22-2570

Förderung der urbanen Biodiversität durch die Einführung eines „Mähfreien Mai“ und anderer extensiver Mahdtechniken auf bezirklichen Grünflächen

Gemeinsamer Antrag

Sachverhalt

Die fortschreitende Versiegelung und die intensive Pflege städtischer Grünflächen führen zu einem massiven Rückgang von Insektenpopulationen und einer Verarmung der lokalen Flora. Um dem Artensterben entgegenzuwirken, die Biodiversität zu fördern und den Bezirk Eimsbüttel klimaresilienter zu gestalten, ist auch eine Anpassung des Pflegemanagements notwendig. Ein „Mähfreier Mai“, bei dem bezirkliche Grünflächen bis Ende Mai jeden Jahres nicht gemäht werden, ermöglicht Frühblühern, ihren Lebenszyklus zu vollenden und schafft lebensnotwendige Nahrungsquellen für Bestäuber wie Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten.

Ein mähfreier Mai ist dabei nur eine von mehreren Möglichkeiten, die Pflege öffentlicher Grünflächen biodiversitätsfreundlicher zu gestalten. Auch extensive Mahdverfahren wie die Mosaik- oder Staffelmahd können dazu beitragen, Lebensräume für Insekten und andere Wild­tiere zu erhalten. Hierbei werden Teilflächen zeitversetzt gemäht, wodurch dauerhaft Rück­zugsräume für Insekten und andere Wildtiere erhalten bleiben. Ebenso können angepasste Mahdzeitpunkte und der Einsatz schonender Mähtechnik dazu beitragen, Tiere und Pflanzen besser zu schützen. Aus diesem Grund sollte sich informiert werden, welche Maßnahmen sich für die unterschiedlichen Grünflächen im Bezirk Eimsbüttel sinnvoll umsetzen lassen.

Petitum/Beschluss

Der Bezirksamtsleiter wird gebeten, eine:n Expert:in in eine der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Grün, Nachhaltig­keit und Umwelt (GNU) zu entsenden, um über folgende Fragen zu berichten:

  1. Gibt es im Bezirk Eimsbüttel bereits Erfahrungen mit dem „Mähfreien Mai“ oder anderen extensiven, biodiversitätsfördernden Mahdkonzepten? Welche Erfahrungen sind das und welche Schlüsse wurden daraus gezogen?
  2. Welche bezirklichen Grünflächen eignen sich für extensive Mahdkonzepte und kommen für eine Umstellung grundsätzlich infrage?
  3. Welche personellen und technischen Ressourcen hätte die Umsetzung eines mäh­freien Monats Mai bzw. weiterer extensiver Mahdkonzepte? Sind Veränderungen beim Pflegeaufwand oder Einsparpotenziale zu erwarten?
  4. Welche Mahdtechnik wird derzeit auf den verschiedenen Grünflächen eingesetzt (z.B. Mähmaschine, Sichelmäher, Balkenmäher oder Sensen), nach welchen Kriterien er­folgt ihre Auswahl und in welchen Bereichen kommen besonders schonende Ver­fahren bereits zum Einsatz? Sind die in der Grünpflege für den Bezirk Tätigen in biodiversitätsfördernden Techniken geschult?
  5. Wie bewertet das Bezirksamt die Akzeptanz der Bürger:innen für einen mähfreien Mai und anderer biodiversitätsfördernder Mahdkonzepte und welche Maßnahmen zur Information und Kommunikation werden als sinnvoll erachtet?

Juliane Papendorf, Katrin Meyer und GRÜNE-Fraktion
Ann-Kathrin Riegel und SPD-Fraktion

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Grün, Parks & Bäume

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