22-2572

Schulhöfe in Eimsbüttel naturnah gestalten – Bericht über Projekte und Planungen

Gemeinsamer Antrag

Sachverhalt

Naturnah gestaltete Schulhöfe sind weit mehr als schönere Außenflächen. Sie schaffen Orte für Bewegung, Begegnung, Naturerfahrung und praktisches Lernen. Gerade in einem dicht be­bauten Bezirk wie Eimsbüttel können Schulhöfe wichtige grüne Lern- und Lebensräume sein. Sie leisten zugleich einen Beitrag zur Klimaanpassung, zur Entsiegelung, zur Regenwasser­versickerung, zur Verbesserung des Mikroklimas und zum Schutz der Artenvielfalt.

Die Hamburgische Bürgerschaft hat den Senat bereits ersucht, über Maßnahmen und Schulen zu berichten, an denen das Konzept naturnaher Schulhöfe im Schulbauprogramm und im Be­stand umgesetzt wird. In der Drucksache 23/1546 werden unter anderem Entsiegelung, klima­resiliente Bäume, Biotope, ökologische Pflasterungen, Schulgärten, Totholzbereiche und grüne Klassenzimmer als Bausteine naturnaher Schulhöfe benannt. Zugleich wird auf den „Leitfaden Freianlagenplanung“, den BSFB-Förderfonds „Naturnahe Schulgeländegestaltung“ sowie Klima­anpassungsmaßnahmen auf schulischen Außengeländen verwiesen. Auch Initiativen wie „Hamburg abpflastern“ und Citizens Forests befassen sich mit der Entsiegelung und naturnahen Begrünung von Schulhöfen – idealerweise unter Einbeziehung der Schüler*innen und Lehrer*innen.

Wie und in welchem Umfang solche Projekte und Programme bereits in Eimsbüttel umgesetzt wurden oder geplant werden, ist nun von besonderem Interesse. So stellen sich u.a. folgende Fragen:

  • Wie viele Schulen im Bezirk Eimsbüttel haben in den vergangenen Jahren Maßnahmen zur naturnahen Schulhofgestaltung umgesetzt, setzen diese derzeit um oder planen sie verbindlich?
  • Welche konkreten Maßnahmen wurden umgesetzt beziehungsweise sind vorgesehen?
  • Wie viele weitere Schulen im Bezirk kommen grundsätzlich für entsprechende Maßnahmen infrage und welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein?
  • Wie werden die Schulen über die Programme informiert?
  • Welche Fördermöglichkeiten können Schulen für die naturnahe Gestaltung ihrer Schulhöfe nutzen, insbesondere im Rahmen des BSFB-Förderfonds „Naturnahe Schulgeländegestaltung“, des Schulbauprogramms sowie möglicher Klimaanpassungsprogramme?
  • Wie können Schulen, Schüler*innen, Eltern, Lehrer*innen, pädagogisches und nicht-pädagogi­sches Personal wie z.B. Hausmeister*innen und Betriebsmitabeiter*innen frühzeitig in Planung und Umsetzung einbezogen werden?
  • Welche Fortbildungs- und Beratungsangebote für Lehrer*innen, Schulleitungen und weiteres pädagogisches Personal bestehen, damit naturnah gestaltete Schulhöfe dauerhaft pädagogisch genutzt werden können?
  • Ob und wie können außerschulische Organisationen und Initiativen in entsprechende Projekte einbezogen werden?
  • Welche Gelingensbedingungen und welche Hindernisse bestehen bei der naturnahen Gestaltung von Schulhöfen?
  • In welcher Weise und an welchen Schulen finden die „Naturnahen Baustandards“, die seit August 2025 veröffentlicht sind, verbindlich Anwendung beziehungsweise sollen künftig Anwendung finden?
  • Wie können insbesondere Schulen im hochverdichteten Kerngebiet Eimsbüttels in den kommenden Jahren entsiegelt werden, um zusätzliche Vegetationsflächen zu schaffen, die durch Verdunstungskälte Schulgebäude und Nachbarschaft kühlen?

Denn naturnahe Schulhöfe entfalten ihren vollen Wert erst dann, wenn sie nicht nur gebaut, sondern auch dauerhaft gepflegt, genutzt und in den Schulalltag eingebunden werden.

Petitum/Beschluss
  1. Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, bei der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB), dem Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitäts­entwicklung in Schulen (LI Hamburg) sowie bei Schulbau Hamburg um die Entsendung von Expert*innen zu bitten, die dem Ausschuss für Schule, Bildung und Integration (SchuBI) über den Stand und die Perspektiven naturnaher Schulhofgestaltung an Schulen im Bezirk Eimsbüttel berichten.
  2. Der Bezirksamtsleiter wird gebeten, eine*n Referent*in in die gleiche Sitzung des SchuBI zu entsenden. Diese*r möge darüber berichten, in welchem Rahmen die Bezirksverwaltung in ihren Zuständigkeiten hierbei unterstützen kann.
  3. Zum besseren Verständnis soll geprüft werden, ob die entsprechende Sitzung des SchuBI an einer Schule mit bereits naturnah umgestaltetem Schulhof durchgeführt werden kann.
  4. Der Ausschuss für Grün, Nachhaltigkeit und Umwelt (GNU) soll über den entsprechenden Sitzungstermin informiert werden.

Juliane Papendorf, Christine Velmede, Winfried Rangnick, Katrin Meyer und GRÜNE-Fraktion

Simone Gastl, Ann-Kathrin Riegel, Jana Voß, Hendrik Lux und SPD-Fraktion

Lokalisation Beta

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Themen Beta
Umwelt & KlimaSchule & Bildung

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