KiFaZ im Barmbek-Basch und Familienberatung im Bezirk Hamburg-Nord Kleine Anfrage Nr. 143/2017 von Herrn Claus - Joachim Dickow, FDP-Fraktion
Das KiFaZ im Barmbek-Basch leistet seit vielen Jahren eine hervorragende Familienberatung für den Stadtteil Barmbek-Süd, aber auch darüber hinaus. Einem Schreiben der Barmbek Basch AG vom 21. September 2017 ist nun zu entnehmen, dass der Bezirk Hamburg-Nord plant, die Zuschüsse für das KiFaZ um 60.000 Euro zu verringern. Damit würde das KiFaZ etwa den Umfang einer Vollzeitstelle einsparen müssen, was naturgemäß eine Einschränkung seiner Arbeit bedeuten würde.
Vor diesem Hintergrund frage ich die Verwaltung:
1) Wie hoch sind die Zuschüsse des Bezirksamtes für das KiFaZ in den Jahren 2015,
2016 und 2017 jeweils gewesen?
Siehe nachstehende Tabelle.
Jahr |
2015 |
2016 |
2017 |
Zuwendung |
280.980,61 € |
287.473,16 € |
294.854,78 € |
2) Stimmt es, dass geplant ist, die Zuschüsse für das KiFaZ für 2018 um 60.000 Euro zu
kürzen?
Das Bezirksamt regt mit Blick auf veränderte Bedarfslagen und Sozialraumdaten (s. Punkt 4) eine Mittel-Umschichtung in der Größenordnung von 60.000 Euro an. Die Entscheidung fällt abschließend im Jugendhilfeausschuss. Die bisherige Zuwendung kann danach um 60.000 Euro reduziert werden. Stattdessen sollen dem KiFaZ zum Ausbau seiner Aktivitäten im Bereich Frühe Hilfen zusätzlich 60.000 Euro aus dem Quartiersfonds Bezirkliche Stadtteilarbeit zugewendet werden.
Ein entsprechender Vorschlag wird vom Bezirksamt an die Bezirksversammlung gehen. Der Jugendhilfeausschuss hat in seiner Sitzung vom 27.09.2017 bereits eine entsprechende Empfehlung abgegeben.
3) Falls nein, wie verändert sich der geplante Zuschussbetrag von 2017 auf 2018
tatsächlich?
Entfällt.
4) Falls eine Kürzung der Zuschüsse für das KiFaZ geplant ist, womit wird diese fachlich
begründet?
Nachdem Barmbek-Süd Anfang der 2000er Jahre aufgrund der schlechten Sozialdaten noch Gebiet im Rahmen der Städtebauförderung war, gibt es seit dem einen grundsätzlichen Wandel. Neben der gezielten Förderung durch das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) hat dazu auch der intensive Wohnungsneubau in dem Quartier beigetragen und die Tatsache, dass die Attraktivität als Wohnstandort gewachsen ist.
Auffälligster Beleg für diesen Wandel ist der Rückgang der Zahl der Bezieher von SGB II-Leistungen im Zeitraum von 2010 bis 2016 um über 12 %. Die Zahl von Kindern unter 15 Jahren, die SGB II-Leistungen beziehen, ist im selben Zeitraum um über 28 % gesunken. Beide Zahlen werden noch einmal verstärkt durch die Tatsache, dass es insgesamt ein Anwachsen der Bevölkerung (um 11 %) und speziell der Bevölkerung unter 21 Jahren gibt (um 23 %).
Im Bereich der Hilfen zur Erziehung (HzE) gibt es ebenfalls keine Auffälligkeiten mehr wie noch in früheren Jahren. Die Anzahl der HzE ist in den vergangenen Jahren gleich geblieben. Bei einer stark gewachsenen Bevölkerung (auch gerade der unter 21-Jährigen) bedeutet dies eine Abnahme der Quote HzE/pro 100 Kinder unter 21 Jahren von 2,45 auf 2,0.
Das Bezirksamt geht davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt, da die aktuellen Bauvorhaben (insbesondere Finkenau und Oberaltenallee) im festgelegten Drittelmix der Stadt errichtet werden und auch hier eine ausgewogene soziale Mischung zu erwarten ist.
Die Rahmenzuweisung Familienförderung (FamFö) liegt seit Jahren mit ca. 30 % über dem
Ansatz. Dies hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass das hohe Defizit in der Rahmenzuweisung Familienförderung regelmäßig durch Rückflüsse aus dem Bereich der
offenen Kinder-und Jugendarbeit gedeckt werden musste. Die nun anstehende Umschichtung macht dies entbehrlich.
5) Welche weiteren Träger mit einer entsprechenden oder ähnlichen Aufgabenstellung
gibt es im Bezirk Hamburg-Nord und wo (Adresse) bieten diese ihre Dienste an?
Da es eine Vielzahl von weiteren Trägern und Angeboten im Bezirksamt Hamburg- Nord gibt, wird hier nur eine exemplarische Aufzählung anhand von Beispielen erfolgen.
Über Zuwendungen wird ein weiterer Träger im Bereich "Förderung der Erziehung in der
Familie" gefördert: "Kinder- und Erwachsenenzentrum Hohenfelde e. V." (KinEz) im Stadtteil
Hohenfelde sowie zwei Wellcome-Projekte welche an jeweils einer Familienbildungsstätte
angebunden sind.
Weiterhin gibt es noch die kommunalen Einrichtungen:
• Elternschule Langenhorn
• Elternschule Barmbek (Sitz Dulsberg)
• Erziehungsberatungsstelle Langenhorn mit der Außenstelle Bebelallee
• Erziehungsberatungsstelle Barmbek
sowie Einrichtungen, welche sich selbst aus Stiftungsgeldern/Spenden o.ä. finanzieren wie
beispielsweise das SOS – Familienzentrum (Dulsberg), „Von Anfang an" und „Sicherer Hafen".
Aber auch im Rahmen von SAJF-Projekten werden sozialraumorientiert Angebote vor-
gehalten.
6) Falls die Aufgabenstellung nur ähnlich der des KiFaZ sind, welche Dienstleistungen
des KiFaZ werden dort nicht angeboten?
Die Angebote der einzelnen Einrichtungen bzw. Projekte richten sich nach den erhobenen
Bedarfen im jeweiligen Sozialraum.
7) Gibt es eine Ziel- und Leistungsvereinbarung des Bezirksamtes mit dem KiFaZ und
wie soll diese vom KiFaZ eingehalten werden, falls die Mittel für das KiFaZ gekürzt
werden?
Für 2018 wurde noch keine Ziel-, Zweck- und Leistungsvereinbarung mit dem Träger abge-
stimmt. Die Ziel-, Zweck- und Leistungsvereinbarung wird den jeweiligen Bedarfen und dem
finanziellen Rahmen angepasst.
8) Wie hoch ist die Gesamtzuweisung pro Jahr an Träger mit entsprechenden oder
ähnlichen Aufgabenstellungen in den Jahren 2015, 2016 und 2017 gewesen und wie
soll sie sich in 2018 entwickeln?
Siehe nachfolgende Tabelle.
2015 |
2016 |
2017 |
2018 |
|
Zuwendung an: |
90.289,47 € |
91.764,18 € |
95.824,16 € |
98.055,54 € |
Wellcome-Projekte jeweils |
4.000,00 € |
4.000,00 € |
4.000,00 € |
4.000,00 € |
Der Verteilungsvorschlag für 2018 ist noch nicht abgestimmt. Es handelt sich um Planzahlen.
9) Wie viele Beratungsfälle gab es im KiFaZ in den letzten zehn Jahren (bitte nach
Jahren aufschlüsseln)?
Siehe nachstehende Tabelle.
2012 |
2013 |
2014 |
2015 |
2016 |
|
Beratungs- |
287 |
247 |
225 |
243 |
348 |
In der Kürze der Zeit lassen sich nur die Zahlen aus den Jahren 2012 -2016 anhand der Statistik Familienförderung darstellen.
10) Welche Angebote über die reine Beratung hinaus gibt es im KiFaZ und wie viele
Menschen haben daran in den letzten zehn Jahren teilgenommen (bitte nach Jahren
aufschlüsseln)?
2011 |
2012 |
2013 |
2014 |
2015 |
2016 |
|
Angebot: |
3/37 |
4/41 |
3/18 |
4/32 |
2/19 |
|
Angebot: |
18/214 |
19/265 |
17/446 |
20/476 |
16/567 |
19/554 |
Angebot: |
14/350 |
14/350 |
3/195 |
3/379 |
3/325 |
2/1132 |
Angebot: |
12 |
10 |
11 |
11 |
3 |
14 |
In der Kürze der Zeit lassen sich nur die Zahlen aus den Jahren 2011 - 2016 anhand der Statistik Familienförderung darstellen.
23.10.2017
Harald Rösler
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