Vorstellung der Solarisierungsstrategie der SAGA im Bezirk Eimsbüttelt Drs. 22-2311, Beschluss der BV vom 23.07.2026
Letzte Beratung: 15.10.2026 Bezirksversammlung Ö 5.3
Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen sowie die SAGA sehen von der Benennung von Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmern an einer Sitzung des Ausschusses für Klima, Umwelt und Verbraucherschutz des Bezirksversammlung Eimsbüttel zu dem Thema der Drs. 22-2311 ab.
Zu den in Petitum 1 der Drs. genannten Aspekten wird wie folgt Stellung genommen:
a) Aktuelle Solarisierungsstrategie der SAGA für den Gebäudebestand der SAGA im Bezirk Eimsbüttel
Die SAGA verfolgt eine unternehmensweite Solarisierungsstrategie, die auf den gesamten Gebäudebestand ausgerichtet ist. Eine gesonderte Solarisierungsstrategie mit eigenen Ausbauzielen für einzelne Bezirke – und damit auch für den Bezirk Eimsbüttel – besteht nicht.
Ziel ist es, die für eine Photovoltaiknutzung geeigneten Dachflächen des SAGA-Bestandes schrittweise zu erschließen. Dabei werden sowohl die gesetzlichen Anforderungen bei Neubauten und wesentlichen Dachumbauten als auch zusätzliche Potenziale im Bestand berücksichtigt.
Die Umsetzung erfolgt dabei insbesondere in Verbindung mit ohnehin anstehenden Dachsanierungen und Modernisierungsmaßnahmen. Auf diese Weise können Photovoltaikanlagen mit den baulichen Maßnahmen am Gebäude koordiniert und Synergien bei Planung, Gerüststellung und Bauablauf genutzt werden. Darüber hinaus werden geeignete Dächer auch unabhängig von ohnehin vorgesehenen Baumaßnahmen betrachtet, sofern eine technisch und wirtschaftlich sinnvolle Umsetzung möglich ist.
b) Kriterien für die Auswahl und Priorisierung von Gebäuden für die Errichtung von Photovoltaikanlagen
Wesentliche Kriterien für die Auswahl bzw. Priorisierung von Gebäuden sind insbesondere der bauliche Zustand und die verbleibende Nutzungsdauer des Daches.
Die Installation einer Photovoltaikanlage auf einem Dach, bei dem innerhalb der wirtschaftlichen Nutzungsdauer der PV-Anlage eine umfassende Sanierung erforderlich wird, ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, da die Anlage für die Dacharbeiten demontiert und anschließend erneut montiert werden müsste. Deshalb werden insbesondere solche Gebäude priorisiert, bei denen der Dachzustand und die Instandhaltungsplanung einen langfristigen Betrieb der Anlage ermöglichen.
Die Priorisierung ergibt sich im Ergebnis aus einer Gesamtbetrachtung der technischen Umsetzbarkeit, des zeitlichen Zusammenhangs mit ohnehin erforderlichen Baumaßnahmen und der wirtschaftlichen Umsetzbarkeit.
c) Der aktuelle Stand des Photovoltaikausbaus im Bezirk Eimsbüttel sowie die mittelfristigen Ausbauplanungen
Im Bezirk Eimsbüttel sind derzeit sieben PV-Anlagen installiert. Aus der Anzahl der bislang realisierten Anlagen in einem einzelnen Bezirk lässt sich nicht unmittelbar auf das dort vorhandene Solarpotenzial oder die künftige Ausbauintensität schließen. Unterschiede zwischen den Bezirken ergeben sich insbesondere aus der jeweiligen Gebäudestruktur, dem Zustand der Dächer und dem Zeitpunkt anstehender Dachsanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Im Übrigen siehe Antwort zu a), mittelfristige Ausbauplanungen für Eimsbüttel gibt es nicht.
d) Technische, wirtschaftliche und rechtliche Herausforderungen bei der Umsetzung von Photovoltaikprojekten im Wohnungsbestand
Technisch sind für jedes einzelne Gebäude insbesondere die Tragfähigkeit und der Zustand der bestehenden Dachkonstruktion, verfügbare und verschattungsfreie Dachflächen, vorhandene technische Aufbauten, Brandschutzanforderungen sowie die Leitungsführung und die Einbindung in die elektrische Gebäudeinfrastruktur und das öffentliche Stromnetz zu berücksichtigen.
Die Wirtschaftlichkeit hängt im Wesentlichen davon ab, wie der erzeugte Solarstrom genutzt bzw. vermarktet werden kann.
Die SAGA setzt bei neu errichteten Photovoltaikanlagen derzeit grundsätzlich auf das Modell der Volleinspeisung. Andere Nutzungsmodelle – insbesondere eine unmittelbare Versorgung von Mietparteien mit dem auf dem Gebäude erzeugten Solarstrom – sind mit komplexen energiewirtschaftlichen, organisatorischen und rechtlichen Anforderungen verbunden.
Im Ergebnis entwickelt die SAGA ihre Solarisierungsstrategie vor dem Hintergrund der sich verändernden energiewirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen fort. Dabei werden auch unterschiedliche Möglichkeiten für die zukünftige Nutzung und Vermarktung des erzeugten Solarstroms betrachtet. Ziel bleibt es, technisch geeignete und wirtschaftlich tragfähige Photovoltaikpotenziale im Gesamtbestand fortlaufend zu erschließen.
Um Kenntnisnahme wird gebeten.
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