Protokoll
Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vom 17.06.2026

Ö 1

Öffentliche Fragestunde

Es liegen Fragen zur öffentlichen Fragestunde zum TOP 4 vor und werden dort beraten. Anlagen siehe auch dort.

Ö 2 - 22-2277

Bericht der Science City Hamburg Bahrenfeld GmbH

Frau Parr (Science City Hamburg Bahrenfeld GmbH) führt mit Verweis auf die Anlage der Drucksache 22-2277 die folgenden Details aus:

  • Im Rahmen der Funktionsplanung des Innovationsparks Altona sei das konkretisierende Wettbewerbsverfahren zur Freiraumplanung gestartet. Der Abschluss des Verfahrens sei für Herbst 2026 geplant.
  • Die Ergebnisvorstellung des Rahmenkonzepts Soziale Quartiersangebote sei in einer der kommenden Sitzungen im September geplant.
  • Im Zuge der Planungen zur U5-Haltestelle Lurup/ Eckhoffplatz finde im Sommer 2026 eine weitere Bürger:innenbeteiligung statt. Die Hamburger Hochbahn AG (HHA) konzentriere sich dabei auf die Vorzugsvariante.
    [Nachtrag zu Protokoll:
    Die Präsentation (Anlage), die die HHA hierzu in der Sitzung vom 01.06.2026 im Mobilitätsausschuss gezeigt hat, haben die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses am 18.06.2026 per E-Mail erhalten.]
  • Auf Nachfrage von Frau Koppke stellt sie klar, die Entwicklung des Wohnungsbaus in den Quartieren am Volkspark erfolge, nicht abweichend von den bisherigen Überlegungen zum Olympischen Dorf, beginnend in den frühen 2030er Jahren bis Ende der 2040er Jahre. Derzeit werde noch die Funktionsplanung erarbeitet.

Der Stadtentwicklungsausschuss nimmt die Drucksache zur Kenntnis.


Anlagen
Präsentation HHA U5 (2761 KB)

Ö 3

Bericht zu den Wissenschaftsbauten Science City Bahrenfeld (Hörsaalzentrum, Learning Center, MIN Life Hub) (Referierende: Vertretungen von Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen, Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung sowie claussen-seggelke stadtplaner Sell. Wild. Partnerschaftsgesellschaft mbB)

Frau Holewa (Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung) sowie Frau Beythin und Herr Fischer (beide claussen-seggelke stadtplaner Sell. Wild. Partnerschaftsgesellschaft mbB) erläutern mithilfe zweier Präsentationen (Anlagen) den Planungsstand zu den Wissenschaftsbauten in der Science City Hamburg Bahrenfeld und berichten auch auf Nachfragen der Ausschussmitglieder das Folgende:

  • An das MIN Life Hub in unmittelbarer Nähe zum Gartendenkmal Volkspark seien sowohl technisch als auch funktional weitreichende und anspruchsvolle Anforderungen gestellt worden. Auch die Nähe zum Volkspark sei besonders zu berücksichtigen. Das Gebäude werde im Vergabeverfahren nach Vergabeverordnung (VgV-Verfahren) umgesetzt, weil die Funktionsplanung einem sehr strikten Raster und hochtechnologischen Anforderungen unterliege.
  • Das Verfahren mit seinem Entscheidungsgremium sichere aufgrund des Wettbewerb ähnlichen Charakters auch die Berücksichtigung fachspezifischer Expertise und städtebaulicher Qualität. Ein Wettbewerbsverfahren hingegen hätte nicht den geeigneten Rahmen geboten, um bereits im Verfahren notwendige Überarbeitungshinweise an die Büros zu übermitteln und somit die Erfüllung der hohen Funktionsanforderungen an das Gebäude gewährleisten zu können. Im ersten Zuge erfolge nur die Objektplanung, die Freiraumplanung schließe sich an.
  • Der vorgeschaltete EU-weite Teilnahmewettbewerb liefe bereits.
  • Im Verfahrensgremium seien neben Herrn Olshausen (Bezirksamt Altona, Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt) auch drei Vertreter:innen der Bezirksversammlung vertreten, die die Interessen des Bezirks vertreten könnten.
  • Das Bestandsensemble, in dem das Learning Center in drei Baukörpern der 90er Jahre mit einem zu überbauenden Innenhof realisiert werde, finde sich in prominenter Lage an der Luruper Chaussee und werde als Kooperationsmodell mit dem Landesbetrieb für Immobilien und Grundvermögen umgesetzt. Am 18.06.2026 stände fest, welcher Planungsentwurf den Wettbewerb gewinne.
  • Im Hörsaalzentrum seien modernste Lernbedingungen für die Studierenden sowie flexible Anpassungen auf sich ggf. zukünftig ändernde Lernkonzepte gewährleistet. Mit Mensa, Café und Foyer als potenziellem Veranstaltungsort biete das Vorhaben auch für die Nachbarschaft zugängliche Angebote. Das Gebäude befinde sich in der Vorentwurfsplanung und werde voraussichtlich im Jahr 2032 fertiggestellt.

Herr Batenhorst regt unterschiedliche Geschosshöhen in den Neubauten an. Die bisherigen Entwürfe seien zu massiv und dicht geplant.

Herr Conrad macht auf die Wechselwirkung zwischen Außenfassade des MIN Life Hub und dem Volkspark aufmerksam und bittet, die Interessen des Bezirks in ausreichendem Maße zu berücksichtigen.


Anlagen
Präsentation Wissenschaftsbauten SCHB 1 (8967 KB)
Präsentation Wissenschaftsbauten SCHB 2 (6587 KB)

Ö 4

Entscheidung zur Anwendung des § 36a BauGB zur Bauvoranfrage Innenhofbebauung Leverkusenstraße 16c (Auswertung der digitalen Beteiligung. Fortsetzung der Beratung aus der Sitzung vom 20.05.2026)

Auswertung der digitalen Beteiligung. Fortsetzung der Beratung aus der Sitzung vom 20.05.2026. Beratung und Beschluss siehe TOP 4.1.

Ö 4.1 - 22-2297

Bauvoranfrage Leverkusenstraße 16c – Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der betroffenen Öffentlichkeit im Rahmen der Prüfung der Zustimmung der Gemeinde nach § 36a BauGB Beschlussvorlage des Amtes

Die Drucksache 22-2297 liegt als Tischvorlage des Amtes vor.

Frau Boehlich trägt die eingereichten Fragen zur Öffentlichen Fragestunde (siehe Anlagen) vor. Sie betont, heute falle keine Entscheidung zum Bauvorhaben, sondern ob der Bauturbo nach § 36 zur Anwendung käme. So gehe es nicht um die Erörterung von Details im Bauantragsverfahren. Details zur Bauvoranfrage würden im Bauausschuss zu gegebener Zeit abgewogen werden. Im weiteren Verlauf des Verfahrens würden sich Gutachten den jeweiligen Detailfragen widmen.

[Nachtrag zu Protokoll:

Weitere Eingaben und Stellungnahmen (siehe Anlagen, teils nicht-öffentlich) haben die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses am 16.06.2026 per E-Mail erhalten.]

Frau Frauenlob führt aus, teilweise bereits auf die Fragen bezugnehmend, es seien 96 Stellungnahmen (siehe Anlage der Drucksache 22-2297) eingegangen. In der Drucksache habe sich das Amt um eine Zusammenfassung der vorgebrachten Einwände bemüht, die weitestgehend bereits aus dem Bauleitverfahren bekannt seien. Im Wesentlichen behandelten die Einwände die vorgesehene Geschosshöhe und Bebauungsdichte des Vorhabens.

Die Deutsche Post AG habe die Zustellung als Postwurfsendung angesichts der zeitlichen Vorgaben abgelehnt. Dem Amt habe sich damit nur die Möglichkeit einer Datenabfrage der Mieterschaft geboten oder die Zustellung des Informationsschreibens durch eigenes Personal. Nicht zuletzt wegen dem zu erwartenden Aufwand und Zeitverlust bei einer Datenabfrage habe sich das Amt entschlossen, am Dienstag, den 14.06.2026 selbst zuzustellen. An vielen Eingängen hätten die Mitarbeiter innenliegende Briefkastenanlagen vorgefunden, sodass geklingelt und notfalls das Schreiben im Hauseingang platziert worden sei. Die hohe Anzahl der eingegangenen Stellungnahmen zeige, dass die Information in der Nachbarschaft angekommen sei.

Das Bezirksamt habe dem Bauantragsteller bisher noch nicht geantwortet. Im Zuge der öffentlichen Beteiligung hole das Amt die Meinung von Öffentlichkeit und Trägern öffentlicher Belange ein. Im Anschluss beschließe der Stadtentwicklungsausschuss, ob der § 36 BauGB angewendet werden solle oder nicht. Im Anschluss werde das Bauantragsverfahren im Bauausschuss weiter beraten.

Frau Benkert bemängelt, in der Kürze der Zeit sei die 364 Seiten umfassende Drucksache nicht zu lesen gewesen. In Summe verdeutlichten die vorliegenden Stellungnahmen die Vorbehalte gegenüber dem Bauvorhaben. Die Bedeutung des Innenhofs, die wegfallende Rückzugsorte für Fauna und Nachbarschaft sowie wegfallende Luftzirkulation in einem von Hitze besonders betroffenen Quartier unterstrichen die Kritik am Bauvorhaben. Vor Ort dürfe nicht in der vorgesehenen Dichte und Höhe gebaut werden. Auch die Handreichung der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen zur Anwendung des Bauturbos unterstreiche die Berücksichtigung nachbarlicher Interessen.

Frau Koppke stimmt dem zu und bedauert, dass die Zusammenfassung des Amtes in der Drucksache 22-2297 keine Gewichtung oder Priorisierung der Einwände vornehme. Dies sei zwar zu rügen, aber angesichts zu kurz gesetzter Fristen unvermeidbar gewesen.

Auch Herr Henker vermisst eine Würdigung und Einordnung der Einwände vonseiten des Amtes und weist darauf hin, dass in den Stellungnahmen die Einhaltung einiger Verwaltungsvorschriften gefordert wäre, die das Amt in seiner Zusammenfassung außer Acht lasse. Dies müsse nachgeholt werden.

Frau Hubert ergänzt, sie habe bisher nur ein Drittel der Stellungnahmen lesen können, in denen sich bereits neue Gesichtspunkte gefunden hätten. Die geplante Ausnutzung des Grundstücks sei zu hoch. Auf die Vorschläge der Nachbarschaft müsse eingegangen werden.

Herr Batenhorst schlägt vor, zwei Baukörper vorzusehen, mit maximal zwei bis drei Geschossen. Damit könne Grün erhalten, Verschattung vermieden und die Durchlüftung gewährleistet werden.

Herr Trede erinnert, Gespräche zum besagten Bauvorhaben liefen seit 17 Jahren. Einige vorgebrachte Einwände wie Baulärm, Schimmelbildung oder Kaltluft seien nicht nachzuvollziehen. Zumindest aber fraglich sei, ob Art und Maß der Bebauung im Bau- oder Stadtentwicklungsausschuss beschlossen werden sollten.

Herr Strate dankt dem Amt für die rasche Vorlage und Zusammenfassung der Stellungnahmen. Er teile die Einschätzung, dass angesichts der Menge der Einlassungen die Öffentlichkeit erfolgreich beteiligt worden sei. Es zeige aber auch das hohe Interesse der Nachbarschaft am Bestand, das es zu würdigen gelte. Auch wenn die Stellungnahmen auf den ersten Blick nicht viel Neues enthielten, sei die Planung in seiner geplanten Größenordnung abzulehnen. Er bezweifle, dass die Anwendung des Bauturbos angebracht sei, wenn ein Vorhaben bereits so lange so viel Kritik hervorgebracht habe und auch, ob der Bauausschuss so öffentlich, detailliert und fundiert abwiegen werde wie der Stadtentwicklungsausschuss.

Der Antrag von Frau Benkert, Nachfragen der anwesenden Fragesteller:innen zuzulassen, findet bei Zustimmung der Fraktionen von DIE LINKE und Volt keine Mehrheit.

Herr Hielscher meldet für die CDU-Fraktion Beratungsbedarf an.


Anlagen
A Fragen zu TOP 4 (57 KB)
B Fragen zu TOP 4 (27 KB)

Ö 5

Mitteilungen

Ö 5.1 - 22-1960.1

Digitale Bauakte Mitteilungsdrucksache zum Beschluss der Bezirksversammlung vom 29.01.2026

Der Stadtentwicklungsausschuss nimmt die Drucksache zur Kenntnis.

Ö 5.2 - 22-2227

Herstellung Stellplatzanlage an der Baurstraße Mitteilungsdrucksache zum Beschluss des Hauptausschusses vom 12.02.2026

Der Stadtentwicklungsausschuss nimmt die Drucksache zur Kenntnis.

Ö 5.3 - 22-2228

Finger weg von unseren Politikmitteln Mitteilungsdrucksache zum Beschluss der Bezirksversammlung vom 23.04.2026

Der Stadtentwicklungsausschuss nimmt die Drucksache zur Kenntnis.

Ö 6

Verschiedenes

Frau Benkert mahnt den Versand der Präsentation aus der Sitzung vom 20.05.2026 zum Bebauungsplanentwurf Altona Nord 28 an.

[Nachtrag zu Protokoll:

Die Ausschussmitglieder haben die Präsentation am 18.06.2026 per E-Mail erhalten (Anlage siehe dort, TOP 4).]

Frau Göller-Meier erläutert auf Nachfrage von Herrn Hielscher, die Planungen zur öffentlich-rechtlichen Unterkunft (örU, mit Perspektive Wohnen) in der Friedensallee befänden sich nach Auskunft der Sprinkenhof GmbH (Sprinkenhof) im Zeitplan. Das Vorhaben solle als örU 15 Jahre betrieben werden. Auf Nachfrage von Herrn Trede bestätigt sie, dass am Bau des Schulstandorts nach Aufgabe der Geflüchtetenunterkunft am Holmbrook festgehalten werde.

Herr Hielscher moniert, auf einen belastbaren Planungsstand warteten die Ausschussmitglieder seit über zwei Jahren. Dabei würden Geflüchtetenunterkünfte dringend gebraucht. Er erinnert, dass die örU auf einer jetzigen Gewerbefläche errichtet werden solle und die Sprinkenhof diese vermutlich nicht abgeben wolle. Die Bestätigung des Zeitplans suggeriere lediglich, dass am einst ins Auge gefassten Ringtausch zwischen Kleingartenflächen, örU und Schulstandort festgehalten werde. Wenn dem so sei, sei unerklärlich, dass immer noch kein Bauantrag für die örU vorliege.

Herr Strate bittet um Übersendung eines detaillierten Zeitplans vonseiten der Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration.

Herr Trede bezweifelt, ob angesichts des Baufortschritts am Deckelbauwerk der Bundesautobahn 7 die Zeitplanung noch realistisch sein könne.

[Nachrichtlich:

Herr Eschenburg erklärt sich zur Beratung zur örU Friedensallee für befangen und nimmt nicht an der Beratung teil.]

N 7

Bauvorhaben Luruper Hauptstraße Bitte des Bauausschusses um Stellungnahme und Rückmeldung

N 8

Mitteilungen

N 9

Verschiedenes