Eingabe - Bürgeranregung für Neuordnung Nagelsweg/ Hammerbrookstrasse/ Norderstrasse
Letzte Beratung: 17.09.2026 Bezirksversammlung Hamburg-Mitte Ö 6.11
Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte bietet Bürgerinnen und Bürgern an, sich mit Eingaben an die Politik zu wenden. Nachfolgende Eingabe ist eingegangen:
„als Anwohner im Nagelsweg erlebe ich täglich die rasante Entwicklung unseres Quartiers. Hammerbrook wandelt sich nach Jahrzehnten der reinen Büronutzung endlich wieder zu einem lebendigen Wohnviertel – so wie es vor seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg als dicht besiedelter, lebendiger Stadtteil historisch schon einmal war. Mittlerweile wohnen allein hier im Nagelsweg tausende Menschen. Die Verkehrsführung entspricht jedoch leider immer noch dem völlig veralteten Konzept einer rein autogerechten City Süd der 1970er-Jahre und führt zu massiven, im Alltag gefährlichen Konflikten.
Ich möchte Ihnen daher einen pragmatischen, verkehrsplanerisch hochgradig effizienten Vorschlag zur Umgestaltung des Verkehrsraums unterbreiten:
1. Der Kernvorschlag: Gekoppeltes Einbahnstraßen-System (Nagelsweg / Hammerbrookstraße) Da der Nagelsweg und die Hammerbrookstraße nahezu perfekt parallel verlaufen und beide als Zubringer zur Amsinckstraße bzw. den Autobahnen genutzt werden, bietet sich eine vollständige Entflechtung des Pendlerverkehrs als Richtungsband an:
• Nagelsweg als durchgehende Einbahnstraße (ausschließlich in Richtung Süden / Elbbrücken).
• Hammerbrookstraße als durchgehende Einbahnstraße (ausschließlich in Richtung Norden / Spaldingstraße / Kurt-Schumacher-Allee).
Die Notwendigkeit begründet sich aus dem aktuellen, gefährlichen Flickenteppich vor Ort:
• Das akute Problem im Nagelsweg: Aktuell ist der Nagelsweg ab der Kurt-Schumacher-Allee/Schuhmacherallee in Richtung Süden als Einbahnstraße geregelt. Ab der Kreuzung Spaldingstraße bis zur Amsinckstraße wird er jedoch plötzlich wieder in beide Richtungen befahren. Wer mit dem Fahrrad hoch zum Hauptbahnhof oder ZOB fahren möchte, steht hier vor einer Infrastruktur-Sackgasse. Ein legaler Radweg existiert für diese Fahrtrichtung nicht, der theoretische Umweg ist völlig unpraktikabel. Die logische, aber gefährliche Folge im Alltag: Radfahrende nutzen zwangsweise illegal den engen Fußweg, was zu erheblichen Konflikten mit den Fußgängern der neuen Wohnblöcke führt.
• Das akute Problem in der Hammerbrookstraße: Diese wird derzeit von der Kurt-Schumacher-Allee bis zur Amsinckstraße komplett in beide Richtungen befahren, obwohl parallel der Nagelsweg als Entlastung bereitsteht.
Die entscheidenden Vorteile einer Neuordnung als Einbahnstraßen-Paar:
• Lückenschluss im Radverkehr: Durch die konsequente Reduzierung auf eine Autospur im Nagelsweg wird der Raum frei, um einen dringend benötigten, sicheren und baulich getrennten Radstreifen für die Gegenrichtung (stadteinwärts zum ZOB/Hauptbahnhof) zu schaffen.
• Erhebliche Lärmreduktion: Durch den Wegfall des Gegenverkehrs im Nagelsweg wird der Verkehrsfluss gleichmäßiger. Das typische, laute Stopand- Go des Berufsverkehrs direkt vor den Haustüren tausender neuer Anwohner wird halbiert.
• Mehr Sicherheit im Quartier: Einbahnstraßen reduzieren die Konfliktpunkte an Kreuzungen drastisch. Fußgänger und Kinder können die Straße wesentlich sicherer überqueren, da der Blick beim Überqueren nur noch in eine Verkehrsrichtung gerichtet werden muss.
2. Dringender Handlungsbedarf im direkten Umfeld (Norderstraße & Baustopps) Eine moderne Stadtentwicklung darf nicht an der Spaldingstraße aufhören. Das neue Wohnquartier leidet massiv unter der Vernachlässigung der umliegenden Transitzonen und langjährigen Geisterbaustellen. Ich bitte Sie daher, folgende Punkte im Zuge einer Verkehrsplanung zwingend mitzudenken:
• Aufwertung der Norderstraße: Diese wichtige Verbindungsachse zum Münzviertel ist städtebaulich völlig lieblos gestaltet. Geprägt durch den unattraktiven Bahndamm, ein Jobcenter und ein schwieriges soziales Umfeld fehlt es hier an sozialer Kontrolle und Aufenthaltsqualität. Für Radfahrende sowie Fußgänger mit Transport-Trolleys ist das dortige, marode Kopfsteinpflaster eine absolute Zumutung. Die Norderstraße braucht dringend glatten Asphalt, moderne, barrierefreie Fußwege und eine deutlich verbesserte Beleuchtung, um diese "Angst-Ecke" zu entschärfen.
• Impulse gegen den Baustopp-Frust: Die Lebensqualität im Viertel leidet massiv darunter, dass Großprojekte im Umfeld komplett stocken. Sowohl die Arbeiten am Kaufland-Areal (Beim Strohhause / Berliner Tor) als auch die seit Jahren klaffende, tiefe und mit Wasser vollaufende Baugrube an der Spaldingstraße (ehemaliges Staples-Areal) dominieren das Bild durch endlose Bauzäune und tristes Brachland. Gerade weil diese privaten Großprojekte stagnieren, muss die Stadt Hamburg nun auf den öffentlichen Flächen ein Zeichen setzen und den neuen Anwohnern durch sichere, moderne Wegeverbindungen Lebensqualität zurückgeben.
Ich bitte Sie dringend, diesen ganzheitlichen Vorschlag im Ausschuss für Mobilität zu beraten und durch die Fachbehörde auf seine Machbarkeit hin prüfen zu lassen."
Der Ausschuss für Verkehr und Mobilität hat sich in seiner Sitzung am 02.09.2026 mit der Eingabe befasst und einstimmig folgenden Beschluss gefasst:
Der Ausschuss für Verkehr und Mobilität stimmt der Eingabe zu und bittet die Behörde für Verkehr und Mobilität um eine Stellungnahme.
Die Bezirksversammlung wird um Bestätigung des Beschlusses gebeten.
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