Schulpflichtige Kinder in Bergedorf
Letzte Beratung: 28.09.2023 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 6.5
Auskunftsersuchen der BAbg. Krohn, Seiler, Winkelbach, Meyer und AfD Fraktion Bergedorf
Die Schulpflicht für Kinder in Bergedorf stellt uns immer wieder vor große Herausforderungen, insbesondere aufgrund des hohen Migrationsdrucks. Die Vielfalt an kulturellen Hintergründen und Sprachen erfordert eine individuelle Betreuung und Unterstützung, um sicherzustellen, dass alle Schüler gleiche Bildungschancen erhalten.
Der Umgang mit interkulturellen Unterschieden und die Förderung von interkulturellem Verständnis sind wichtige Aufgaben. Es bedarf einer engen Zusammenarbeit zwischen Schulen, Eltern und Bildungseinrichtungen, um effektive Lösungen zu entwickeln und eine inklusive Lernumgebung zu schaffen, in der alle Kinder ihr volles Potenzial entfalten können
Vor diesem Hintergrund fragen wir:
In der o. a. Angelegenheit nimmt die Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) wie folgt Stellung:
1. Aktuell befinden sich in Bergedorf eine große Anzahl schulpflichtiger Kinder. Könnten Sie mir bitte mitteilen, wie viele dieser Kinder einen Migrationshintergrund haben?
Nach der Schuljahresstatistik besuchten im Schuljahr 2022/23 13.348 Schülerinnen und Schüler mit Wohnort im Bezirk Bergedorf die Primarstufe bzw. Sekundarstufe I einer Hamburger allgemeinbildenden Schule [1].
Davon hatten 7.328 einen Migrationshintergrund nach Mikrozensus-Definition[2]. Die Daten für das gerade begonnene Schuljahr 2023/24 liegen noch nicht vor.
2. Wie viele Kinder sind für das kommende Schuljahr eingeplant und werden erwartet?
Siehe Drs. 22/11410 und Drs. 22/11533.
3. Könnten Sie mir bitte mitteilen, wie viele schulpflichtige Kinder im Jahr 2022 und im Jahr 2021 in Bergedorf waren?
Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen in den Jahrgangsstufen 1-10 mit Wohnort im Bezirk Bergedorf* |
Schuljahr |
|
2021/22 |
2022/23 |
|
Anzahl |
12.794 |
13.348 |
Quelle: Schuljahresstatistik 2021 und 2022
*Ohne Erwachsenenbildung
4. Seit Beginn des Ukrainekriegs sind einige Familien nach Bergedorf gekommen. Könnten Sie mir mitteilen, wie viele schulpflichtige Kinder seitdem hinzugekommen sind?
Im Schuljahr 2021/22 vor Beginn des "Ukrainekriegs" waren es 12.794. Es sind 554 SuS bis zum Beginn des Schuljahres 2022/23 hinzugekommen. Über Nationalität und Herkunft dieser SuS liegen keine sicheren Daten vor. Neuere Zahlen liegen in der Schuljahresstatistik noch nicht vor.
5. Wo werden neue Lehrkräfte für die Schulen in Bergedorf rekrutiert? Gibt es spezielle Programme oder Initiativen zur Gewinnung neuer Lehrerinnen und Lehrer?
Seit 2011 hat der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) im Bereich der schulischen Bildung einen ausdrücklichen Schwerpunkt gesetzt und deutlich mehr Stellen zur Verfügung gestellt beziehungsweise mehr Lehrerinnen und Lehrer eingestellt, als es gemessen an dem Schülerzuwachs notwendig gewesen wäre. Diese Schwerpunktsetzung trägt dazu bei, dass der bundesweit entstandene Mangel an Lehrkräften auch in Hamburg spürbar ist, bislang aber nicht in gleichem Maße wie in anderen Bundesländern, siehe auch Drs. 22/12746 und 22/10930.
Führende Bildungswissenschaftlerinnen und Bildungswissenschaftler prognostizieren in den nächsten 15 bis 20 Jahren einen zum Teil erheblichen demografisch bedingten Fachkräftebedarf insgesamt und somit auch einen Lehrkräftemangel. Vor diesem Hintergrund wird Hamburg bei seiner Schwerpunktsetzung bleiben und weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um die gute Personalausstattung an den Schulen zu sichern und die Schulleitungen zu unterstützen, siehe auch die Pressemitteilung der für Bildung zuständigen Behörde vom 12. April 2023 Hamburg braucht 900 neue Lehrkräfte – und zwar jedes Jahr - hamburg.de. Dies gilt selbstverständlich auch für die Schulen in Bergedorf. Im Übrigen siehe Drs. 22/12769 und Drs. 22/10930.
[1] Quelle: Schuljahresstatistik 2021 und 2022. Die angegebenen Zahlen beziehen sich auf die Schülerinnen und Schüler (SuS) in der Primarstufe bzw. Sekundarstufe I (Jahrgangsstufe 1 - 10) einer Hamburger allgemeinbildenden Schule.1) Das sind die Schulstufen in denen in der Regel die Vollzeitschulpflicht erfüllt wird.
Die Schuljahresstatistik wird stichtagsbezogen jeweils im September für das laufende Schuljahr erhoben.
Die Daten für das Schuljahr 2023/24 werden in der Schuljahresstatistik 2023 erfasst, stehen aber erst nach Validierung und Qualitätssicherung zur Verfügung. Sie werden nach derzeitigem Planungsstand im Februar 2024 veröffentlicht.
[2] In der Schuljahresstatistik der allgemeinbildenden Schulen wird ein Migrationshintergrund nach Mikrozensus-Definition angenommen, wenn mindestens eines der folgenden Merkmale zutrifft:
a) Die Person selbst ist nicht in Deutschland geboren, b) sie hat eine nicht-deutsche Staatsangehörigkeit, c) einer der Sorgeberechtigten ist nicht in Deutschland geboren, d) einer der Sorgeberechtigten hat eine nicht-deutsche Staatsangehörigkeit. Der Migrationshintergrund gilt als „nicht entscheidbar“, wenn zu mindestens einem der genannten Merkmale a) bis d) die Angabe fehlt und gleichzeitig keines dieser Merkmale auf einen Migrationshintergrund hindeutet
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