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Eingabe: Unterstützung Fahrradstraße Stübeheide, Zählung Parkplätze, Anregungen

Mitteilungsvorlage vorsitzendes Mitglied

Letzte Beratung: 18.05.2026 Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel Ö 4.2.14

Sachverhalt

Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord unterrichtet über folgende Eingabe:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mich hiermit zur geplanten Fahrradstraße Stübeheide äußern, die ich absolut befürworte.

Am 27.4.26 war ich auch zu Gast bei der Bezirksversammlung, mein Wortbeitrag wurde allerdings aus Zeitgründen nicht mehr zugelassen.

Zur Einordnung:

Seit Januar 2018 bin ich Anwohner im angrenzenden Stübekamp und wir besitzen als dreiköpfige Familie seit August 2020 kein eigenes Auto mehr.

Ich habe zuvor in der Alsterdorfer Straße (179) gewohnt und dort war der Parkdruck höher, es war schwieriger, einen Parkplatz zu finden als in Klein Borstel.

Aktuelle Situation:

Der Parkdruck in der Stübeheide ist aktuell hoch. Dies liegt m.E. aber vor allem an der Baustelle an der WeLa.

Zudem ist die Situation vor der Schule, gerade aufgrund von auf der Fahrbahn parkenden Autos zu den Bring- und Abholzeiten prekär.

Aber auch außerhalb dieser Zeiten kommt es oft zu Momenten, in denen sich Fahrzeuge begegnen und sich erst über das Fortkommen verständigt werden muss, oft nicht konfliktfrei.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die abgestellten KFZ zu zählen entlang der WeLa. Auf der Nord- und Südseite zusammen.

Am 6.4., 17 Uhr (Ostermontag, die meisten Anwohner waren zu diesem Zeitpunkt zuhause).

Die Autos standen teils legal, teils illegal am Straßenrand, im Allgemeinen waren nahezu alle verbliebenen offiziellen Parkplätze belegt.

Im Prinzip stehen viel weniger Parkplätze aufgrund der Baustelle zur Verfügung als zuvor (und auch zukünftig, siehe unten).

Das ergab meine Zählung:

Von Ost nach West:

Zwischen Borstels Ende und Kornweg: 34 KFZ

Zwischen Kornweg und Schluchtweg: 12 KFZ

Zwischen Schluchtweg und Beginn Stübeheide im Westen: 72 KFZ

In Summe also: 118 zwischen Borstels Ende und Stübeheide

Zudem habe ich noch auf der Stübeheide die KFZ gezählt: Stübeheide im Westen bis zum Schluchtweg: 67 KFZ (auf der Straße).

Ich habe die Zählung mit Videos / Fotos festgehalten, bei Interesse kann ich diese auch zur Verfügung stellen.

Zukunft WeLa:

Des Weiteren habe ich die Planung der WeLa als Grundlage genommen für eine Zählung der zukünftigen Situation der Parkplätze. Ich habe die entsprechenden Pläne aus dem Internet bezogen, maßstabsgerecht aufbereitet, siehe Anhang. Eine Prüfung / Abgleich mit der Planabteilung empfiehlt sich natürlich bei aller Sorgfalt.

Zählung von Ost nach West:

Zwischen Borstels Ende und Kornweg: 63 KFZ

Zwischen Kornweg und Schluchtweg: 46 KFZ

Zwischen Schluchtweg und Beginn Stübeheide im Westen: 109 KFZ

In Summe 218.

KEP / Logistikflächen, Ladesäulen sind mir nicht bekannt bzw. nicht ersichtlich gewesen und wären abzuziehen.

Es handelte sich hierbei um eine konservative Zählung.

Fazit der Zählung / Abgleich Planung:

Es stehen zukünftig fast doppelt so viele Parkplätze an der WeLa zur Verfügung als aktuell. Das bedeutet, dass sich die Parkplatzsituation nach Beendigung der Arbeiten an der WeLa und der fertigen Fahrradstraße entspannen wird, vor allem für die Bewohner*innen der Frank'schen Siedlung, die bekanntermaßen wenig Stellflächen besitzen und auf Parkflächen im öffentlichen Raum angewiesen sind.

Der aktuell diskutierte und kritisierte Wegfall von 88 Parkplätzen entlang der Stübeheide insgesamt wird also durch die Schaffung von Parkplätzen an der WeLa nach Beendigung der Bauarbeiten mehr als ausgeglichen.

Ergänzungen:

Die Befürchtungen der Gewerbetreibenden im Zusammenhang mit dem Wegfall von Parkplätzen, worüber auch schon im Abendblatt berichtet wurde, kann ich (aufgrund der Zählung, aber auch der eher dörflichen Situation) nicht nachvollziehen. Zudem kenne ich persönlich niemanden, der mit dem MIV zu den Geschäften fährt. Zur Einordnung ein Bericht vom Deutschen Institut für Urbanistik: https://difu.de/presse/pressemitteilungen/2025-03-28/einzelhandel-profitiert-von-massnahmen-der-verkehrsberuhigung#:~:text=%E2%80%9EWichtig%20f%C3%BCr%20den%20Erfolg%20von%20Verkehrsberuhigungsma%C3%9Fnahmen%20ist%2C,des%20Einzelhandels%20auch%20unabh%C3%A4ngig%20vom%20Auto%20sichergestellt

Südlich der Bahntrasse gibt es eine autofreie Siedlung mit 62 Wohneinheiten, deren Bewohner*innen der Fahrradstraße gegenüber sicherlich ebenfalls positiv gegenüberstehen.

https://wohnbau-mobilitaet.ch/Beispiel/autofreie-mustersiedlung-klein-borstel-hamburg-ohlsdorf/

Carharing MOIA, ÖPNV:

Es gibt vor Ort ein aus einer privaten Initiative hervorgegangenes Carsharing, genannt "Dorfauto“. https://www.dorfauto.hamburg/

Dies ist der Nachfolger des ebenfalls zuvor eigeninitiativ vor Ort errichteten Carsharing-Modells Dorfstromer (e.V., https://dorfstromer.de/).

Klein Borstel liegt außerhalb des Geschäftsgebiets von Anbietern wie Miles, Freenow etc., es liegt wiederum innerhalb des Geschäftsgebiets von MOIA.

Es gibt einen S-Bahn Anschluss (S1). Die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sind leider immer wieder Anlass für (berechtigte) Kritik.

Hinweise / Hintergrund:

Ich habe 8,5 Jahre in den Niederlanden gelebt, was letztendlich dazu geführt hat, im Jahr 2020 die Agentur Cities for Future zu gründen.

Wir arbeiten mit CFF an dem Thema einer lebenswerten, lebendigen und nachhaltigen Stadt und der Mobilitätswende. Wir haben schon eine Parkraumerhebung durchgeführt für den Bezirk Bergedorf, Mobilitätskonzepte ausgearbeitet (Bergedorf, Vier- und Marschlande), Verbesserungsmöglichkeiten für die B73 in Harburg erarbeitet, für Hannover mögliche autoarme Quartiere identifiziert etc. (siehe Website).

Persönliches Fazit:

Ich freue mich auf die Fahrradstraße und sehe in den Plänen eine deutliche Verbesserung gegenüber der aktuellen Situation (Komfort, Sicherheit für Radfahrende, Mobilitätseingeschränkte aber auch für den MIV).

Eine durchgehende Fahrbahnbreite entzerrt Konflikte von sich entgegenkommenden Fahrzeugen, auch die Situation vor der Schule wird voraussichtlich entspannter. Es ist zu erwarten, dass durch eine Fahrradstraße manch eine(r) auf das ‚Elterntaxi‘ verzichtet und mehr Kinder eigenständig mit dem Rad kommen werden als jetzt. Die Parkplatzsituation wird sich ggü. heute verbessern.

Die einzige Sorge, die ich habe, wurde bei der Bezirksversammlung am 27.04.26 auch durch einen Anwohner geäußert im Bezug auf den ganz östlichen Abschnitt: seitdem dort keine Autos mehr auf der Straße parken, fahren die Autos dort sogar schneller als früher. Das fürchte ich für die Stübeheide weiter westlich ebenfalls, im Moment verhindern die auf der Straße abgestellten Autos (mehr oder weniger) schnelles fahren für KFZ/MIV.

Während der Bezirksversammlung am 27.04.26 haben sich vor allem lautstark und emotional die Gegner*innen der Umgestaltung zu einer Fahrradstraße geäußert. Es gab einzelne moderate Stimmen und auch Befürworter*innen. Ein repräsentatives Abbild der Meinungen vor Ort in Klein Borstel war dies aber keinesfalls m.E.:

Schüler*innen waren an dem Abend überhaupt nicht anwesend, die aber von der Umgestaltung sehr profitieren werden. Dabei geht es sowohl um die Albert-Schweitzer Schule (1.500 Schüler*innen) als auch das Albert-Schweitzer Gymnasium mit mehr als 1.000 Schüler*innen. Auch dass der Umbau mobilitätseingeschränkten Personen durch verbesserte Gehwege und Gehwegbreiten zugutekommt, wurde nicht wirklich von den Anwohnenden thematisiert. Es drehte sich - leider wie immer in solchen Fällen - fast einzig und allein um Parkplätze.

Anregungen:

Ich würde mir neben weiteren Ladesäulen noch Logistik-Parkbuchten wünschen für Handwerker, KEP etc.

Diese könnten zeitlich begrenzt sein, z.B. von 7:30 -17:30 Uhr, so dass sie abends den Abwohnenden zur Verfügung stehen als Stellplatz.

Bzgl. Tempodrosselung: in den Niederlanden gibt es sog. ‚Drempel‘, Bodenschwellen, die man definitiv mit dem Auto nicht zu schnell überfahren möchte.

Vielleicht lässt die deutsche StVO dies hier ja auch zu. (Siehe Screenshot, inwieweit dies dann wieder regulatorisch kollidiert mit einer Fahrradstraße, müsste geprüft werden).

Was auch sehr gut funktioniert, sind derartige ‚Drempel‘ im Bereich von Fußgängerüberwegen. Der Überweg ist dann am Scheitelpunkt, der entsprechend breit ausgestaltet ist. Der MIV muss für das Überfahren das Tempo reduzieren. Gerade vor der Schule wäre dies sehr zu empfehlen.

Anwohnerparken sowie ein Modalfilter am Ende der Stübeheide im Westen wurde in der Bezirksversammlung angeregt, aktuell ist letzteres baulich genau der Fall aufgrund der Baustelle und es funktioniert hinsichtlich Müllabfuhr, Polizei, Feuerwehr etc. offenkundig. Insofern befürworte ich diese Möglichkeiten ebenfalls.

Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen“

Petitum/Beschluss

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

Isabel Permien

Bera­tungs­reihen­folge
Anhänge

2

Lokalisation Beta
Stübeheide Stübekamp Alsterdorfer Straße Borstels Ende Kornweg Schluchtweg Albert-Schweitzer-Schule Albert-Schweitzer-Gymnasium

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