Gehende Vorrang haben (Fußgängerüberweg oder Ampel);
b) die Voraussetzungen dafür von Anfang an mitgeplant werden: freie Sichtdreiecke, Beleuchtung und ausreichend große Warteflächen an beiden Fahrbahnrändern und im Mittelstreifen unter Schonung des alten Baumbestands;
die Straßenverkehrsbehörde auf dieser Grundlage erneut um Prüfung der Anordnung zu bitten - unter Berücksichtigung der seit April 2026 geltenden Tempo-30-Strecke;
Für die GRÜNE Fraktion
Thorsten Schmidt
[1] Eingabe „Sichere Schulwege JETZT! – Winterhuder Reformschule“ (Drs. 22-2669)
[2] Stellungnahme der Polizei zu „Schulkinder am Wiesendamm: Sichtbarkeit ist Sicherheit!“ (Mai 2026) (Drs. 22-2006.1.1)
[3] Antwort des Bezirksamtes zur Schulwegquerung am Wiesendamm (Februar 2026) (Drs. 22-1587.2)
[4] Planausschnitt Querungsstelle Wiesendamm/Meerweinstraße aus der ersten Planverschickung (Drs. 22-1587.2)
[5] Straßenverkehrsbehördliche Anordnung Tempo 30 Wiesendamm vom 21. April 2026 (Drs. 22-2201)
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