22-0996

Herkunftssprachlicher Unterricht an Bergedorfer Schulen

Auskunftsersuchen nach § 27 BezVG

Letzte Beratung: 24.09.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 6.5

Sachverhalt

Auskunftsersuchen

der BAbg. Momenzada, Arthur, Nasiri und SPD-Fraktion

Der herkunftssprachliche Unterricht ermöglicht Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund, ihre mitgebrachten Familiensprachen schulisch zu erhalten und auszubauen. Er wird in Hamburg als schulübergreifendes Angebot organisiert. Kinder aus mehreren Schulen und Stadtteilen werden für den Unterricht an zentralen Standorten gebündelt.

Laut Angaben der Behörde für Schule und Bildung gab es zuletzt (Schuljahr 2021/2022) stadtweit 457 Kurse an 125 Standorten in zwölf Sprachen. Das Angebot wurde seither weiter ausgebaut. Wie sich dieses Angebot konkret auf Bergedorf verteilt bzw. ob und wie Bergedorfer Schülerinnen und Schüler daran teilhaben können, ist öffentlich nicht dokumentiert.

Der wissenschaftliche Forschungsstand zu den Effekten des herkunftssprachlichen Unterrichts zeigt zwei Befunde, die relevant sind: Zum einen wirkt sich die Förderung der Herkunftssprache nachweislich nicht negativ auf den Erwerb der deutschen Sprache aus. Zum anderen zeigt ein Teil der Studien einen positiven Zusammenhang zwischen Herkunftssprachkompetenz und schulischem Bildungserfolg, was sich auch in der Hamburger Elternbefragung (HUBE-Studie, Universität Hamburg 2016) widerspiegelt: Der Großteil der rund 3.000 befragten Eltern erhoffte sich vom herkunftssprachlichen Unterricht eine bessere Integration ihrer Kinder und mehr schulischen Erfolg.

Mit diesem Auskunftsersuchen möchten wir uns über den aktuellen Stand in Bergdorf informieren und herausfinden, wie der Bedarf in unserem Bezirk ist.


Vor diesem Hintergrund fragen wir die Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung:

  1. Wie viele Angebote des herkunftssprachlichen Unterrichts (HSU) gibt es aktuell an Bergedorfer Schulen bzw. für Bergedorfer Schülerinnen und Schüler? (Aufgeschlüsselt nach Schulform Grundschule, Stadtteilschule und Gymnasium)
  2. Welche Sprachen werden dabei angeboten, und an welchen konkreten Schulstandorten in Bergedorf findet der Unterricht statt?
  3. Wie viele Schülerinnen und Schüler nehmen jeweils teil (bitte möglichst nach Sprache und Schulform aufschlüsseln)?
  4. Werden Bergedorfer Schülerinnen und Schüler für bestimmte Sprachangebote an Standorte außerhalb Bergedorfs geschickt (schulübergreifende Entsendung)? Wenn ja: für welche Sprachen und an welche Standorte, und wie gestaltet sich die Erreichbarkeit (Entfernung, Beförderung)?
  5. Gibt es umgekehrt Bergedorfer Schulstandorte, die herkunftssprachlichen Unterricht auch für Schülerinnen und Schüler aus anderen Bezirken anbieten?
  6. Liegen der zuständigen Behörde Erkenntnisse über einen nicht gedeckten Bedarf in Bergedorf vor (z. B. Nachfrage nach Sprachen, die aktuell nicht angeboten werden, Wartelisten, abgelehnte Anmeldungen)?
  7. Auf welcher Grundlage wird der Bedarf für Bergedorf ermittelt, und wann wurde zuletzt eine entsprechende Bedarfsabfrage bei den Bergedorfer Schulen durchgeführt?
  8. Wie werden Eltern und Schulen in Bergedorf über das Angebot informiert? Gibt es Erkenntnisse darüber, wie bekannt das Angebot unter Bergedorfer Eltern ist?
  9. Wie hat sich die Zahl der Angebote und Teilnehmenden in Bergedorf in den letzten fünf Jahren entwickelt?
Petitum/Beschluss

Beschluss:

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