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"We want you" für Hamburg-Mitte: Einführung eines transparenten Sponsoring- und Vergabemodells für die Grünpflege nach internationalem Vorbild (Antrag der CDU-Fraktion)

Antrag öffentlich

Letzte Beratung: 15.10.2026 Bezirksversammlung Hamburg-Mitte Ö 8.4

Sachverhalt

Die Vitalität und Lebensqualität im Bezirk Hamburg-Mitte hängt maßgeblich von der Qualität unserer öffentlichen Räume ab. Parks, Stadtbäume, Brunnen und Spielplätze sind jedoch angesichts des Klimawandels, intensiver Nutzung und begrenzter kommunaler Haushaltsmittel einem enormen Pflege- und Sanierungsdruck ausgesetzt.

Dass innovative Wege der Finanzierung im kommunalen Raum hocherfolgreich sein können, zeigt aktuell das europäische Best-Practice-Beispiel der Metropolregion Florenz. Unter dem Slogan „We want you“ hat die dortige Verwaltung im Oktober 2026 eine strukturierte Kampagne gestartet, die private und öffentliche Akteure systematisch einbindet. Das dortige Modell trennt geschickt zwischen schnellen, unbürokratischen Projektfinanzierungen bis 40.000 Euro über einen offenen Sponsorenpool und großen Einzelausschreibungen für Großprojekte. Gefördert werden dabei neben der klassischen Grünpflege auch gezielte florale Installationen, Spielplatzgeräte oder die Sanierung von Brunnen.

Ein solches Modell lässt sich hervorragend auf die Struktur von Hamburg-Mitte übertragen. Viele Bürgerinnen und Bürger, lokale Unternehmen, Gewerbetreibende und Stiftungen in unserem Bezirk signalisieren regelmäßig die Bereitschaft, soziale und ökologische Verantwortung vor der eigenen Haustür zu übernehmen. Was bisher fehlt, ist ein standardisiertes, transparentes und rechtssicheres Verfahren seitens des Bezirksamtes, das dieses Potenzial abruft.

Durch die Schaffung einer offenen Sponsorenliste und klarer Richtlinien schaffen wir eine Win-Win-Situation: Der Bezirk wird finanziell entlastet, bürokratische Hürden für Verwaltung und Spender werden gesenkt, und das lokale Engagement wird durch eine angemessene visuelle Würdigung gestärkt.

Petitum/Beschluss

Dies vorausgeschickt möge die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte beschließen:

Der Bezirksamtsleiter wird gebeten:

  1. Erstellung einer Konzeption für einen Sponsoring-Pool: Es ist ein transparentes, mehrstufiges Sponsoring-Modell für den Bezirk Hamburg-Mitte zu entwickeln. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger, private Unternehmen, Stiftungen und Institutionen gezielt als Finanziers für die Aufwertung, Neugestaltung und Pflege von öffentlichen Grünflächen, Parks, historischen Brunnen sowie Spiel- und Sportplätzen zu gewinnen.
  1. Aufbau einer offenen Sponsorenliste (Bagatellgrenze): Analog zu erfolgreichen europäischen Modellen (wie in der Metropolregion Florenz) ist eine fortlaufend offene „Sponsorenliste“ für Zuwendungen unterhalb einer Grenze von z. B. 40.000 Euro einzurichten. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Organisationen sollen sich unbürokratisch in diese Liste eintragen können, um bei anstehenden kleineren Pflege- oder Instandhaltungsprojekten direkt kontaktiert werden zu können.
  1. Erstellung einer Richtlinie für Großprojekte und Initiativbewerbungen: Es sind klare Rahmenbedingungen und transparente Ausschreibungsverfahren für Sponsoring-Volumina oberhalb von 40.000 Euro zu definieren, um auch größere Sanierungsvorhaben (z. B. in großen Parkanlagen) durch private Drittmittel oder unaufgeforderte Sponsoring-Angebote realisieren zu können.
  1. Erstellung eines Gegenleistungskataloges (Sichtbarkeit): Es ist ein verbindlicher Katalog über zulässige Gegenleistungen zu erstellen (z. B. dezente Logoplatzierungen vor Ort, Erwähnung in der bezirklichen Öffentlichkeitsarbeit, Plaketten an gesponserten Parkbänken oder Spielgeräten), der die werbliche Sichtbarkeit regelt, ohne das Stadtbild visuell zu überladen.
  1. Erstellung eines allgemeinen Kriterienkataloges und Ausschlussklauseln: Es sind rechtliche Mindeststandards festzulegen, die sicherstellen, dass die Geschäftsfelder der Sponsoren im Einklang mit dem öffentlichen Interesse sowie den demokratischen, ökologischen und sozialen Zielen des Bezirks Hamburg-Mitte stehen.
  1. Berichterstattung: Dem Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Stadtnatur ist im ersten Quartal 2027 über die rechtlichen und organisatorischen Umsetzungsmöglichkeiten zu berichten.
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