Mahd im Bezirk Bergedorf Artenschutz und Biodiversität auf Deichen, Grünflächen und öffentlichen Wiesenflächen
Große Anfrage
der BAbg.Scherhaufer, Potthast, Bendt-Soetedjo und Fraktion der GRÜNEN
Der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wurde von einer Anwohnerin mitgeteilt, dass am Altengammer Hauptdeich im Abschnitt von Deichkilometer 0 bis zur Altengammer Mühle Handlungsbedarf besteht. Die Deichrandstreifen sowie die Wiesenflächen zwischen dem alten und dem neuen Hauptdeich werdendort bereits vor der Blüte und Aussaat der Wiesenblumen und Beikräuter gemäht. Dies betrifft alle Flächen, die nicht von Schafen beweidet werden. Nach Aussage der Anwohnerin wird dieses Vorgehen seit mehreren Jahren beobachtet.
Ein zu früher Mahdtermin führt dazu, dass Insekten kurzfristig ihrer Nahrungsgrundlage beraubt werden und sich zahlreiche Pflanzenarten mangels Samenbildung nicht weiter vermehren können. Damit steht diese Praxis im Widerspruch zu den Zielen des Insekten- und Biodiversitätsschutzes, die sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene und im Rahmen des Hamburger Zukunftsentscheids programmatisch verankert sind.
Die frühe und intensive Mahd öffentlicher Grünflächen ist dabei kein auf Altengamme beschränktes Phänomen. Auch an anderen Stellen im Bezirk Bergedorf werden Grünflächen, Wegränder und öffentliche Wiesenflächen in einer Intensität und Frequenz gepflegt, die mit den Anforderungen eines zeitgemäßen Artenschutzes kaum vereinbar erscheint.
Zum Schutz und zur Förderung der biologischen Vielfalt auf öffentlichen Grünflächen ist eine Anpassung der Grünflächenpflege erforderlich. So könnte eine abschnittsweise, mosaikartige Mahd im zeitlichen Abstand in Betracht gezogen werden, sodass Insekten und anderen Kleintieren die Möglichkeit gegeben wird, auf ungemähte Bereiche auszuweichen. Das kurzzeitige Liegenlassen des Schnittguts unterstützt zudem den Rückzug langsamerer Arten. Auf größeren Flächen wird der Einsatz von Balkenmähern empfohlen, da diese eine insektenfreundlichere Schnitttechnikaufweisen als Kreisel- oder Trommelmähwerke, die durch ihre rotierenden Messer bei hoher Drehzahl, Fahrgeschwindigkeit und Sogwirkung große Schäden an Tieren und Pflanzen verursachen.
Vor diesem Hintergrund fragen wir das Bezirksamt:
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