Protokoll
Sitzung des Regionalausschusses vom 09.06.2026

Ö 1

Öffentliche Fragestunde

Grundsteuerreform

 

Ein Bürger fragt, warum nach der Grundsteuerreform sein Grundstück in einer guten Wohnlage und das seines Nachbars in einer schlechten Wohnlage liegt.

 

 

Straßenunterhaltung

 

Ein weiterer Bürger merkt an, dass am Horster Damm Hecken in die Fahrbahn ragen. Weiterhin bemängelt er die mangelhafte Pflege an der Brookwetterung.

 

Herr Froh bittet, die Mängel über den Melde-Michel anzumelden.

 

Herr Charles teilt mit, dass er die Mängel notiert hat und an die zuständige Stelle weiterleitet.

Ö 2

Beschluss über die Tagesordnung

Der Tagesordnung wird einvernehmlich zugestimmt.

Ö 3

Grundsteuer und Wohnlagenverzeichnis (Herr Schreyer (Behörde für Finanzen und Bezirke) Frau Reder (Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen) Herr Dr. Promann (Institut ALP))

Herr Schreyer erläutert das Hamburger Grundsteuermodell, die Bewertungsgrundlagen (Flächenmodell, Äquivalenzzahlen), Rabatte für normale Wohnlagen und die Anwendung des Wohnlagenverzeichnisses.

 

Frau Reder und Herr Dr. Promann erklären Zweck, Methodik und rechtliche Grundlagen des Wohnlagenverzeichnisses, insbesondere im Zusammenhang mit dem Mietenspiegel.

 

Die Präsentation hierzu wird dem Protokoll als Anlage beigefügt.

 

Im Anschluss erfolgt eine umfangreiche Diskussion mit zahlreichen Nachfragen, Beispielen und Kritikpunkten.

 

Unter anderem kritisieren Herr Veit, Frau Garbers, Frau Kramer, Herr Heilmann und Frau Scherhaufer, dass das Wohnlagenverzeichnis die besonderen Strukturen der Vier- und Marschlande nicht ausreichend abbildet.

 

Es wird bemängelt, dass große Grundstücke, fehlende Infrastruktur, eingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten und ländliche Besonderheiten nicht angemessen berücksichtigt werden.

Die Gewichtung der Indikatoren (u.a. Bodenrichtwert, Grünflächenanteil, Statusindex) wird als nicht nachvollziehbar und für das Landgebiet als ungeeignet empfunden.

 

Die Möglichkeit, im Einzelfall eine abweichende Wohnlage nachzuweisen, wird als zu aufwändig und bürgerunfreundlich kritisiert.

 

Frau Reder und Herr Dr. Promann erläutern, dass die Indikatoren und deren Gewichtung (z.B. Bodenrichtwert 33,2 %, Statusindex 21,3 %, Grün- und Wasserflächenanteil 9,4 %) für ganz Hamburg einheitlich angewendet werden. Die Methodik orientiert sich am Mietenspiegel und ist auf Gesamt-Hamburg ausgelegt, nicht auf einzelne Bezirke.

 

Herr Schreyer verweist auf die Möglichkeit, im Einzelfall durch Gutachten eine abweichende Wohnlage nachzuweisen, betont aber, dass dies mit Aufwand und Kosten für die Betroffenen verbunden ist.

 

Die Kritik an der mangelnden Transparenz der Daten wird aufgenommen, es liegen jedoch technische und ressourcenbezogene Hürden für eine umfassende Offenlegung vor.

 

Herr Jarchow stellt die Systematik des Flächenmodells grundsätzlich in Frage, da es nicht zwischen bebaubaren und nicht bebaubaren Flächen unterscheidet. Er verweist dabei auf ein Urteil des Finanzgerichts Hamburg, das die Verfassungsmäßigkeit des Modells bestätigt, aber die Modellfrage offenlässt.

 

Frau Brodbeck betont, dass die politische Zielsetzung der Kostenneutralität bei der Grundsteuer in den Vier- und Marschlanden verfehlt wird. Sie kritisiert, dass strukturelle Probleme auf Einzelfälle abgewälzt werden und viele Betroffene den Rechtsweg nicht beschreiten können.

 

Frau Kramer weist zudem daraufhin, dass das Gremium, das den Mietenspiegel erstellt, hauptsächlich aus Vertretern großer Wohnungsunternehmen und Genossenschaften besteht, aber keine privaten Eigentümer dabei sind. Diese Gruppen haben ein Interesse daran, dass die Mieten in gut ausgestatteten Wohngebieten angemessen bleiben. Deshalb kritisiert sie, dass der Mietenspiegel nicht als Grundlage für die Berechnung der Grundsteuer verwendet werden sollte, da dies vor allem den Interessen der im Gremium vertretenen großen Vermieter zugutekommen würde.


Anlagen
2026-06-09 Grundsteuer und Wohnlagen (389 KB)

Ö 3.1 - 22-0551.01

Ist das Wohnlagenverzeichnis ausreichend für eine angemessene Berechnung der Grundsteuer in den Vier- und Marschlanden? (Verfasserin: SPD-Fraktion)

Wird unter TOP 3 beraten.

 

Ö 3.2 - 22-0551.03

Ist das Wohnlagenverzeichnis ausreichend für eine angemessene Berechnung der Grundsteuer in den Vier- und Marschlanden? - Nachfragen (Verfasserin: SPD-Fraktion)

Wird unter TOP 3 beraten.

 

Ö 4

Stiftung Lebensraum Elbe (Herr Borggräfe)

Herr Borggräfe stellt die bisherige Arbeit der Stiftung vor und präsentiert die zukünftigen Ideen. Die Präsentation ist der Niederschrift als Anlage beigefügt.

 

Der Ausschuss lobt die bisherige Arbeit und sagt weitere Unterstützung zu.


Anlagen
260609_Bezirk Bergedorf (6620 KB)

Ö 5

Fragen an die Verwaltung soweit zwecks Vorbereitung im Vorwege eingereicht - öffentlich

Fragen der CDU-Fraktion

 

1. Planungsstand an der alten Stadtteilschule in Kirchwerder

 

Wir hätten gerne gewusst,

wie der aktuelle Planungstand und zeitliche Ablauf auf dem alten

Schulgelände der Stadtteilschule ist?

Gibt es schon Pläne für den Schulneubau?

 

Für die Stadtteilschule Kirchwerder Altstandort gibt es eine Baugenehmigung.

 

Wie weit sind die Pläne für den Wohnungsbau und Festplatz?

 

Grundsätzlich befinden wir uns weiterhin im Austausch mit Schulbehörde und LIG. Es können jedoch keine Zeitangaben gemacht werden.

 

 

2. Fahrbahnmarkierungen in den Vier- und Marschlanden

 

Wir hatten bereits in der Aprilsitzung nachgefragt und uns wurde mitgeteilt, dass

die Aufträge vergeben sind.

Augenscheinlich fehlen noch an vielen Stellen die Markierungen und wurden

auch noch nicht ergänzt.

Wann erfolgen die Arbeiten?

 

Es wurden bereits für gesamt Bergedorf in der Zeit von April bis Mai Markierungsarbeiten in Höhe von 42.000 € ausgeführt.

Die Arbeiten, die schon beauftragt sind haben einen Gesamtwert von 95.000 €. Davon gehen rund 65.000 € in die B 5 von Landesgrenze bis zur Bezirksgrenze in Mitte.

 

Ö 6

Mitteilungen der Verwaltung

Ö 6.1 - 22-0858

Deutsche Glasfaser

Herr Froh berichtet, dass die CDU-Fraktion bereits ein Auskunftsersuchen eingereicht hat, welches sich noch in der Klärung befindet.

 

Herr Charles teilt mit, dass die Telekom AG im Bezirk weiterhin den Glasfaserausbau betreibt. An welchen Stellen dieses geschieht, darauf hat der Bezirk jedoch keinen Einfluss.

Der Regionalausschuss nimmt Kenntnis.

 

Ö 6.2 - 22-0861

Einrichtung eines Busshuttles für das Erdbeerfest

 

Der Regionalausschuss nimmt Kenntnis.

Ö 7

Anträge

Es liegen keine Anträge vor.

Ö 8

Verschiedenes

Tiefbauprogramm

 

Auf die Frage von Herrn Acht zu dem Zustand der Straßen berichtet Herr Charles, dass das Tiefbauprogramm im nächsten V+I vorgestellt wird.

 

 

BG-Klinikum

 

Herr Heilmann berichtet über den Umzug des BG Klinikums an das Uni-Klinikum Eppendorf und fordert zum gemeinsamen Handeln auf.

Ö 9

Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 19.05.2026, öffentlicher Teil

Die Niederschrift wird einvernehmlich genehmigt.